"Glück ist nicht etwas, das fertig geliefert wird. Es entsteht durch unser eigenes Handeln.“ Dalai Lama
Guten Morgen liebe Leserinnen und liebe Leser 🩷 Gestern gab es ausnahmsweise wirklich nichts zu erzählen.. Das kommt durchaus mal vor. Donnerstag und Freitag waren einfach zwei ganz normale Arbeitstage im Garten-Homeoffice ohne besondere Vorkommnisse. Manchmal ist genau das die Geschichte eines Tages – und das ist auch völlig in Ordnung.
Jetzt sitze ich mit meinem Morgenkaffee auf der Lieblingsbank und genieße die frische Luft. Die Vögel zwitschern, der Garten wacht langsam auf und ich merke, wie die Vorfreude immer größer wird. Denn heute geht es wieder nach Düsseldorf. Dieses Mal zum zweiten Konzert der Toten Hosen, das ich dieses Jahr erleben werde. Die Toten Hosen in ihrer heiß geliebten Heimatstadt umringt von tausenden Menschen, die jede Zeile mitsingen. Und ich werde mittendrin stehen und ganz bestimmt auch mitsingen 😉
Ich freue mich jetzt schon auf die Musik, auf diese ganz besondere Stimmung und wahrscheinlich auch auf den einen oder anderen Gänsehautmoment. Wer hier schon länger mitliest, weiß schließlich, welchen festen Platz die Toten Hosen inzwischen in meinem Leben haben und wie gerne ich Konzerte besuche...
Mindestens genauso sehr freue ich mich aber auf morgen. Denn morgen ist ein ganz besonderer Feiertag. Nicht im Kalender, sondern für mich. Morgen feiern mein Garten und ich unseren siebten Jahrestag. ❤️
Sieben Jahre. Wenn ich diese Zahl lese, kann ich es selbst kaum glauben. Sieben Jahre voller Blümchen, Hochbeete, Rückschläge, Erfolgserlebnisse, Muskelkater, neuer Ideen, Gurkenwasser, Morgenkaffees auf der Lieblingsbank, unzähliger Fotos, noch mehr Geschichten und vor allem unendlich vieler kleiner Glücksmomente.
Und deshalb möchte ich heute einmal kurz zurückreisen. Zum 4. Juli 2019 - einem heißen Sommertag. Zu einer Kerstin ohne Garten. Zu einer Zeit, in der ich mein Glück noch gesucht habe... Damals war ich fest davon überzeugt, dass das Glück irgendwann kommt. Dass erst noch etwas passieren muss. Dass ich nur lange genug suchen müsste. Mein Leben fühlte sich irgendwie falsch an. Ich arbeitete viel, grübelte noch mehr und freute mich jede Woche auf das Wochenende. War unruhig und zuweilen wirklich unglücklich. Ich konnte nicht still sitzen, war selten entspannt und irgendwie war mir klar, dass sich etwas ändern musste.
Ich ahnte noch nicht, dass nur einen Tag später ein kleiner, ziemlich kahler Kleingarten mein Leben komplett verändern würde. Eigentlich wollte ich nur ein bisschen Grün, eine Möglichkeit, draußen sitzen zu können.
Bekommen habe ich einen Ort, der zu meinem Zuhause geworden ist. Einen Platz, an dem ich gelernt habe, dass Tomaten nicht immer machen, was man möchte. Dass Rosen manchmal ihren eigenen Kopf haben. Dass Schnecken einen erstaunlich schlechten Geschmack besitzen. Dass Maulwürfe echte Persönlichkeiten sein können. Und dass selbst ein kleiner Pool Stoff für unzählige Geschichten liefern kann.
Vor allem aber habe ich gelernt, dass Glück selten mit Pauken und Trompeten vor der Haustür steht. Es kommt oft ganz leise. Mit einer ersten Blüte. Mit einer Taube, die plötzlich zum Teil der Familie wird. Mit einem Schmetterling, der sich genau im richtigen Moment auf eine Blume setzt. Mit einer Tasse Kaffee am frühen Morgen auf der Lieblingsbank. Mit Menschen, die diesen Garten mit Leben füllen. Mit Erinnerungen, die bleiben.
Wenn ich heute auf diese sieben Jahre zurückblicke, dann denke ich nicht an perfekt gemähte Rasenflächen oder besonders gelungene Beete. Ich denke an Olga und Oleg, Egon, Speedy und... an Hairbert. An Grillfeste. An lange Sommerabende. An Regentage. An Sonnenaufgänge.
An Gespräche, Lachen und auch an die Tränen, die hier ihren Platz haben durften. Und ich denke daran, was mir dieser Garten geschenkt hat. Geduld. Gelassenheit. Vertrauen, dass nach jedem Winter wieder etwas wächst. Den Blick für die kleinen Dinge. Die Fähigkeit, einen Moment wirklich zu genießen. Freundschaften, die mein Leben bereichern. Den Mut, auch allein neue Wege zu gehen. Und einen Ort, an dem ich immer wieder bei mir selbst ankomme.
Damals dachte ich, ich hätte einen Garten gefunden. Heute weiß ich, dass der Garten eigentlich mich gefunden hat. Vielleicht habe ich das Glück damals gar nicht gesucht. Vielleicht hat es längst auf mich gewartet. Hinter einem kleinen Gartentor.
Und deshalb werde ich morgen nicht nur den Geburtstag meines Gartens feiern. Sondern auch sieben Jahre voller Erinnerungen, Begegnungen und Geschichten, die ohne diesen kleinen Fleck Erde niemals entstanden wären. Sieben Jahre voller Glück 🩷
Manchmal verändert ein Garten eben nicht nur ein Stück Land. Manchmal verändert er ein ganzes Leben. Und dafür bin ich von Herzen dankbar.
Jetzt werde ich mir den Gartenschlauch schnappen und mich um meine Pflanzen kümmern. Und dann... packe ich mein Köfferchen und starte ins nächste Abenteuer. Und wenn heute Nacht der neue Tag beginnt... werde ich in Gedanken ein kleines Feuerwerk zünden und mich an das Gefühl erinnern, wie ich zum ersten Mal durch das Tor des Gartens 107 ging und das Glück gefunden habe 🌸
Habt einen schönen Tag und lasst es euch gut gehen. Bis bald 🫶
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