Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser 🩷
„Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit Radius Null – und das nennen sie ihren Standpunkt.“ – Albert Einstein
Heute steigen wir mal mit einem etwas gewagteren Zitat in den Tag. Eines, das perfekt zu meinem Dienstag passt. Nicht, weil etwas besonders laut gewesen wäre. Sondern eher, weil es auf eine gewisse Art… beeindruckend war. Im Sinne von: erstaunlich. Faszinierend. Und ein kleines bisschen unerquicklich. Was ich ja bekanntlich aus Gründen begrüße. Zu Übungszwecken quasi...
Es gab da diesen Moment. Einer von denen, die man nicht im Detail erzählen muss, um zu verstehen, was gemeint ist. Deshalb halte ich es aus Datenschutzgründen auch recht allgemein.
Menschen ziehen Grenzen. Ganz klare Linien. Nicht, weil sie nötig wären. Sondern einfach, weil sie gezogen werden wollen. Und plötzlich geht es nicht mehr um die Sache. Nicht mehr um das, was eigentlich vor uns liegt. Sondern darum, Recht zu behalten. Sich abzugrenzen. Das eigene kleine Feld zu verteidigen.
Ich habe mich dabei gefragt, wie eng es sich eigentlich anfühlen muss, wenn der eigene Radius so klein ist, dass kaum noch Platz für etwas anderes bleibt. Wenn man sich permanent nur um sich selbst dreht... Und gleichzeitig passiert etwas Merkwürdiges: Diese Enge wird nicht als Enge wahrgenommen. Sondern als Klarheit, als Stärke. Und manchmal sogar als Sieg. Dabei wirkt es von außen oft einfach nur… klein...
Und weil das Wort "klein" quasi die perfekte Steilvorlage war... schweife ich kurz ab und erzähle euch, warum meine liebe kleine Olga auf dem Foto so schlecht gelaunt ist: aus demselben Grund, aus dem ich momentan ein bisschen schlecht gelaunt bin: wegen des Wetters. Oder, um es beim Namen zu nennen: wegen Petrus, dem Spielverderber.
Der hat uns gestern wieder gezeigt, welche Sorten Wetter er kann und den Fokus ganz deutlich auf ekelig gelegt. Zwischendurch hat er Olga und mich sogar verhauen mit diesen riesigen gefrorenen Regentropfen. Was Olga dazu gesagt hätte, werden wir zum Glück nie herausfinden. Ihr Blick spricht allerdings Bände...
Aber kommen wir zurück zum eigentlichen Thema. Nachdem ich gestern einen relativ entspannten Arbeitstag im Garten-Homeoffice abgeschlossen hatte saß ich auf der Lieblingsbank und scrollte mich durch die Nachrichten. Dabei habe ich unzählige Meldungen zu dem armen Wal in der Ostsee gelesen.
Ein Tier, das schwimmt. Und eine Welt drumherum, die diskutiert, bewertet, sich positioniert. Auch da entstehen Lager. Meinungen. Grenzen. Und währenddessen macht der Wal einfach das, was er tut: Er schwimmt weiter - oder versucht es zumindest. Unbeeindruckt von all dem, was wir daraus machen.
Und vielleicht ist das der Punkt, der mich gestern so beschäftigt hat. Dieses Auseinanderdriften im Kleinen wie im Großen. Wie schnell aus einem Miteinander ein Gegeneinander wird. Wie schnell aus etwas Einfachem etwas Kompliziertes entsteht. Nicht, weil es schwierig ist – sondern weil Menschen mit Grenzen im Kopf es dazu machen.
Vielleicht wäre manches leichter, wenn wir den Kreis ein kleines Stück größer ziehen würden. Oder ihn einfach mal offen lassen. Vielleicht braucht es gar kein "ich gegen dich". Denn am Ende geht es doch oft nicht darum, wer gewinnt. Sondern darum, ob überhaupt jemand gewonnen hat.
„Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Raum. In diesem Raum liegt unsere Macht zur Wahl unserer Reaktion.“ – Viktor Frankl
Und vielleicht beginnt genau da etwas Entscheidendes: Bei der Frage, ob wirklich alles eine Reaktion verdient. In meinem speziellen Fall gestern verdient es die. Aber nicht unbedingt direkt. Und auch nicht unbedacht. Denn manchmal darf man nicht zulassen, dass Menschen mit einem sehr beschränken Radius den Radius ihrer Mitmenschen immer kleiner machen. Und dann braucht es Mut. Im Kleinen wie im Großen.
Ich wünsche euch heute einen Tag mit ein bisschen mehr Weite im Kopf. Und mit Momenten, die nicht einengen, sondern öffnen 🩷
PS: Den Spruch im Titelbild habe ich dieser Tage von einem lieben Kollegen bekommen. Ein schönes Kompliment, wie ich finde. Und das ich auf diesem Wege mit euch teilen wollte 😉
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