Antje und das Geisterschiff 💚

Veröffentlicht am 14. Mai 2026 um 09:12

Guten Morgen liebe Leserinnen und liebe Leser ❤️ Ich hoffe, es geht euch gut und ihr hattet schöne Tage. Und damit melde ich mich zurück von einer kleinen Reise, die mittlerweile schon fast so etwas wie eine lieb gewonnene Tradition geworden ist. Von Montag bis Mittwoch war ich nämlich gemeinsam mit meiner Freundin und einem Arbeitskollegen, der inzwischen längst ein echter Freund geworden ist, in Bad Windsheim im wunderschönen Franken zum Wellness (oder auch "All you can est and drink")😉

Ich glaube ja, dass genau solche Traditionen wichtig sind. Diese kleinen festen Inseln im Jahr, auf die man sich freut und von denen man schon vorher weiß, dass sie der Seele guttun werden.

„Das Glück besteht nicht darin, dass du tun kannst, was du willst, sondern darin, dass du immer willst, was du tust.“
– Lew Tolstoi

Wobei unser Start wettertechnisch eher… sagen wir mal… norddeutsch war. Es hat geregnet. Nicht ein bisschen, sondern richtig. Und ich habe mich sehr spontan gefragt  „Warum habe ich eigentlich Sommerkleider eingepackt?. Aber nachdem ich in England neun Tage lang mehr Glück mit dem Wetter hatte als vermutlich sämtliche Wetter-Apps zusammen vorausgesagt hätten, wollte ich mich nicht beschweren. Irgendwann gleicht das Leben solche Dinge wohl einfach wieder aus. Und Regen, Wind und Kälte konnten uns nicht von unserem Vorhaben abhalten. 

Unser erster Halt war Rothenburg und dort waren wir in einem urigen Gasthof essen, den ein Kollege empfohlen hatte. Solche Lokale mag ich ja sehr. Dunkles Holz, leicht schiefe Böden, ein bisschen Geschichte in den Wänden und dieses Gefühl, dass dort schon unendlich viele Menschen zusammengesessen, gegessen und das Leben besprochen haben. Außerdem gab es sehr leckeres Essen 😉

Nachdem wir uns ausreichend gestärkt hatten, ging es weiter nach Bad Windsheim ins Wellnesshotel. Drei Einzelzimmer, Bademäntel und erstmal ein Getränk an der Bar, bevor der Wellnessbereich mit jeder Menge warmem Wasser auf uns gewartet hat. Wir haben ausgiebig geplanscht, entspannt und genossen. Und ich habe im Salzsee meinem Ruf als Antje (googelt das ruhig mal 😉) alle Ehren gemacht. Salzwasser und ich werden vermutlich nie eine echte Symbiose eingehen. Aber man kann ja nicht alles können 🤣

Abends wartete dann das Menü aus unserem Arrangement auf uns. Bis dahin war alles genau so, wie es sein sollte. Und dann reichte ein einziger Moment, um einem wieder bewusst zu machen, wie schnell sich Leichtigkeit verändern kann. Wie fragil manches ist. Und wie dankbar man sein darf, wenn am Ende alles gut ausgeht. Mehr möchte ich dazu gar nicht schreiben. Nur vielleicht so viel: Diese Tage haben mir mal wieder gezeigt, dass gemeinsame Zeit eben nicht selbstverständlich ist - im Gegenteil. 

Ich glaube ja sowieso, dass wir oft vergessen, wie dankbar wir für jeden Tag und für jede gemeinsame, unbeschwerte Zeit sein können. Und dass Menschen meistens viel mit sich herumtragen. Sorgen, Gedanken, Ängste, Erschöpfung oder Themen, die man von außen überhaupt nicht sieht. Manche Menschen lachen laut und kämpfen trotzdem leise irgendwo in sich drin. Und manchmal sitzen wir mit Menschen am Tisch, trinken Wein, lachen über irgendeinen Quatsch und merken gar nicht, wie wichtig genau dieser Moment vielleicht gerade ist.

Mir ist jedenfalls wieder bewusst geworden, wie heilsam gute Gespräche sein können. Dieses ehrliche Reden bis spät abends. Zuhören. Sich gegenseitig erzählen, was einen beschäftigt. Ohne ständig aufs Handy zu schauen oder nebenbei irgendetwas anderes zu tun. Einfach Zeit miteinander verbringen. Richtig. Und ich glaube, genau das ist am Ende oft viel wertvoller als alles andere.

Der nächste Tag verlief dann etwas ruhiger als ursprünglich geplant. Wir haben spontan einen kleinen Ort in der Nähe besucht, sind durch den Kurgarten gelaufen und haben die Orangerie angeschaut. Und ehrlich gesagt hat mich das alles sehr an England erinnert. Dieses viele Grün, die gepflegten Anlagen, die alten Gebäude und diese angenehme Ruhe. Da können wir hier durchaus mithalten.

Danach stand noch eine Runde in der Therme auf dem Programm. Ich möchte an dieser Stelle allerdings erneut erwähnen, dass Salzwasser aus mir keine elegante Meerjungfrau macht. Eher eine leicht angeschlagene Fregatte mit Orientierungsschwierigkeiten. Und dieses Mal war ich in Begleitung eines Geisterschiffes mit Badeanzug. Und wir haben sehr gelacht und uns mal wieder davon überzeugt, dass wir das sehr gut können - auch bei Regenwetter. 

Abends ließen wir den Tag gemütlich ausklingen und schafften das Abendessen dieses Mal erfreulicherweise ganz ohne besondere Vorkommnisse. Und gestern ging es dann wieder nach Hause. Natürlich bei Regen - aber trotzdem mit vielen Sonnenstrahlen im Gepäck. ❤️

Mein Garten hat die letzten Tage Übrigens offenbar genutzt, um endgültig den Übergang vom Kleingarten zum Regenwald einzuleiten. Ich bin relativ sicher, dass die Brombeeren und der Wein inzwischen  konkrete Pläne für die Übernahme der Weltherrschaft geschmiedet haben...

Und während ich auf meiner Lieblingsbank gesessen und dem Regen zugeschaut habe, habe ich festgestellt, dass Wellness erstaunlich anstrengend sein kann. Dieses viele Entspannen, Essen und Trinken erschöpft mich offenbar nachhaltig. Aber macht nebenbei auch ziemlich glücklich. Was auch ein Grund dafür ist, dass der nächste Aufenthalt bereits gedanklich geplant ist. Und dann... bekam ich zum Abschluss des Tages noch eine Nachricht, die mich wirklich sehr gefreut hat ❤️

Und heute ist Vatertag. Und ihr wisst sicher bereits, dass ich glücklicherweise nicht nur die beste Mama, sondern auch den besten Papa der Welt habe. Wobei mein Papa diesen Tag vermutlich am liebsten würde ausfallen lassen. Er hat nämlich keinerlei Interesse an Geschenken, großem Trubel oder Aufmerksamkeit. Sein Wunsch für heute lautet deshalb schlicht: gemeinsam essen und Zeit miteinander verbringen.

Und auch wenn ich heimlich ein kleines Geschenk schön gefunden hätte, soll man Wünsche ja erfüllen. Deshalb werden wir genau das machen. Und ich freue mich sehr darauf. Während ich gleichzeitig auch an all die Menschen denke, die keinen Papa mehr haben, mit dem sie diesen Tag verbringen können. Oder vielleicht nie einen hatten, der wirklich da war. Ich glaube, solche Tage sind nicht für alle leicht.

Umso wichtiger ist es vermutlich, dankbar zu sein für die Menschen, die wir haben. Und ihnen Zeit zu schenken. Solange wir es können. Denn am Ende bleibt genau das. Die Gespräche. Das gemeinsame Lachen. Das Gefühl, nicht allein zu sein. Und die vielen kleinen Momente, aus denen sich irgendwann still und heimlich ein glückliches Leben zusammensetzt.

Ich wünsche euch einen schönen Tag, viel Spaß bei allem, was ihr vorhabt und jede Menge Sonnenschein im Herzen 💛

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