Pa(a)rs(c)hippen ... 💚

Veröffentlicht am 21. Mai 2026 um 08:03

Guten Morgen liebe Leserinnen und liebe Leser 💛 Heute scheint endlich wieder die Sonne und es gibt auch endlich wieder etwas zu berichten 😉 Nachdem der Dienstag so spektakulär war wie ein ungeöffnetes Paket Blumenerde, gab es gestern ausnahmsweise keine Geschichte. Es war nämlich wirklich nichts passiert. Ich habe im Garten-Homeoffice gearbeitet, versucht, meinen Rücken nicht komplett gegen mich aufzubringen und ansonsten hauptsächlich festgestellt, dass der menschliche Körper offenbar irgendwann Rechnungen schreibt für Dinge, die man vorher sehr erfolgreich ignoriert hat.

Dafür hatte der Mittwoch deutlich mehr Potenzial und den Abschluss einer Mission im Gepäck, mit der ich mich schon recht lange beschäftige. Und die mir diverse Herausforderungen bereitet hatte...

Vielleicht erinnert ihr euch noch an das Hochbeet, das mein Papa und ich letztes Jahr gebaut haben. Wobei „Hochbeet“ bisher vielleicht ein kleines bisschen optimistisch formuliert war. Eigentlich war es bislang eher ein hochwertig eingerahmter Sammelplatz für alles, was im Garten irgendwo abgeschnitten, ausgerupft oder zusammengerecht wurde...Äste, Rasenschnitt. Grünschnitt, Alles-Schnitt...

Damit daraus aber irgendwann tatsächlich Gemüse statt Gartenchaos wachsen kann, fehlte vor allem eins: Erde. Und zwar jede Menge davon... Vermutlich ungefähr zwölf Tonnen. Vielleicht waren es auch nur drei Schubkarrenmillionen. Ganz genau kann ich das nicht sagen. Und ohne Anhänger und besonders ohne Anhängerkupplung ist das ein echtes Problem. 

Denn die Preise für Blumenerde-Säcke liegen mittlerweile irgendwo zwischen Apotheke und Goldhandel. Und so gab es eigentlich keine echte Alternative zur Kompostieranlage. Mein lieber strebsamer Gartennachbar hatte kürzlich gleich 6 neue Hochbeete mit Erde befüllt und sich erfreulicherweisr bereit erklärt, mir mit meinem zu helfen 🥰

Und nach mehreren Terminabstimmungen, kleinen Verschiebungen und organisatorischem Hin und Her sollte gestern um 16 Uhr endlich der große Tag sein. Der Plan war einfach. Er fährt nach der Arbeit los, lädt den Hänger voll und kommt anschließend in den Garten. Nun ja... Pläne sind bekanntlich das, was Menschen machen, während das Leben passiert...

Es gab Stau auf der Autobahn. Personalmangel auf der Kompostieranlage und... Petrus. Und statt gemütlich mit einem Bagger beladen zu werden, durfte der arme Mensch, der MIR eigentlich einen Gefallen tun wollte, plötzlich selbst anfangen, Unmengen an Erde in den Hänger zu schippen. Währenddessen saß ich auf meiner Bank und beobachtete den Himmel, der offensichtlich beschlossen hatte, dramaturgisch mitzuarbeiten.

Und dann... wie könnte es anders sein... fing es - entgegen der Wettervorhersage - zu regnen an. Nicht dieses romantische „Die Pflanzen freuen sich“-Nieseln. Nein. So ein richtiger Regen, bei dem man innerhalb von drei Sekunden aussieht, als hätte man versehentlich mit Kleidung geduscht.

Und während ich also auf meiner Lieblingsbank saß und darüber nachdachte, ob das Universum vielleicht doch gegen mein Hochbeet-Projekt ist, wartete irgendwo mein Nachbar zwischen Erde, Schippe und Verkehrschaos. Aber manchmal steckt ja auch ein bisschen Glück im Unglück. Denn dank Stau und Verzögerung verzog sich der Regen rechtzeitig wieder und irgendwann rollte tatsächlich der vollbeladene Hänger in den Garten. Ungefähr in dem Moment, in dem auch meine Freundin ankam, mit der ich eigentlich für "nach dem Schippen" verabredet war. 

Aber was muss, das muss. Und so gönnten wir uns zu dritt ein kleines Gurkenwasser und dann ging es los... Mit Rosinante (die natürlich ich benutzte), einer echten Männerschubkarre, 2 Schippen und mit erstaunlich viel Motivation. 

Und in meinem Fall mit Oberarmen, die relativ früh angekündigt haben, dass sie an diesem Projekt emotional nicht mehr teilnehmen möchten. Während mein Rücken erstaunlich brav sein Schicksal erduldete 🙂

Aufgrund der ganzen Verzögerungen verwandelte sich der Abend also spontan von „gemütlich zusammensitzen“ zu einer Art Garten-Partnerbörse. Oder besser gesagt: Paarshippen.

Zwei Menschen mit Schubkarre und Schippe, die fleißig Erde schippten und transportierten. Eine Person als moralische Unterstützung. Wobei ich ehrlich sagen muss: Gute Gespräche zwischen zwei Schubkarrenladungen sind vermutlich ohnehin die schönste Form von Paartherapie.

Und irgendwann fiel mir auf, dass gemeinsames Schippen erstaunlich viel über Menschen verrät. Nach ungefähr der zwanzigsten Schubkarre lernt man sehr schnell, wer Humor hat, wer Rückenmuskeln besitzt und wer heimlich versucht, kleinere Portionen Erde zu transportieren.

Und trotzdem ging es plötzlich schneller als gedacht. Schubkarre für Schubkarre wanderte diese wunderschöne dunkle Erde ins Hochbeet. Krümelig. Sauber. Ohne Plastik. Ohne Überraschungen. Einfach nur schöne Erde. Und irgendwann war das Hochbeet tatsächlich randvoll. Genau so, wie ich es mir vorgestellt hatte. 

Danach haben wir uns noch eine kleine Stärkung gegönnt und plötzlich kam sogar die Sonne heraus. Als hätte sie beschlossen, unser kleines Paarshippen-Projekt gebührend zu feiern.

Und jetzt stehen hier tatsächlich alle Hochbeete fertig mit Erde gefüllt. Zwei sind bereits bepflanzt, das dritte wartet noch auf seinen großen Auftritt. Und ich finde, das ist ein ziemlich gutes Ergebnis. 

Auch wenn mein Rücken heute anderer Meinung ist. Der würde sich nämlich sehr darüber freuen, wenn ich zur Abwechslung einfach mal wieder still sitze und nichts mache. Aber jetzt liegt ja erstmal der schönste Teil vor uns: das Bepflanzen 🥰

Und ich habe mal wieder festgestellt, dass Glück wirklich überall zu finden ist. Nicht immer in den großen Dingen. Sondern in Menschen, die helfen - ohne Bedingungen. In Erde unter den Fingernägeln. In gemeinsamem Lachen zwischen Schubkarren. Und in dem Gefühl, abends müde auf etwas zu schauen und zu denken: „Das haben wir wirklich sauber hingekriegt.“

Mein Nachbar hat gestern auf jeden Fall nicht nur jede Menge Sympathiepunkte bei mir gesammelt. Sondern ganz bestimmt auch ein paar Karmapunkte 😉

Und ich sammle jetzt noch eine Tasse Koffein, bevor ich mich an den Schreibtisch setze. Euch wünsche ich einen schönen Donnerstag und viel Spaß bei allem, was ihr vorhabt. Ich habe schon so eine Idee, was ich nach der Arbeit tun werde 😁

 

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