Schnittstellen...

Veröffentlicht am 19. Februar 2026 um 06:52

Guten Morgen liebe Leserinnen und liebe Leser und herzlich willkommen in der Fastenzeit 😉 Die hat ja offiziell gestern begonnen und deshalb habe ich gleich damit angefangen. Allerdings nicht bei mir, sondern bei meinen Pflanzen. Was allerdings auch nicht wirklich angenehm war. Aber dazu kommen wir später. 

Zuerst möchte ich offiziell festhalten, dass mir das aktuelle Wetter absolut überhaupt gar nicht gefällt. Und damit bin ich sicher nicht alleine ... da gestern aber mein vorletzter freier Mittwoch war, habe ich ihn trotzdem im Garten verbracht. Und zwar komplett und wirklich im Garten  - also draußen. Trotz Kälte und immer wiederkehrender Regenschauer. Es war kein freundliches Wetter, aber es hat mich nicht aufgehalten. Denn es gab einiges zu tun. Und das war auch der Grund dafür, warum ich meinem Mittwochmotto nicht ganz nachkommen konnte. 

Ich musste mich darum kümmern, ein paar "Schnittstellen" herzustellen. Denn in vielen Fällen muss das passieren, bevor der neue Austrieb beginnt. Und deshalb legte ich gleich nach dem Morgenkaffee los. Ich habe dabei alle Scheren benutzt, die ich besitze... die Astschere, Gartenschere, Heckenschere und einen kleinen Seitenschneider... mit Regenjacke und Handschuhen bewaffnet habe ich zuerst die Rispenhortensie geschnitten, dann sehr viel wilden Wein - der auch in diesem Jahr wieder zeigt, warum er so heißt... Danach ging es dem Schmetterlingsflieder an die Triebe und auch mein Zitronenbäumchen kam nicht ungeschnitten davon. 

Das klingt jetzt vielleicht entschlossen und radikal... ist mir aber wirklich nicht leicht gefallen. Denn das tut es nie. Im Gegenteil-  es tut mir jedes Mal ein wenig in der Seele weh, selbst dann, wenn ich weiß, dass es notwendig ist. Aber das Thema hatten wir ja gestern erst. Und ihr wisst bereits, dass ich ungern Abschied nehme. Was auch für Pflanzenteile gilt 😉 Aber was muss, das muss. 

Und manchmal fühlt sich mein Garten wie eine einzige Schnittstelle an. Zwischen dem, was wachsen darf, und dem, was zu viel geworden ist. Zwischen dem, was bleibt, und dem, was gehen muss. Es sind keine leichten Entscheidungen. Aber sie wollen getroffen werden. Denn es sollen sich ja möglichst alle im Garten wohlfühlen - was mich einschließt. Und ich habe es gerne etwas wild, aber auch schön 😉

Und Gartenarbeit entspannt mich tatsächlich, macht mir immernoch Spaß. Sogae dann, wenn es anstrengend ist, die Hände kalt werden und der Regen wieder glaubt, mich ärgern zu können. Und... wenn mein Körper daran erinnert,  dass wir nicht mehr ganz so jung sind... Heute Morgen merke ich das deutlich: Mein Rücken beschwert sich und meine rechte Hand hat Muskelkater. Offenbar habe ich gestern sehr überzeugt gearbeitet. Und tatsächlich richtig viel. Denn wenn man mal angefangen hat, geht's meistens erst richtig los  ... dann wollen Vögel Futter, Pflanzen Wasser, der Ofen eine neue Gasflasche...  

Meine Palme brauchte zwischendurch besondere Aufmerksamkeit. Der Frost hatte ihr nämlich ziemlich zugesetzt. Und der Schutz, der das eigentlich hätte verhindern sollen....hat nicht nur nicht geholfen, sondern zusätzlichen Schaden angerichtet. Das Herz hatte dank jeder Menge Staunässe nämlich angefangen zu faulen. Mit  guter Anleitung von Chatty und viel Hoffnung habe ich ihr dann erste Hilfe geleistet. Und jetzt heißt es abwarten. Und vertrauen.

Im Gewächshaus habe ich dann Osterglocken entdeckt. Wunderschön gelb. Fast fertig. Ihrer Zeit deutlich voraus. Ich habe den Topf mitgenommen und so platziert, dass ich sie ab sofort beim Morgenkaffee sehen kann. Und auch sonst. Von meiner Lieblingsbank aus. Manchmal darf man das Glück ruhig ein kleines Stück näher zu sich holen.

Der Garten sieht jetzt offener aus. Noch nicht schön, vielleicht ein wenig nackt. Aber es fühlt sich richtig an. Und dieses Gefühl nehme ich mit in den neuen Tag. Genau wie das meiner Meinung nach sehr passende Zitat von Antoine de Saint-Exupéry:

„Perfektion ist nicht dann erreicht, wenn man nichts mehr hinzufügen, sondern wenn man nichts mehr weglassen kann.“

Habt einen schönen Tag und vielleicht... wollt ihr ja heute ein paar Pflanzen schneiden 😉

 

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