Nach dem Gewitter...

Veröffentlicht am 30. Juni 2026 um 08:07

Guten Morgen liebe Leserinnen und liebe Leser ❤️ Gestern hat es endlich geregnet. Mitten in der Nacht wurde ich vom Donner geweckt. Erst ein leises Grollen in der Ferne, dann zuckten Blitze über den Himmel und wenige Sekunden später prasselte der Regen auf das Dach. Während viele Menschen bei einem Gewitter vermutlich lieber weiterschlafen möchten, lag ich da und musste lächeln... Endlich.

Ich habe mich ehrlich über jedes Donnergrollen und jeden Regentropfen gefreut. Nach den vergangenen Hitzetagen hatte die Natur diese Abkühlung so dringend gebraucht. Und ich mindestens genauso. Gefühlt sogar noch mehr. Denn die Hitze, das Schwitzen und das ständige Gießen haben mich ganz schön geschlaucht (Wortwitze kann ich 🤣). 

Man sagt ja, dass ein Gewitter die Luft reinigt. Und genau das ist passiert. Als ich gestern Morgen in den Garten kam, konnte ich das förmlich spüren. Alles wirkte frischer, leichter und irgendwie entspannter. Ich konnte endlich wieder auf- und durchatmen und habe das sehr genossen. Weil es wirklich ein befreiendes Gefühl war. Und da kam mir der Gedanke, dass das mit dem Gewitter und der gereinigten Luft vielleicht nicht nur für das Wetter gilt... 

Aber von vorne. Der Sonntag stand ganz im Zeichen des Familientages. Dieses Mal sogar in besonders ausgeprägter Form 💜 Morgens gab es ein gemütliches Frühstück bei meiner Schwester und Familie, anschließend durfte ich mich noch ein bisschen im tatsächlich halbwegs kühlen Pool abkühlen. Mittags ging es weiter zu meinen Eltern und deren Klimaanlage (eine wirklich tolle Erfindung) und am Nachmittag war ich dann zum krönenden Abschluss noch bei meinem Bruder und seiner Familie. 

Den Abend habe ich dann ganz entspannt im Garten verbracht und ohne etwas zu machen fröhlich vor mich hin geschwitzt. Während ich ernsthaft darüber nachgedacht habe, einen Regentanz aufzuführen, damit der versprochene Regen mich auch wirklich findet... am Ende habe ich es nicht getan, weil es mir dafür definitiv zu heiß war. Aber anscheinend hat der Wille gezählt und so wurde mein Flehen dann mitten in der Nacht erhört. 🥰

Nach dem herrlich kühlen Start in den Montagmorgen war dann zuerst Gartenkaffee auf der Lieblingsbank und dann Homeoffice angesagt. Wo der Ventilator kurze Zeit später schon wieder auf Hochtouren lief, weil die Nachwirkungen des Gewitters offensichtlich bereits aufgehört hatten. Aber die paar Stunden davor waren wirklich sehr sehr angenehm. Weshalb ich auch mutige Pläne geschmiedet hatte... 

Mein neuer Rasenmäher wartete seit über einer Woche geduldig darauf, ausgepackt, zusammengebaut und zum ersten Mal ausgeführt zu werden. Und das hatte ich mir für den Feierabend vorgenommen. Zuerst aber gab es noch einen kleinen Abstecher ins Gartencenter, wo ich eigentlich nur ein paar neue Salatpflänzchen kaufen wollte. Mach Hause gekommen bin ich (natürlich) zusätzlich mit ein paar neuen Blumen - die stark reduziert waren und gerettet werden wollten... Es gibt Dinge, die ändern sich vermutlich nie. 😉

Und dann... wurde es spannend. Mein neuer Rasenmäher verließ seine Kiste und erblickte das Licht der Gartenwelt. Ich war ehrlich gesagt ziemlich begeistert. Das gute Stück sieht richtig schick aus. Modern, kraftvoll und leuchtend rot (weil es ihn leider nicht in pink gab). Ein bisschen wie ein kleiner Ferrari. Nur eben mit Fangkorb und Akkus. 

Die Begeisterung hielt ungefähr zehn Minuten an. Denn dannn musste ich die Haltegriffe montieren, die massiven Widerstand leisteten. Ich war allerdings hartnäckig und gewann. Weshalb ich gleich die erste Ausfahrt begann und erneut ein bisschen Begeisterung verlor... Mein alter Rasenmäher war eher der Typ „klein, wendig und unkompliziert“. Der Neue marschierte dagegen mit einer Selbstverständlichkeit durch den Garten, als würde ihm das Grundstück gehören. An den engen Stellen zwischen Hochbeet, Kräuterspirale und Blumenbeeten musste ich ihm erst einmal erklären, dass wir hier keinen englischen Schlosspark mähen. Und das kostete erstaunlich viel Kraft...

Ich würde also  sagen, wir haben gestern unsere Beziehung zueinander geklärt. Er war der Meinung, dass er entscheidet, wo es langgeht - ich habe darauf bestanden, die Gartenchefin zu sein. Das Ergebnis: ein vorsichtiges Unentschieden. Ich bin allerdings optimistisch, dass wir uns mit der Zeit aneinander gewöhnen werden. Und er bekommt einen Bonus, weil er wirklich hübsch aussieht. Weshalb ich später auch voller Stolz ein Foto von meinem neuen Gartenhelfer in den Status gestellt habe.

Keine zehn Minuten später schrieben mir gleich zwei Freundinnen – unabhängig voneinander: „Den habe ich auch!“ Da musste ich wirklich lachen. Ganz offensichtlich ist das also  kein gewöhnlicher Rasenmäher - sondern ein echter Mädelsmäher ❤️ Jetzt bin ich gespannt, wie viele Frauen sich in den nächsten Tagen noch melden und schreiben: „Den habe ich auch!“ Ich ahne, da kommt noch was. 🤣

Und während ich später noch ein bisschen durch den Garten ging und die dicke Luft atmete, musste ich wieder an das Gewitter denken. Und an die herrlich klare Luft danach. Dabei dachte ich plötzlich, dass Gespräche das auch können. Sie können die Luft reinigen...

Klärung bedeutet dabei nicht automatisch, dass am Ende alle derselben Meinung sind. Manchmal gibt es keine Einigung. Man stellt einfach fest, dass zwei Menschen einen bestimmten Punkt unterschiedlich sehen. Ohne Streit. Ohne Vorwürfe. Ohne den anderen überzeugen zu müssen. Und ich finde, auch das kann unglaublich befreiend sein. Weil plötzlich nichts mehr zwischen den Zeilen gesucht werden muss. Weil jeder weiß, woran er ist.

Nicht jede Meinungsverschiedenheit braucht einen Sieger. Manchmal reicht die Erkenntnis, dass zwei Wahrheiten nebeneinander stehen dürfen. Vielleicht ist genau das die eigentliche Klärung. Nicht, dass plötzlich alle gleich denken. Sondern dass man akzeptiert, dass Menschen und Meinungen verschieden sein können. 

Jetzt sitze ich bei halbwegs angenehmen Temperaturen auf der Lieblingsbank und atme vorsorglich noch ein paar Mal besonders tief durch. Denn es soll wieder heiß werden und es ist kein Gewitter in Sicht. Nur der "rote Blitz" wartet auf seinen nächsten Einsatz. 

Ich wünsche euch einen wunderschönen Tag. Genießt die frische Luft, freut euch über die kleinen Momente und habt den Mut, Dinge auch einmal einfach stehen zu lassen. Nicht jede Geschichte braucht ein gemeinsames Ende. Manchmal reicht es völlig aus, wenn beide wissen, wo sie stehen. 💜

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