„Entfernung entsteht nicht dort, wo Wege weit sind, sondern dort, wo Herzen sich nicht mehr erreichen.“
Guten Morgen liebe Leserinnen und liebe Leser 🩷 Heute starten wir etwas nachdenklicher in den Tag Das ist vielleicht nicht unbedingt der perfekte Beginn für diesen Freitag den 13... aber ein notwendiger. Denn ich möchte meine Gedanken zu einem Thema mit euch teilen, über das ich in letzter Zeit intensiv nachgedacht habe. Und das mich auch heute nachdenklich stimmt.
Vielleicht habt ihr euch ja auch schonmal gefragt, wie Nähe entsteht - und warum sie manchmal wieder verschwindet? Wie es passieren kann, dass eine tiefe Verbindung sich ohne offensichtlichen Grund plötzlich auflöst? Und vielleicht auch, was das alles mit Distanz zu tun hat. Nun, genau diese Fragen habe ich mir gestellt und ein paar Antworten gefunden.
Zuerst aber habe ich meinen Freund Google befragt, was man unter Nähe eigentlich versteht. Hier seine Antworten: Nähe ist gleichbedeutend mit geringer Entfernung. Nähe zwischen zwei Menschen ist jedoch mehr als körperliche Anwesenheit, mehr als Small Talk und oberflächliche Begegnungen. Sie ist das tiefe Gefühl, wirklich gesehen und gehört zu werden. Eine solche Nähe entsteht dann, wenn zwei Menschen den Mut haben, sich zu zeigen, wie sie wirklich sind – ungeschminkt, verletzlich, authentisch.
Für mein Gefühl wird Nähe zwischen Menschen oft mit räumlicher Nähe verwechselt. Weil wir glauben, dass Verbindungen wachsen, wenn Menschen sich regelmäßig begegnen und Zeit miteinander verbringen. Ich glaube, dass das alleine keine Nähe stiften kann. Und habe auch bereits mehrmals das genaue Gegenteil erlebt. Ich habe erlebt, dass auch über die Entfernung von mehreren hundert Kilometern echte Nähe entstanden ist, die Bestand hat.
Und glaube deshalb, dass auch oder gerade dann, wenn uns eine räumliche Distanz trennt und wlr uns nicht regelmäßig persönlich begegnen können, eine besondere Form von Nähe und Verbundenheit entstehen kann.
Denn wenn keine Möglichkeit besteht, sich zu treffen, bekommt jedes Wort ein anderes Gewicht. Gespräche werden bewusster geführt, Gedanken sorgfältiger formuliert, Gefühle offener ausgesprochen. Die Entfernung zwingt uns quasi dazu, uns auf das Wesentliche zu konzentrieren — auf das, was gesagt, gedacht und gefühlt wird. Nähe entsteht dann nicht durch gemeinsame Orte, sondern durch geteilte Gedanken und Gefühle. Sie lebt von Aufmerksamkeit und dem Wunsch, einander wirklich zu verstehen und sich gegenseitig nahe zu sein.
Die Distanz schafft also einen Raum, in dem eine Beziehung nicht selbstverständlich ist, sondern aktiv am Leben gehalten wird. Ähnlich wie eine Pflanze, um die wir uns kümmern und die wir beschützen.
Gerade weil das Gegenüber nicht einfach erreichbar ist, gewinnt die Verbindung also an Bedeutung - denn sie ist eben nicht selbstverständlich. Sie wird zu einer Entscheidung, die immer wieder neu getroffen wird. Man kann sich also trotz räumlicher Distanz im Herzen sehr nahe sein.
Aber wie meistens gibt es auch hier eine Schattenseite. Die findet sich dort, wo trotz räumlicher Nähe eine Distanz zwischen zwei Herzen entsteht. Denn fehlende räumliche Distanz kann auch eine trügerische Sicherheit erzeugen. Wenn Begegnungen jederzeit möglich wären, verlieren sie manchmal ihre Dringlichkeit und damit an Bedeutung. Man verschiebt das Treffen auf später, verlässt sich auf die bloße Möglichkeit, statt die tatsächliche Nähe zu suchen. Und so entsteht dann über die Zeit eine Entfernung, die weitaus größer ist, als man es in Kilometern ausdrücken könnte.
Entfremdung wächst nämlich nicht aus Distanz allein, sondern aus dem Verzicht auf Begegnung und durch Gleichgültigkeit. Wo Menschen sich nicht treffen und gegenseitig fühlen, obwohl sie es könnten, entsteht eine stille Leere. Ein Raum ungelebter Nähe, unausgesprochener Gedanken, Gefühle und ungenutzter Zeit.
Vielleicht sagt das etwas Wichtiges über menschliche Beziehungen: Nähe ist weniger eine Frage des Ortes, als eine Frage der Haltung. Sie entsteht dort, wo Aufmerksamkeit, Offenheit und gegenseitiges Interesse lebendig bleiben — unabhängig davon, ob Menschen durch Kilometer getrennt sind oder nur durch einen gefühlten Abstand im selben Raum.
So kann Distanz Nähe hervorbringen, wenn sie bewusst überbrückt wird. Und unmittelbare Nähe kann zur Entfernung werden, wenn sie als selbstverständlich gilt. Am Ende entscheidet also nicht die Entfernung zwischen zwei Menschen über ihre Verbundenheit, sondern die Bereitschaft, einander wirklich zu begegnen.
Und damit kommen wir zu meinem absolut un-närrischen Donnerstag, den ich mehr oder weniger ausschließlich im Garten verbracht habe. Inklusive ausgiebigem Homeoffice und komplett ohne Verkleidung. Als Zugeständnis an die besondere Jahreszeit und den nahenden Frühling... habe ich allerdings zumindest ein bisschen Deko angezogen 🤣 Und mich über meine Schneeglöckchen gefreut, mit denen meine Oma (wie jedes Jahr) pünktlich ihre Grüße geschickt hat ❤️
Jetzt wünsche ich euch einen schönen Freitag mit ganz viel Spaß bei allem, was ihr vorhabt. Ich werde ihn ganz bestimmt haben und euch bei Gelegenheit davon erzählen. Liebe Grüße und bis bald 🌸
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