Eine Krankheit...

Veröffentlicht am 29. August 2025 um 06:26

Gestern hatte mein Bruder Geburtstag. Was ein sehr schöner Grund war, den Tag zu feiern. Das haben wir getan - zum  mittlerweile 35. Mal. Und ich kann mich noch sehr genau daran erinnern, wie ich meinen kleinen Wonneproppen-Bruder vor genau 35 Jahren zum ersten Mal gesehen und im Arm gehalten habe...🥰

Gestern habe ich ihn ebenfalls im Arm gehalten. Und mittlerweile sind die Proportionen definitiv etwas anders. Trotzdem wird er für mich immer mein kleiner Bruder bleiben. Den ich beschützen möchte und sehr lieb habe. ❤️ 

Und als ich nach dem Geburtstag mit diesen Gedanken nach Hause gekommen bin, habe ich gelesen, dass Michael Ende seinen 30. Todestag hatte ... ein Mensch, der mich mit seinen wundervollen Geschichten durch die Kindheit begleitet und bestimmt auch etwas geprägt hat... "Momo", "Die unendliche Geschichte"...

Geschichten, die so viel Wahrheit beinhalten und die uns Erwachsenen so viel Weisheit bescheren könnten. Wenn wir nur danach leben würden. Doch das tun wir leider nicht immer. Wir lassen uns Zeit klauen, verschwenden sie und manche von uns werden dadurch sogar krank... Diese Krankheit beschreibt Michael Ende so:

„Am Anfang merkt man noch nicht viel davon. Man hat eines Tages keine Lust mehr irgendetwas zu tun. Nichts interessiert einen, man ödet sich. Aber diese Unlust verschwindet nicht wieder, sondern sie bleibt und nimmt langsam immer mehr zu.

Sie wird schlimmer von Tag zu Tag, von Woche zu Woche. Man fühlt sich immer missmutiger, immer leerer im Innern, immer unzufriedener mit sich und der Welt. Dann hört nach und nach sogar dieses Gefühl auf und man fühlt gar nichts mehr. Man wird ganz gleichgültig und grau, die ganze Welt kommt einem fremd vor und geht einen nichts mehr an.

Es gibt keinen Zorn mehr und keine Begeisterung, man kann sich nicht mehr freuen und nicht mehr trauern, man verlernt das Lachen und das Weinen. Dann ist es kalt geworden in einem und man kann nichts und niemand mehr lieb haben. Wenn es einmal so weit gekommen ist, dann ist die Krankheit unheilbar. Es gibt keine Rückkehr mehr.

Man hastet mit leerem, grauem Gesicht umher, man ist genauso geworden wie die grauen Herren selbst. Ja, dann ist man einer der ihren. Diese Krankheit heißt: die tödliche Langeweile.“

Ich finde, das hat er sehr treffend beschrieben. Und bei näherer Betrachtung passen die Symptome wohl auch auf andere "Krankheitsbilder"... und wie auch immer die Krankheiten heißen mögen - eins steht fest: glücklich wird man damit nicht - eher das Gegenteil. Und meistens leiden dann auch die Mitmenschen mit. Deshalb sollte man etwas dagegen tun und die Krankheit bekämpfen. Denn am Ende ... haben wir bekanntlich nur dieses eine Leben und sind dafür verantwortlich, das Beste daraus zu machen. 

Zum Beispiel einen Garten bepflanzen, Blümchen bewundern, die Natur genießen... oder etwas Anderes tun, das uns Freude bereitet ... wieder anfangen, die Welt mit den Augen eines Kindes zu sehen 🩷

Ich sehe gerade in die Augen einer sehr hungrigen Katze und werde ihr jetzt mal Frühstück machen. Und dann... gibt's Kaffee für mich und den letzten Arbeitstag der Woche. Heute Abend habe ich dann Ausgang. Und euch wünsche ich einen schönen und möglichst bunten Freitag 💛🍀❤️🩷

 

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