Der Tag, an dem alles dicht war 🤣

Veröffentlicht am 1. Juli 2026 um 07:54

„Manchmal sind es nicht die großen Siege, die uns glücklich machen. Manchmal reicht es völlig, wenn endlich nichts mehr tropft.“ 😉

Guten Morgen liebe Leserinnen und liebe Leser 🩷 Gestern war wieder einer dieser Tage, an denen eigentlich gar nichts Besonderes passiert ist. Eigentlich... 

Ich habe den Tag komplett im Garten verbracht. Homeoffice zwischen Vogelgezwitscher, einem zweiten Kaffee auf der Lieblingsbank und dem regelmäßigen Blick Richtung Pool. Man könnte meinen, ich arbeite dort inzwischen in einer Außenstelle der Pooltechnik GmbH. Warm war es natürlich auch wieder. Schweißtreibend warm. Wobei ich beschlossen habe, das Thema Schwitzen künftig ausschließlich auf die Außentemperaturen zu schieben. Über alles andere reden wir einfach nicht. Das ist momentan ein sehr sensibles Thema.🤣

Mittags bekam ich dann spontan Besuch von meinem Schwager. Nicht zum Kaffeetrinken, sondern in einer sehr speziellen Angelegenheit. Er kam mit einer Poolpumpe, die er mir freundlicherweise nicht nur schenkte, sondern auch gleich montierte. Und was soll ich sagen? Die macht ihren Job!: Während meine alte Pumpe nach dem Motto gearbeitet hat: „Ich bin stets bemüht.“, wirkt die Neue eher wie eine Ausbilderin bei der Bundeswehr. Sie pumpt.  Sie filtert.Sie räumt auf. Und zwar ordentlich. Ich glaube, ich habe mich selten so über ein elektrisches Gerät gefreut.

Damit war das Abenteuer allerdings noch nicht vorbei. Denn da war ja immernoch mein Erzfeind. Das Leck am Ablaufventil, das nach wie vor fröhlich vor sich hin tropfte...Falls ihr meinen kleinen Pool-Krimi in den letzten Wochen verfolgt habt, wisst ihr, dass dieses Leck und ich inzwischen eine ziemlich intensive Beziehung führen. Ehrlich gesagt deutlich intensiver, als ich mir das jemals gewünscht hätte...ich habe geflickt...ich habe geschraubt... ich habe Dichtungen gewechselt... ich habe wieder geschraubt. Es hat trotzdem getropft. 

Zwischendurch war ich fest davon überzeugt, dass der Pool mich einfach nicht mag und wollte aufgeben. Doch gestern haben wir uns dann noch einmal gegenübergestanden. Pool gegen Kerstin. Letzte Runde... Und...Halleluja! Ich habe gewonnen! Und kann es selbst noch gar nicht richtig glauben. Der Pool verliert kein Wasser mehr und ist damit definitiv dichter, als ich. Die neue Pumpe läuft wie ein Uhrwerk. Der pH-Wert liegt genau dort, wo er liegen soll. Der Chlorgehalt ebenfalls.

Eigentlich müsste ich jetzt leise Kirchenmusik im Hintergrund einspielen. Nach Wochen voller Bastelaktionen, Dichtungsringen, Wasserverlust und gelegentlicher Verzweiflung fühlt sich das tatsächlich wie ein kleines Happy End an. Zumindest für mich und für den Moment 🩷

Nach Feierabend war dann noch ein bisschen Buddeln angesagt. Die neuen Blümchen haben ihren Platz gefunden, der Salat der 2. Generation ist ins Hochbeet eingezogen und während ich mit der Gießkanne durch den Garten gelaufen bin und meinen Blick schweifen ließ, musste ich unwillkürlich lächeln. Manchmal merkt man erst in solchen Momenten, wie zufrieden man eigentlich gerade ist.

Als ich den Garten später verlassen wollte, traf ich noch meine Gartennachbarin. Sie erzählte mir, dass sie Geburtstag hat und 88 Jahre alt geworden sei. Und trotzdem noch im Garten unterwegs - langsam und sichtlich angestrengt. Aber sie hat den Weg trotzdem auf sich genommen, weil sie sich Sorgen um ihre Blümchen gemacht hatte...Ich musste lächeln und wünschte ihr von Herzen noch ein paar weitere gesunde Jahre.  🍀 Und hoffe sehr, dass ich mit 88 genauso bin.

Wir sind dann gemeinsam ganz langsam nach Hause gegangen. Ohne Eile. Einfach nebeneinander her, haben ein bisschen erzählt und den Abend ausklingen lassen. Irgendwie passte das perfekt zu diesem Tag. Und als ich schließlich zu Hause angekommen bin, hatte ich dieses angenehme Gefühl, einen richtig guten Tag erlebt zu haben. Nicht, weil etwas Weltbewegendes passiert wäre. Sondern weil plötzlich ganz viele kleine Dinge gleichzeitig funktioniert haben. Der Pool. Die neue Pumpe. Das Leck. Der Salat. Die Blümchen. Der langsame Heimweg. Und irgendwie auch ich.

Vielleicht warten wir viel zu oft auf die ganz großen Glücksmomente. Dabei verstecken sie sich meistens genau dort, wo wir sie am wenigsten vermuten. In einer Schraube, die endlich hält. In einer Dichtung, die endlich dicht ist. In einer Pumpe, die endlich das tut, wofür sie gebaut wurde. In einer 88-jährigen Nachbarin, die sich nach ihrem Geburtstag mehr Sorgen um ihre Blumen macht als um ihr Alter. Oder einfach in einem Tag, an dem plötzlich vieles gleichzeitig funktioniert.

Und manchmal ist genau das alles, was man für einen richtig schönen Tag braucht. Den wünsche ich euch heute und schicke liebe Grüße von der Lieblingsbank 🩷

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