Cornischer Regentanz 💚

Veröffentlicht am 6. Mai 2026 um 08:01

Guten Morgen liebe Leserinnen und liebe Leser,

gestern war ein Dienstag der ganz besonderen Art. Es hat nämlich geregnet. Zwar erst relativ spät, aber immerhin hat es geregnet, und ich glaube, sämtliche Pflanzen haben sich sehr darüber gefreut.

Ich mich im ersten Moment etwas weniger.

Denn ich hatte Besuch von meiner persönlichen Regen-Tänzerin und eigentlich hatte ich mir eine gemütliche Zeit im Garten in der Sonne mit ihr vorgestellt. Wobei es ja fast schon klar war: Wenn die Regen-Tänzerin kommt, dann braucht sie natürlich auch Regen.

Und den hat sie dann auch mitgebracht. Zusammen mit einem Regenschirm, einem fröhlichen Lächeln und jeder Menge guter Laune.

Also haben wir beschlossen, das zu tun, was wir beide schon mehrfach erprobt haben: im Regen zu tanzen. Diesmal eher sinnbildlich.

Wir saßen auf meiner Lieblingsbank, haben geredet, erzählt, was in den letzten Wochen so passiert ist, zuerst Kaffee getrunken und später ein sehr spezielles Gurkenwasser. Nämlich mit einem Gin, den ich aus der Gin-Destillerie in England mitgebracht habe. Sehr, sehr lecker. Eine kleine Portion, die wir uns geteilt haben - natürlich mit Gurke.

Die Gurke kam allerdings weder aus England noch aus meinem Garten, sondern ganz unspektakulär aus dem Supermarkt. Gartengurken gibt es nämlich aktuell leider noch nicht.

Danach gab es, wie es sich gehört, noch etwas Leckeres zu essen. Grillen war bei dem Wetter eher keine gute Idee, also sind wir kurzerhand zu meinem Lieblings-Sushi-Restaurant spaziert. Bei dieser Gelegenheit durfte auch meine Sea-Salt-Regenjacke zeigen, was sie kann. Ebenfalls aus England mitgebracht, gestern zum ersten Mal im Starkregen getestet und für absolut praxistauglich befunden.

Alles in allem war es ein sehr schöner Tag. Ein bisschen Arbeit, ein bisschen Vergnügen, ein bisschen Regen und ganz viel echtes Leben.

Unsere Gespräche waren mal lustig, mal ernster. Und irgendwann sind wir bei dem Gedanken hängen geblieben, dass die Dinge im Leben manchmal anders kommen als gedacht. Dass in manchem Unglück auch ein kleines Glück stecken kann.

Und dass Menschen zu bestimmten Zeiten in unser Leben kommen. Manche ganz leise. Fast unbemerkt. Und plötzlich sind sie da, sitzen mit uns im Regen, trinken Gurkenwasser und gehören irgendwie dazu, als wären sie schon immer da gewesen.

Andere kommen mit einem großen Knall. Bringen alles durcheinander, stellen Dinge auf den Kopf, hinterlassen Spuren, die bleiben.

Und dann gibt es die, die eher im Hintergrund bleiben. Die nicht laut sind, nicht drängen, nicht im Mittelpunkt stehen. Die vielleicht auf den ersten Blick ein bisschen unscheinbar wirken. Und genau bei ihnen lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Ihnen Zeit zu schenken. Wirklich zuzuhören. Da zu bleiben.

Weil Zeit schenken wahrscheinlich eines der wertvollsten Dinge ist, die wir überhaupt geben können.

Und wer weiß – manchmal sind es genau diese leisen Begegnungen, die uns am Ende am meisten überrasche. Die etwas in uns berühren, womit wir vorher gar nicht gerechnet hätten.

Und dann gibt es die, die wieder gehen. Manchmal schleichend, Schritt für Schritt. Manchmal ganz plötzlich, ohne große Erklärung. Und auch wenn wir es in dem Moment nicht immer verstehen oder vielleicht auch gar nicht verstehen wollen, wird es irgendwann ein kleines bisschen klarer. Weil jede Begegnung etwas mit uns macht.

Weil jeder Mensch, der uns begegnet, uns etwas zeigt. Über das Leben, über uns selbst. Über das, was wir wollen und manchmal auch sehr deutlich über das, was wir nicht mehr wollen. Und vielleicht ist genau das der Punkt:

Dass nicht jeder Mensch dafür da ist zu bleiben. Sondern manche einfach nur dafür, ein Stück mitzugehen. Ein Stück Leben zu teilen. Einen Gedanken, einen Moment, ein Gefühl. Und dann wieder loszulassen.

Das ist nicht immer leicht. Aber irgendwie gehört es dazu.

Manche Menschen kommen genau zur richtigen Zeit, gehen ein Stück mit uns und verschwinden wieder. Und manche bleiben – oft ganz leise und genau dann, wenn wir ihnen einfach ein bisschen Zeit schenken. Und manche zeigen durch ihre Abwesenheit ganz genau, wer sie sind. 

„Man begegnet sich immer zweimal im Leben.“ – Unbekannt

Und vielleicht war genau das gestern wieder so ein kleiner Beweis dafür. Geplant war Sonne - gekommen ist Regen. Und schön war es trotzdem. Vielleicht sogar gerade deshalb.

Das war mein Fazit dieses besonderen Dienstags. Und damit schauen wir mal, was der Mittwoch bringt. 🤍 Ich wünsche euch einen schönen Tag 🌸

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