Guten Morgen liebe Leserinnen und liebe Leser 🩷 Manchmal denke ich, dass Glück und Traurigkeit viel näher beieinander liegen, als man glauben möchte. Und gestern war so ein Tag. Ein unspektakulärer Tag, der trotzdem zwei Highlights zu bieten hatte. Und der trotzdem damit endete, dass ich sehr traurig war.
Im Moment blüht im Garten eine Rose. Nicht irgendeine Rose, sondern eine ganz besondere Rose. Lunas Rose.
Vor über zwei Jahren habe ich sie gepflanzt, nachdem ich Abschied nehmen musste. Weil Krebs ein gemeinsames Arschloch ist. Für Menschen. Für Tiere. Für alle, die schon einmal jemanden daran verloren haben.
Luna war sechs Jahre lang an meiner Seite. Sie zog als winziges Katzenbaby gemeinsam mit ihrer Schwester Coco bei mir ein und hatte eine ganz besondere Angewohnheit. Vom ersten Tag an schlief sie jede einzelne Nacht sch auf meiner Brust ein. Genau dort, wo mein Herz schlägt.
Jeden Abend sprang sie auf das Bett, drehte sich ein paar Mal im Kreis, suchte ihre Position und legte sich hin. Als wäre das der natürlichste Platz der Welt. Und vielleicht war er das für sie auch. Für mich war er das definitiv 🩷
Als sie starb, ließ ich mir ihr Pfötchen genau an die Stelle tätowieren, an der sie so viele Jahre gelegen hatte. Weil ich das irgendwie tröstlich fand und weil ich irgendetwas tun wollte gegen den Schmerz, gegen den man eigentlich nichts tun kann. Trotzdem hat es irgendwie geholfen. Ich freue mich immer, wenn ich das Tattoo sehe - und bin gleichzeitig sehr traurig.
Manchmal streiche ich noch heute gedankenverloren darüber und denke an sie. Sehe ihr liebes Gesichtchen vor mir und kann immernoch nicht glauben, dass sie nicht mehr da ist. Wobei sie eigentlich immernoch da ist 🩷
Die Rose blüht inzwischen jedes Jahr ein bisschen schöner. Fast so, als wollte sie mich daran erinnern, dass Liebe nicht verschwindet, sondern nur ihre Form verändert.
Ich vermisse Luna noch immer. An jedem einzelnen Tag. Ich vermisse den Anblick von zwei Katzen, die zusammengerollt nebeneinander schlafen. Ich vermisse das gemeinsame Toben durch die Wohnung. Ich vermisse die kleinen Momente, die damals selbstverständlich waren und die heute unbezahlbar erscheinen.
Und gleichzeitig bin ich unendlich dankbar für Coco. Dankbar, dass sie noch da ist. Dankbar für ihr Schnurren. Für ihre Gesellschaft. Für jeden Morgen, an dem sie mich begrüßt.
Vielleicht ist das der Preis der Liebe. Dass wir irgendwann vermissen müssen, was wir einmal hatten.Und vielleicht ist es gleichzeitig ihr größtes Geschenk. Denn nur wer etwas sehr geliebt hat, kann es so sehr vermissen.
Die Rose blüht. Das Pfötchen bleibt. Die Erinnerungen sowieso.
Und irgendwo zwischen all dem liegt die Gewissheit, dass Glück manchmal bedeutet, dankbar auf etwas zurückzuschauen, das viel zu früh zu Ende gegangen ist.
„Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.“ – Jean Paul
Ich wünsche euch einen schönen Tag und viele Menschen, Tiere und Momente, die ihr fest in euer Herz schließen könnt.
Eure Kerstin
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