Farben - froh 💛

Veröffentlicht am 3. April 2026 um 10:28

"Es gibt keine grauen Tage – nur Tage, an denen wir die Farben nicht sehen.“ – Marc Aurel

Guten Morgen liebe Leserinnen und liebe Leser 🩷 Heute ist Karfreitag. Und auch, wenn ich mich in all den Jahren immernoch nicht so richtig entschieden habe, ob ich an die Dinge glauben kann, die laut Bibel vor über 2000 Jahren passiert sein sollen, ist es irgendwie ein besonderer Tag. Ein stiller und ein nachdenklicher. Er hat - Dank einer ausgiebigen Schlafeinheit - etwas später begonnen, als übliche Freitage. Aber der Rest ist eigentlich wie immer. 

Ich sitze hier auf meiner Lieblingsbank, die Sonne blitzt immer mal wieder zwischen den Wolken hervor , die Vögel zwitschern und ich freue mich über den Ausblick. Gleichzeitig sind da aber diese Gedanken, die sich in den letzten Tagen immer mal wieder dazusetzen, ohne gefragt zu haben. Zum Glück trinken sie aber keinen Kaffee 😉

Was ist nur los mit dieser Welt? Oder besser gesagt mit den Menschen, die sie bewohnen? Woher kommt all der Krieg, der Hass und dieses Gegeneinander? Fragen, auf die es vermutlich keine klaren Antworten geben kann. Aber auch Fragen, die traurig machen. Weshalb ich seit Jahren eine Strategie verfolge: möglichst wenig Nachrichten schauen, damit ich möglichst wenig nachdenken muss...

Das klappt aber leider nicht immer und ist in Zeiten von Facebook, Instagram und Co. auch nicht immer möglich. Und so kommt man gar nicht umhin, das ein oder andere in den Kopf zu lassen - ob man möchte oder nicht...

So auch gestern, als ich dem Gründonnerstag alle Ehre gemacht habe. Nicht im großen Sinne, sondern ganz klein, ganz bei mir und in meinem Garten. Nach dem Homeoffice habe ich erstmal ein Päuschen auf der Lieblingsbank genossen. Dann bin ich durch meinen Garten gegangen, habe gerückt, dekoriert, ein bisschen verschönert. Flamingo-Ingo durfte aus dem Gewächshaus ausziehen, mein hängender Lieblingsplatz steht wieder unter dem Pfirsichbaum... der Tisch wartet auf der Wiese auf Gäste - streng bewacht von Oli, der wie immer fröhlich lächelt. 

Die bunte Osterdeko durfte zum Teil raus, weitere Blümchen haben ihren Platz gefunden und irgendwie hat sich alles gefügt. Zu meinem kleinen, bunten und friedlichen Paradies. In dem eigene Regeln herrschen und wo Hass, Streit und Krieg keinen Zutritt haben. Zu einem Ort, der anders ist und an dem es egal ist, was außerhalb passiert. Zumindest fast.

Denn während ich heute hier sitze, denke ich - mal wieder - über die Welt nach. Über das, was passiert. Über das, was sich wiederholt. Und ich hatte diesen Gedanken: Wenn das alles wirklich so war, vor über 2000 Jahren… was würde Jesus wohl heute zu uns sagen? Ein schwerer Gedanke.

Und vielleicht genau deshalb habe ich für mich einen Weg gefunden, damit umzugehen. Ich bin farben-froh geworden.

Ich habe mir hier in meinem kleinen Garten einen Ort geschaffen, an dem es mir gut geht. Einen Ort, an dem ich sein kann, wie ich bin. Einen Ort, an dem die Welt draußen bleibt – zumindest für einen Moment.

Und plötzlich sind es die kleinen Dinge, die zählen. Die roten Tulpen, die sich der Sonne entgegenstrecken🩷 Die zarten weißen Blüten, die ganz leise ihren Auftritt haben. Und dieses kleine lächelnde Deko-Männchen, das einfach nur dasteht, als würde es sagen: „Ist doch eigentlich alles gut.“

Und ich habe gemerkt, wie ruhig es in mir wird. Nicht, weil draußen alles gut ist. Sondern weil ich mir erlaube, dass hier drinnen – in meinem kleinen Garten und vielleicht auch ein bisschen in mir – einfach mal Ruhe ist. Und vielleicht ist das gar nicht naiv. Vielleicht ist es genau das, was wir brauchen. Und ich finde, dass alle so einen farben-frohen Ort haben sollten. 

Überlegt doch einmal, wo euer „farbenfroh“-Ort ist. Ein Platz, an dem ihr durchatmen könnt. An dem ihr euch sicher fühlt. An dem ihr einfach sein dürft. Und wenn es keinen Garten gibt – dann vielleicht einen anderen Ort. Oder einen im Kopf. Ein Gedanke. Eine Erinnerung. Ein innerer Ort, an den ihr jederzeit zurückkehren und die Welt draußen lassen könnt. 

Denn manchmal reicht genau das, um trotz all der traurigen und beängstigenden Dinge glücklich zu sein. Denn genau in diesen Momenten liegt es ja – dieses kleine Glück.

Ich wünsche euch einen schönen Karfreitag und viele kleine, schöne Momente nur für euch 🩷

Eure Kerstin

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