Zwischen gestern und morgen...

Veröffentlicht am 16. Juli 2026 um 08:19

„Man wird nicht älter, sondern reicher an Erinnerungen.“

Guten Morgen, liebe Leserinnen und liebe Leser 💜 Heute ist der 16. Juli. Es ist einer dieser Tage, an denen ich automatisch ein bisschen langsamer werde. Morgen habe ich Geburtstag. Und irgendwie fühlt sich der Tag davor für mich jedes Jahr an wie die letzte Seite eines Kapitels, bevor ein neues beginnt.

Vor sechs Jahren ist am 16. Juli etwas passiert, das mein Leben verändert hat. Darüber möchte ich heute gar nicht schreiben. Nicht, weil es vergessen wäre. Manche Ereignisse bleiben für immer Teil unserer Geschichte. Aber heute dürfen sie leise im Hintergrund bleiben.

Denn heute möchte ich etwas anderes tun. Ich möchte mit euch gemeinsam eine kleine Fotokiste öffnen. Nicht mit echten Bildern, sondern mit den Erinnerungen an mein vergangenes Lebensjahr. Und wenn ich so durch diese Kiste blättere, fällt mir eines auf: Was für ein unglaublich buntes Jahr das war.

Da liegt gleich am Anfang ein Foto von einer Lesung meines dritten Buches. Ein Moment, auf den ich sehr stolz war und bei dem mir wieder bewusst wurde, wie viele wunderbare Menschen mich auf meinem Weg begleiten.

Ein paar Seiten weiter finde ich Bilder aus meinem Berufsleben. Im November begann für mich ein ganz neues Kapitel. Nach langer Vorbereitung durfte ich endlich ausschließlich in meinem neuen Job als Leadership-Coachin arbeiten. Ein Schritt, der sich bis heute genau richtig anfühlt.

Zwischen all den schönen Bildern liegt aber auch eines, das ich mir damals lieber erspart hätte. Der Oktober. Ein erneuter Krankenhausaufenthalt. Damals wusste ich noch nicht, wie die Geschichte ausgehen würde. Heute weiß ich: Sie hatte ein Happy End. Und manchmal reicht genau das, um Gesundheit und das Leben noch einmal mit ganz anderen Augen zu sehen.

Dann wird die Fotokiste plötzlich ziemlich voll. Da sind unzählige Bilder aus meinem kleinen Garten. Sieben Jahre sind wir inzwischen schon zusammen. Sieben Jahre voller Blümchen, Gurkenwasser, Lieblingsbank, Gartenhaus, Vogelgezwitscher und dieser ganz besonderen Ruhe, die ich nirgendwo sonst finde. Sieben Jahre Heimat 💚

Ich habe Beete bepflanzt, Bäume geschnitten, Hummeln aus dem Pool gerettet, Vogel- und Insektentränken aufgefüllt, mit Bewässerungssystemen gekämpft und mich über jede einzelne Blüte gefreut, als wäre sie ein kleines Wunder. Hairbert, mein Maulwurf, hat mich ebenso begleitet wie Olga und Oleg, meine gefiederten Gartenbesucher.

Und natürlich Coco. Mit ihren inzwischen acht Jahren sorgt sie noch immer zuverlässig dafür, dass ich nie zu lange alleine bin. Manchmal braucht es eben gar nicht viele Worte. Eine schnurrende Katze genügt.

Mein Garten war aber auch in diesem Jahr wieder viel mehr als nur ein Garten. Er war Treffpunkt... Geburtstagslocation... Grillplatz... Weihnachtsmarkt... Homeoffice... Schreibzimmer. Und manchmal einfach der schönste Ort der Welt, um mit einer Tasse Kaffee auf der Lieblingsbank zu sitzen und festzustellen, dass Glück erstaunlich unkompliziert sein kann.

Überhaupt durfte ich in diesem Jahr viele Menschen treffen. Allen voran natürlich meine Familie und die Freunde, die in meiner Nähe wohnen. Aber auch Menschen, die in Deutschland verstreut sind. Sportfest in Stuttgart mit meiner Freundin aus Augsburg, Sonnenuntergang am Rheinufer mit meiner Freundin, die im Ruhrpott wohnt...

Ich habe meine liebe Freundin in Erfurt wiedergesehen und wir haben gemeinsam Erinnerungen gesammelt ❤️

Ich durfte meine Busenfreundin wieder in die Arme schließen. Eine Freundschaft, die unter außergewöhnlichen Umständen begann und mir viel bedeutet. 

Es gab unzählige Begegnungen im Garten, Gespräche bis in den Abend und viele dieser kleinen Stunden, die man vorher gar nicht plant und die später trotzdem zu den schönsten Erinnerungen gehören. Und dann waren da die Reisen.

England mit seinen Gärten, Küsten und dem ganz besonderen Charme.

Berlin mit Guns N' Roses, also mit Axl Rose, einem herrlichen Bad im Wannsee und wunderbaren gemeinsamen Tagen mit meinem Freund aus München. Bad Windsheim mit meinen 'Mädels"... Die Loreley mit meiner Schwester.. Erfurt... und schließlich Ouddorp. Dort habe ich einen Sonnenuntergang erlebt, der den Tag ganz leise schlafen geschickt hat. Und am nächsten Morgen durfte ich erleben, wie er wieder aufgewacht ist. Spätestens da wusste ich wieder: Das Leben macht erstaunlich viele Dinge einfach richtig.

Musik gab es in diesem Jahr natürlich ebenfalls reichlich. Ich war mit meinem Neffen bei Iron Maiden in Stuttgart, mit meiner Schwester bei Guns N' Roses in Luxemburg und Michael Patrick Kelly.  Und natürlich durften auch die Toten Hosen nicht fehlen. Die habe ich gleich zweimal gesehen. Einmal in Luxemburg und dann nochmal in Düsseldorf - was definitiv unschlagbar toll war ❤️

Wenn ich all diese Bilder jetzt wieder in meine imaginäre Fotokiste zurücklege, merke ich, dass sie etwas gemeinsam haben. Keines davon erzählt von einem perfekten Leben. Aber jedes einzelne erzählt vom Leben. Von Veränderungen. Von Mut. Von Freundschaft. Von Musik. Von Reisen. Von Begegnungen. Von kleinen Alltagsmomenten. Von Abschieden und Neuanfängen. Und genau das macht ein Jahr am Ende doch aus.

Vielleicht messe ich ein Lebensjahr inzwischen gar nicht mehr in Tagen. Vielleicht messe ich es in Sonnenaufgängen, Konzertliedern, Gartenkaffees, Umarmungen, Reisen, Blüten. In Begegnungen und in all den Momenten, in denen ich dachte: Genau deshalb ist das Leben schön.

Heute schließe ich also voller Dankbarkeit mein persönliches Kapitel Nummer 47. Und morgen beginnt ein neues. Mit derselben Neugier. Mit derselben Dankbarkeit. Und mit der Hoffnung, dass meine Fotokiste in einem Jahr wieder genauso voll sein wird. Denn wenn mich dieses Lebensjahr etwas gelehrt hat, dann dies:

Glück ist tatsächlich die Summe schöner Momente.

Und davon durfte ich in den vergangenen zwölf Monaten erstaunlich viele sammeln.

Ich wünsche euch einen wunderschönen Tag und schicke liebe Grüße von der Lieblingsbank 🫶

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