Es kann ja nicht immer regnen...

Veröffentlicht am 4. August 2026 um 07:09

Guten Morgen liebe Leserinnen und liebe Leser 🩷 Gestern war Montag, der dritte August. Ein Tag, an dem ich gefühlt öfter zum Himmel geschaut habe, als auf mein Handy. Wobei… wenn ich ehrlich bin, hielt sich beides vermutlich ziemlich genau die Waage.

Der Wetterbericht hatte Regen angekündigt. Und den hätte mein Garten nach den letzten heißen Tagen wirklich gut gebrauchen können. Und auch ich sehnte mich regelrecht danach  ... es war heiß und es hing eine drückende Schwüle über allem. Die Luft stand. Nicht einmal die Blätter an den Bäumen bewegten sich. Es fühlte sich an, als würde die Natur den Atem anhalten.

Immer wieder schaute ich nach oben. Da waren Wolken und es wurde windig. Zwischendurch hörte ich leises Donnergrollen und roch sogar ein bisschen nSommerregen. Ich war jedes Mal sicher: Jetzt geht es los. Aber der Himmel blieb verschlossen. 

Also blieb mir nichts anderes übrig, als selbst zur Gießkanne zu greifen. Mein Gartenschlauch hatte sich nämlich letzte Woche mit einem phänomenalen Tanz verabschiedet und liegt seitdem nutzlos in der Ecke. Was mich sehr ärgert und mir ziemliche Umstände macht. Wer schon einmal bei knapp vierzig Grad mehrere Beete und Kübel mit der Gießkanne gegossen hat, weiß, dass das nicht wirklich viel Spaß macht. Es war schweißtreibend, anstrengend und ehrlich gesagt auch ein bisschen frustrierend. Aber die Blumen konnten schließlich nichts dafür, dass der Regen ausgeblieben war.

Während ich Runde für Runde durch den Garten lief, fiel mir auf, wie unterschiedlich die Pflanzen mit dieser Trockenheit umgehen. Die einen lassen sofort die Blätter hängen. Andere wirken erstaunlich gelassen, obwohl sie genauso auf Wasser warten. Und manche blühen einfach weiter, als hätten sie beschlossen, sich von ein paar heißen Tagen nicht unterkriegen zu lassen. 

Vielleicht sind wir Menschen gar nicht so anders. Auch wir erleben Zeiten, in denen wir warten. Auf Regen. Auf Antworten. Auf Veränderungen. Auch wir müssen die ein oder andere Durststrecke überstehen. Und auch wir gehen unterschiedlich damit um. Manche von uns leiden dann sichtbar, anderen merkt man gar nichts an...

Für mich war gestern so ein Tag des Wartens. Ein Tag, an dem ich immer wieder unbewusst zum Himmel geschaut habe. Und manchmal eben auch auf mein Handy. Und irgendwann merkte ich, dass nicht der ausbleibende Regen den Tag bestimmt hatte, sondern das Warten selbst. Und trotzdem schaute ich immer nochmal nach oben. Vielleicht, weil die Hoffnung manchmal ein bisschen sturer ist als die Vernunft.

Als ich später auf meiner Lieblingsbank saß und den Wolken zuschaute, fiel mir plötzlich ein Satz aus einem meiner Lieblingsfilme ein. Ein Satz, den ich schon oft gehört habe und der mich gestern auf eine ganz besondere Weise begleitet hat

„Es kann ja nicht immer regnen.“

Im Film "The Crow" ist dieser Satz viel mehr als eine Bemerkung über das Wetter. Er ist die leise Erinnerung daran, dass selbst nach den dunkelsten Tagen irgendwann wieder Licht kommt. Dass Traurigkeit ihren Platz haben darf, aber nicht für immer bleiben muss. Und dass Hoffnung manchmal genau dann beginnt, wenn wir sie am wenigsten spüren.  Der Film selbst handelt von einer tiefen und echten Liebe, die über den Tod hinaus geht. Und ich liebe den Film und das Zitat. 

Je länger ich darüber nachgedacht habe, desto mehr hatte ich das Gefühl, dass dieser Satz gestern perfekt zu mir und meinem Garten passte.

Es gibt Tage, an denen wir uns wünschen, dass das Leben uns die Arbeit abnimmt. Dass der Regen fällt, damit wir nicht mit der Gießkanne gießen müssen. Doch manchmal liegt genau darin etwas Tröstliches: Wir können den Himmel nicht verändern. Aber wir können uns trotzdem um das kümmern, was uns am Herzen liegt.

Also habe ich gegossen. Bin durch meinen Garten gelaufen. Habe mich später auf meine Lieblingsbank gesetzt. Habe von dort aus den Amseln zugeschaut, Olga und Oleg betrachtet und versucht, den Tag einfach so anzunehmen, wie er war.

Irgendwann war der Garten versorgt, meine Arme waren schwer, der Himmel immer noch trocken. Der angekündigte Regen blieb aus. Und trotzdem oder genau deshalb hat mich dieser kleine Satz den ganzen Tag über begleitet. „Es kann ja nicht immer regnen.“ Denn wenn das stimmt, bedeutet es auch das Gegenteil. Es kann nicht immer grau bleiben. Irgendwann reißt der Himmel wieder auf. Irgendwann fällt der ersehnte Regen. Und irgendwann kommt auch die Sonne zurück. Vielleicht nicht heute, vielleicht auch nicht morgen. Aber sie kommt.

Und bis dahin machen wir einfach weiter. Wir gießen unsere Blumen. Wir setzen uns auf die Lieblingsbank. Wir freuen uns über jeden kleinen Besuch.  Wir kümmern uns um das, was unsere Aufmerksamkeit braucht. Und wir vertrauen darauf, dass hinter den Wolken die Sonne nie aufgehört hat zu scheinen – auch wenn wir sie im Moment nicht sehen können.

Ich wünsche euch einen schönen Dienstag. Passt gut auf euch auf. ❤️

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