„Manchmal verändert ein schwerer Weg den Blick auf das Leben – und macht ihn klarer als je zuvor.“
Guten Morgen liebe Leserinnen und liebe Leser. Gestern war ein besonderer Feiertag. Der "Weltkrebstag" und der ist nicht dem Krebs gewidmet (sonst müsste er auch "Weltarschlochtag" heißen).
Der Weltkrebstag erinnert uns daran, wie zerbrechlich und zugleich wertvoll das Leben ist - und dass es alles andere als selbstverständlich ist.
Er macht Menschen sichtbar, die mit Krebs leben oder gelebt haben – und zeigt: Niemand ist allein. Er steht für Mitgefühl statt Wegsehen, für Hoffnung trotz Angst und für das Bewusstsein, dass Zeit kostbar ist. Nicht nur am 4. Februar - sondern jeden Tag. 💛
Und weil das so ist, möchte ich euch und allen Menschen, die gerade mit Krebs leben und denen, die es leider nicht mehr tun... eine meiner liebsten Geschichten widmen. Sie stammt aus meinem zweiten Buch "Frühlingsgefühle" . Ich habe sie für einen ganz besonderen Menschen geschrieben, den ich sehr lieb habe und aus tiefstem Herzen bewundere.
Aufblühen
Im Frühling blüht die Natur im wahrsten Sinne des Wortes auf. Die Pflanzen entfalten ihre volle Schönheit und machen die Welt bunt und fröhlich. Blüten sind Farbtupfer, die die Natur zu einem Kunstwerk machen. Und wenn man die einzelnen Blüten näher betrachtet, sieht man, dass sie selbst kleine Kunstwerke sind.
Und man fragt sich manchmal, wie etwas so Schönes einfach so entstehen kann. Ich liebe Blüten in allen Farben und Formen. Und finde, dass es sehr glücklich machen kann, wenn man sich über solche „kleinen“ Dinge freuen kann. Mir ist es dabei egal, ob es sich um eine edle Rosenblüte oder um ein kleines Gänseblümchen im Gras handelt. Jede Blüte ist auf ihre eigene Art etwas Besonderes und einfach nur wunderschön.
Und deshalb freue ich mich immer, wenn ich eine neue Blüte entdecke. Deshalb kaufe und pflanze ich Blumen, Samen und Zwiebeln. Hege und pflege sie und achte darauf, dass es ihnen gut geht – weil ich sie zu schätzen weiß.
Ich glaube, dass Blüten auch deshalb so besonders sind, weil ihre Zeit begrenzt ist. Weil wir von Anfang an wissen, dass wir uns nicht ewig an ihnen erfreuen können. Vielleicht … wissen wir ihre Schönheit deshalb mehr zu schätzen. Und genießen die Zeit mit ihnen intensiver, als wenn sie immer da wären und nie verblühen würden.
Und während ich das schreibe, fällt mir ein, dass man das sehr gut auf uns und unser Leben übertragen kann. So wie Pflanzen nicht ewig blühen, so leben wir nicht ewig. Und wenn wir uns das bewusst machen, dann wird auch klar, dass wir die Zeit schätzen und genießen sollten. Dass wir uns an unserer Blüte erfreuen und aus jedem Tag das Beste machen sollten.
Und ich glaube, dass wir aufblühen, wenn wir uns unserer Endlichkeit bewusst werden. Mir geht es zumindest so und das habe ich einigen Erlebnissen zu verdanken, die eigentlich traurig sind, mich aber unendlich inspiriert haben. Allen voran die Geschichte meiner lieben Freundin.
Sie ist sehr krank und musste sich zwangsläufig bewusst machen, dass ihr Leben endlich ist. Was ganz sicher eine sehr, sehr schwere Erkenntnis ist. Denn das geht uns ja eigentlich allen so – wir verdrängen das aber sehr gerne.
Meine Freundin konnte nichts mehr verdrängen.
Auch wenn sie einer der tapfersten Menschen ist, die ich kenne, hat sie das natürlich sehr hart getroffen. Und auch ich war – und bin – sehr traurig darüber, dass sie so krank ist. Und dann … durfte ich erleben, wie sie aufgeblüht ist. Wie sie nicht nur tapfer gegen ihr Schicksal angekämpft hat – sondern über sich hinausgewachsen ist. Wie sie Dinge getan hat, die sie immer schon tun wollte – irgendwann … Wie sie ihre kleinen Erfolge und Fortschritte gefeiert hat … wie sie sich plötzlich annehmen konnte. Wie sie jeden Tag ausgekostet hat, an dem ihr dies möglich war. Und wie sie … trotz oder wegen … ihrer schlimmen Erkrankung … plötzlich richtig lebte. Intensiv, voller Kraft und für mich unsagbar inspirierend.
Und ich habe ihr und mir im Stillen versprochen, dass ich es ab sofort genauso mache. Weil ich es kann – und weil ich es darf. Und weil ich nicht weiß, wann meine Blütezeit endet. Das ist eine Erkenntnis, die mich hat aufblühen lassen. Und euch vielleicht auch – wenn ihr euch bewusst macht, dass wir alle nur dieses eine Leben haben – und nicht wissen, wann es endet ♥
Damit wünsche ich euch einen schönen Donnerstag und schicke euch einen lieben Gruß aus dem Garten (in dem bisher nur ein paar Gänseblümchen und die Tulpen in der Vase blühen). 🌸 Bis bald 🫶
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