"Das Leben besteht nicht darin, gute Karten zu haben, sondern mit einem schlechten Blatt gut zu spielen.“ – Robert Louis Stevenson
Guten Morgen liebe Leserinnen und liebe Leser 💛 Gestern war Freitag und einer der kürzesten Arbeitstage der letzten Zeit. Ich habe nur ein paar Stunden im Garten-Homeoffice gearbeitet – und währenddessen wurde es draußen plötzlich richtig, richtig warm. So warm, dass man sich fast fragen musste, ob wir nicht vor wenigen Tagen noch bei vier Grad gefroren haben.
Aber gut. Offenbar ist Petrus ebenfalls Anhänger meines Mottos: ganz oder gar nicht. Ich habe mich natürlich sehr darüber gefreut. Die Sonne, die Wärme, das Gefühl von Sommer. Wobei das Timing ehrlich gesagt nicht ganz perfekt war. Denn ich war mittags mit meinem Neffen verabredet und wir hatten den Plan, mein altes Auto auf Hochglanz zu bringen, weil ich es demnächst verkaufen möchte.
Und wer schon einmal bei über 30 Grad ein Auto innen und außen geputzt, gesaugt, gewischt und geschniegelt hat, der weiß: Das ist keine Wellnessanwendung. Eher ein Workout mit Hindernissen... Deshalb haben wir vorher erstmal vernünftig gehandelt und uns in unserer Pizzeria gestärkt. Wir saßen im Schatten, freuten uns über ein kühles Lüftchen und über den Sonnenschirm über uns. Und dann ging es los Richtung Waschanlage und Hitze...
Das Putzen selbst haben wir erstaunlich gut hinbekommen. Auch wenn wir zwischendurch ein paar kleine Pausen einlegen mussten. Und die Erkenntnis des Tages war: Autoputzen kann schweißtreibender sein als so mancher Sport. Zumindest wenn Petrus währenddessen einheizt...
Und weil auch ich offenbar gestern auf Sommer eingestellt war, habe ich danach beschlossen, die Poolsaison zu eröffnen. Das hatte ich euch ja angekündigt.
In meinem Kopf war der Plan ungefähr so: Pool aufstellen, Wasser rein, heute reinspringen, glücklich sein. Das Leben – oder in diesem Fall der Garten – hatte einen leicht anderen Ablauf vorgesehen, der am Ende erneut sehr viel Schweiß bedeutet hat...
Wenn ihr einen Tipp von mir wollt: Falls ihr Pools nicht draußen stehen lasst, leert sie komplett, macht sie sauber und lagert sie trocken. Das erspart euch jede Menge Ärger. Ich selbst habe diesen Tipp selbstverständlich nicht befolgt und lasse euch gerne an den folgen teilhaben...Mein Pool durfte nämlich über Winter zusammengefaltet im Gewächshaus vor sich hin altern und hat sich dafür entschieden, mir eine kleine Lektion in Demut zu erteilen.
Er war nicht nur erstaunlich unansehnlich, sondern hatte auch noch ein Loch im Boden. Was verdächtig nach Mäusefraß aussah...Und so wurde aus „Sommer in fünf Minuten“ plötzlich ein kleiner Hindernisparcours. Pool mit Wasserresten schleppen...Leck betrachten... Leck reparieren...Schrubben.... noch mehr schrubben. Feststellen, dass Wasser und Dreck gemeinsam erstaunlich hartnäckige Charaktereigenschaften entwickeln können... zwischendurch ein bisschen fluchen...
Und genau in dem Moment habe ich gedacht: Eigentlich ist das ziemlich lustig. Denn so habe ich wenigstens was zu erzählen 🤣 Und wie oft ärgern wir uns über Hindernisse, obwohl sie im Nachhinein meistens die Geschichten werden, die wir erzählen. Niemand erzählt Jahre später begeistert davon, wie reibungslos er einmal einen Pool aufgebaut hat.
Aber an den Sommer, in dem der Pool ein Loch hatte, der Schlauch ebenfalls beschlossen hat zu kündigen und man selbst bei 32 Grad freiwillig Auto poliert hat – daran erinnert man sich wahrscheinlich.
Denn als wäre das nicht genug, hatte mein Gartenschlauch offensichtlich Angst, nicht genügend Aufmerksamkeit zu bekommen. Und sich kurzerhand entschieden, ebenfalls ein Loch zu entwickeln und mir eine spontane Zusatzdusche zu verpassen. Normalerweise hätte ich mich wahrscheinlich geärgert. Gestern dachte ich nur: Na gut. Wenn schon nass, dann wenigstens vollständig. Und ehrlich gesagt war diese unfreiwillige Gartendusche bei den Temperaturen gar nicht die schlechteste Idee.
Ich glaube manchmal, Humor ist nichts anderes als die Fähigkeit, aus Hindernissen Geschichten zu machen. Und vielleicht ist das sogar ein kleines Glücksrezept. Denn am Ende hatte ich zwar keinen perfekten Pool, keinen perfekten Schlauch und keine perfekte Planung.
Aber ich hatte Sonne, Zeit mit meinem Neffen, Vorfreude und am Abend das schöne Gefühl, trotzdem etwas geschafft zu haben.
Als ich später ziemlich erledigt auf meiner Bank lag – sitzen wäre zu ambitioniert gewesen – und die Sonne langsam unterging, habe ich mir vorgestellt, wie der Pool heute oder morgen randvoll mit frischem, kaltem Wasser sein wird. Und plötzlich war die ganze Schrubberei schon wieder ein bisschen vergessen. Vielleicht ist das ohnehin das Schöne an Vorfreude: Sie macht Hindernisse kleiner.
Und deswegen lautet meine Mission für heute: Rasen mähen, endlich mal wieder. Solange es noch halbwegs angenehm ist und bevor mittags wieder die große Hitze kommt – und weil ich ja sowieso nur bis zwölf Krach machen darf.
Also wird heute parallel gearbeitet: Rasen mähen und Pool befüllen. Mit der Hoffnung, dass das Leck hält, der Pool sauber wird und am Ende des Tages sowohl der Garten als auch ich ein kleines bisschen Sommerurlaub haben.
Ich wünsche euch einen schönen Samstag, viel Freude bei allem, was ihr vorhabt, ein paar kleine Abkühlungen zwischendurch und ganz viele schöne Momente 💜
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