Der Wasserhahn und ich 😉

Veröffentlicht am 7. Mai 2026 um 08:05

Guten Morgen liebe Leserinnen und liebe Leser 🩷 Gestern war irgendwie ein ganz besonderer Tag. Keiner mit großen Ereignissen, keiner mit spektakulären Plänen, aber dafür ein Tag, an dem ich mich selbst überrascht habe. 

Ich habe ganz normal im Homeoffice gearbeitet, Kaffee getrunken, telefoniert, zwischendurch aus dem Fenster geschaut und dabei immer wieder auf dieses kaputte Wasserrohr gestarrt. Dieses Rohr, das seit einiger Zeit der Meinung war, Wasser müsse eher fontänenartig in alle Richtungen spritzen als einfach ordentlich aus dem Hahn laufen.
 
Und irgendwann hatte ich plötzlich diesen Gedanken: Ich versuche das jetzt einfach selbst. Ganz sicher nicht, weil ich Ahnung davon habe. Die habe ich nämlich nicht. Zumindest hatte ich sie bis gestern nicht. Sondern weil ich manchmal glaube, dass wir uns selbst viel zu oft einreden, bestimmte Dinge nicht zu können. Da gibt es diese unsichtbaren Kategorien im Kopf. Menschen, die Wasserleitungen reparieren können. Menschen, die mit Werkzeug umgehen können. Menschen, die „sowas eben können“. Und dann gibt es die anderen.
 
Und gestern hatte ich irgendwie keine Lust mehr, zu den anderen zu gehören. Also habe ich zusammen mit Chatty erstmal herausgefunden, was ich überhaupt brauche. Rohrdurchmesser messen, Verbinder aussuchen, überlegen, welches Werkzeug Sinn macht und wie das Ganze überhaupt funktioniert. Ich kam mir zwischendurch ein bisschen vor wie Bob der Baumeister im Garten. 
 
Nach Feierabend bin ich dann ins Bauhaus gefahren, habe meine vorbestellten Sachen abgeholt und bin mit Kupferrohr, Rohrschneider und leichtem Respekt vor der Situation in den Garten gefahren. Und dann stand ich da. Mit einem Rohrschneider in der Hand. Zum ersten Mal in meinem Leben.
 
Ich glaube, genau solche Momente sind wichtig. Nicht wegen eines Wasserrohrs. Sondern wegen dieses Gefühls, Dinge einfach mal auszuprobieren. Weil man als Erwachsene oft aufhört, Anfängerin zu sein. Man macht irgendwann nur noch das, was man ohnehin gut kann. Sicher, routiniert, ohne Risiko. Aber genau dabei gehen manchmal diese kleinen Erfolgsmomente verloren. Dieses „Oh wow, das habe ich wirklich selbst hingekriegt“.
 
Also habe ich geschnitten, geschraubt, gesteckt und zwischendurch immer wieder kritisch auf dieses Kupferrohr geschaut, als könnte es mir vielleicht ein Zeichen geben, ob das alles eine brillante Idee oder kompletter Wahnsinn ist. Und dann kam der Moment der Wahrheit.
 
Ich habe mit wirklich klopfendem Herzen die Hauptwasserleitung wieder aufgedreht. Erst vorsichtig. Dann noch ein kleines Stück weiter. Und plötzlich lief Wasser. Ganz normal, ganz friedlich, fast ein bisschen fröhlich. Und vor allem genau dahin, wo es sollte. Nach unten statt nach oben.
 
Ich kann euch gar nicht sagen, wie sehr ich mich darüber gefreut habe. Und wie stolz ich auf mich war.  Und in dem Moment war es völlig egal, dass das „nur“ ein Wasserhahn war. Weil es eigentlich um etwas ganz anderes ging. Um dieses schöne Gefühl, sich selbst überrascht zu haben. 
 
Während ich also noch ein bisschen stolz meine neue Wasserleitung angeschaut habe, kam mein Nachbar vorbei. Eigentlich nur kurz. Wie das eben immer so ist. Und plötzlich standen wir da zwischen Hecke, Wasserhahn und Werkzeug und haben uns komplett festgequatscht. Über dies und das, über Gärten, übers Leben und wahrscheinlich über alles gleichzeitig. Bis irgendwann langsam die Dunkelheit kam und ich gemerkt habe, wie spät es eigentlich schon geworden war.
 
Und als ich später gegangen bin, hatte ich dieses ganz warme Gefühl im Bauch, das man manchmal nach richtig guten Tagen hat. Nicht wegen etwas Großem, sondern wegen vieler kleiner Dinge zusammen.
 
Ein reparierter Wasserhahn. Ein bisschen Mut. Dreckige Hände.
Ein nettes Gespräch am Gartenzaun. Und die Erkenntnis, dass man manchmal viel mehr kann, als man sich selbst zutraut. 
 
In diesem Sinne wünsche ich euch einen schönen Donnerstag und schicke liebe Grüße von der Lieblingsbank 🩷
 

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Kommentare

Regina
Vor 2 Stunden

Ds hast du super gemacht. Frau traut sich und siehe da es klappt. Prima einen schönen Tag