„Wer loslässt, hat beide Hände frei.“ - Laotse
Guten Morgen liebe Leserinnen und liebe Leser 💚 Vielleicht habt ihr schon mitbekommen, dass ich mich für kuriose Feiertage interessiere. Was das angeht, sind die USA ziemlich inspirierend. Denn dort gibt es für so ziemlich alles einen Feiertag. Heute mal wieder einen etwas sonderbaren:
Den „National Get Over It Day“, bei uns würde man wohl sagen: den „Finde-dich-damit-ab-Tag“. Er wird jedes Jahr am 9. März gefeiert und hat eine überraschend einfache Botschaft: Manche Dinge werden nicht besser, wenn man länger darüber grübelt. Manchmal hilft nur, sie loszulassen...
Ich finde ja, dass das vielleicht ein relevanter Aspekt sein könnte, wenn man sich auf der Suche nach dem Glück befindet. Sogar - oder besonders - dann, wenn man eine bekennende Analystin, Grüblerin und "Über-Denkerin" ist, die ein ziemlich gutes Gedächtnis und einen Hang zum Festhalten hat...
Als ich von diesem Tag gelesen habe, hatte ich sofort ein Bild im Kopf, das vielleicht am besten zeigt, was er uns sagen will:
Stellt euch vor, ihr steht am Abend noch einmal kurz im Garten. Eigentlich wolltet ihr nur schnell schauen, ob alles in Ordnung ist. Ein kleiner Rundgang, mehr nicht.
Die Luft ist kühl, irgendwo raschelt es im Laub, und während ihr so durch die Beete schaut, bleibt euer Blick an einer alten Blüte hängen. Sie hat ihre beste Zeit hinter sich, die Farbe ist verblasst, die Blätter wirken müde und traurig. Natürlich könnte man sie trotzdem noch eine Weile stehen lassen. Sie stört ja nicht wirklich. Aber dann wärt ihr bei ihrem Anblick jedes Mal traurig und die Pflanze müsste unnötige Kraft aufbringen. Deshalb nehmt ihr sie dann doch vorsichtig zwischen die Finger und zupft sie ab. Nicht aus Ungeduld, sondern weil ihr wisst: Wenn das Alte gehen darf, bekommt das Neue wieder Platz.
Genau das funktioniert vermutlich auch bei uns Menschen. Und heute ist der Tag, der uns bewusst machen soll, dass es Dinge gibt, die man einfach loslassen darf. Weil ihre Zeit vorüber ist und sie uns nur traurig machen würden, wenn wir sie immer wieder vor Augen haben:
Vielleicht einen alten Ärger. Vielleicht eine Enttäuschung Vielleicht auch nur einen Gedanken, der sich schon viel zu lange im Kreis dreht. Und vielleicht auch einen Wunsch, der trotz aller Bemühungen nicht in Erfüllung gegangen ist.
Man nimmt ihn noch einmal in die Hand, schaut ihn sich kurz an – so wie diese alte Blüte – und lässt ihn dann los. Auch wenn das zuweilen schwer fallen mag und vielleicht etwas Übung braucht. Genau wie das mit dem Garten. Da weiß man ja: Wenn man Verblühtes entfernt, sammelt die Pflanze neue Kraft. Man nennt das sogar Ausputzen. Ein schönes Wort eigentlich. Vielleicht bräuchten wir das manchmal auch im Kopf. 😉
Der „Finde-dich-damit-ab-Tag“ erinnert also ein bisschen daran, dass wir unsere Energie besser in Dinge stecken, die uns guttun. In Gespräche, die leicht sind. In Menschen, die bleiben. In kleine Momente, die glücklich machen.
Oder wie Epiktet einmal gesagt hat:
„Es sind nicht die Dinge selbst, die uns beunruhigen, sondern unsere Gedanken über die Dinge.“
Vielleicht ist dieser kuriose amerikanische Feiertag also gar nicht so kurios. Vielleicht ist er einfach eine kleine Einladung, den inneren Rechen einmal durch den Kopf zu ziehen, das alte Laub beiseite zu schieben und Platz zu machen. Für neue Gedanken und für frische Luft.
Davon hatte ich gestern übrigens jede Menge ☀️ Und zusätzlich sehr viel wunderschönen Sonnenschein, starken Kaffee, Pfannkuchen am Morgen, ein leckeres Mittagessen und eine schöne Zeit bei meinen Eltern... Besuch von einem Eichhörnchen, jeder Menge Vögelchen, Schmetterlinge und Hummeln...
Und ganz nebenbei habe ich noch ein paar Hortensien geschnitten und 2 Quadratmeter Beet von Unkraut befreit (was deutlich mehr Arbeit war, als es sich gerade anhört 😉).
Alles in allem bin ich also mit dem Sonntag zufrieden und schaue jetzt mal, was der Montag bringen wird. Sonnenschein scheint schonmal dabei zu sein 💕 Habt einen schönen Tag und einen guten Start in die Woche 🫶
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