Die trockenste Poolparty der Welt...

Veröffentlicht am 2. August 2026 um 09:40

„Es sind nicht die großen Ereignisse, sondern die kleinen Augenblicke, aus denen das Glück besteht.“ – Carl Hilty

Guten Morgen liebe Leserinnen und liebe Leser 🩷 Gestern habe ich mir ganz bewusst eine kleine Auszeit vom Schreiben gegönnt. Nicht, weil es nichts zu erzählen gegeben hätte – ganz im Gegenteil. Ich hatte einfach keine Lust, Worte zu suchen. Manchmal möchte man einen Tag lieber erleben, als ihn sofort aufzuschreiben. Und genau das habe ich getan.

Der Freitag begann mit einem angenehm kurzen Arbeitstag. Gerade einmal sechs Stunden – das kommt selten vor und fühlt sich besonders freitags richtig gut an. Draußen war es drückend schwül, der Himmel überwiegend bewölkt und mein Garten wirkte dadurch fast ein wenig trostlos. Da war ich gar nicht sooo böse, dass ich für den Nachmittag ohnehin etwas geplant hatte.

Vielleicht erinnert ihr euch noch an den Garten meines Onkels, den ich in den vergangenen Monaten in zwei Etappen ein wenig verschönert habe. Vor Kurzem fragte er mich, ob ich ihm noch einmal hilfreich zur Seite stehen könnte. Diesmal ging es hauptsächlich darum, das ungeliebte Beikraut von den gewünschten Pflanzen zu unterscheiden. Zwischen all dem Grün hatte sich nämlich einiges angesiedelt, bei dem er nicht mehr genau wusste, was bleiben durfte und was sich heimlich und inkognito breitgemacht hatte.

Und ich muss gestehen: Das war gar nicht so einfach. Es war unglaublich viel gewachsen. Allerdings hatten die einst wunderschönen Hortensien unter der Hitze sichtbar gelitten und wirkten ziemlich traurig. Dazu kamen unzählige löchrige Blätter – vermutlich das Werk der vielen Häuschenschnecken, die dort offenbar ein kleines Paradies gefunden haben.

Gemeinsam haben wir trotzdem wieder etwas Ordnung geschaffen. Ein bisschen gezupft, ein bisschen gerupft, ein bisschen gestutzt. Immer mit der Hoffnung, nur das zu entfernen, was tatsächlich entfernt werden sollte. 

An dieser Stelle möchte ich allen, die gerade erst mit dem Gärtnern anfangen, wirklich eine Pflanzenbestimmungs-App empfehlen. Sie liegt nicht immer richtig, aber erstaunlich oft. Und sie bewahrt einen davor, versehentlich eine Pflanze auszureißen, die wenige Wochen später vielleicht wunderschön blühen würde. Mir hat sie gerade am Anfang unglaublich geholfen. Und am Freitag erwies sie sich ebenfalls als hilfreich. 

Nach getaner Arbeit wartete bereits die nächste kleine Tradition. Mein Onkel hatte gekocht. Es gab sein sogenanntes Drei-Dosen-Menü: Kichererbsen, Tomaten und Kokosmilch mit Kartoffeln. Klingt unspektakulär, schmeckt aber richtig lecker und passt irgendwie zu diesem etwas orientalisch anmutenden Sommerwetter.

Danach standen noch meine obligatorische Zwei-Gärten-Gießrunde und ein Einkauf auf dem Programm. Der Einkauf hatte allerdings einen besonderen Grund. Für Samstag hatte sich Besuch angekündigt. Besuch, auf den ich mich sehr freute.

Also begann der Tag segr früh mit der Zubereitung von drei Salaten. Besonders stolz war ich auf den grünen Salat, denn der bestand ausschließlich aus Zutaten aus meinem Garten. Dieses Jahr durfte ich tatsächlich erstaunlich viel Salat selbst ernten. Ein paar Köpfe haben leider das Zeitliche gesegnet. Wer dafür verantwortlich war – Wühlmäuse, Engerlinge oder jemand ganz anderes – konnte ich nicht herausfinden. Jedenfalls waren plötzlich keine Wurzeln mehr da. Aber ich will mich gar nicht beschweren. Für einen leckeren Salat hat es allemal gereicht.

Außerdem gab es einen Gurken-Tomaten-Feta-Salat. Die Tomaten waren diesmal noch gekauft, weil meine eigenen dafür noch nicht ausreichen. Und den Feta musste ich mangels Schaf ebenfalls kaufen.😉

Anschließend habe ich das Grillgut vorbereitet, den Garten ein wenig hergerichtet und schließlich der Pool noch einmal auf Herz und Nieren geprüft. Schließlich sollte es eigentlich eine Poolparty werden. Eigentlich... denn leider hatte der Pool andere Pläne.

Die Algen waren zwar mittlerweile abgestorben, lagen aber größtenteils noch auf dem Boden. Viel schlimmer war allerdings der Chlorgehalt. Der war so hoch, dass wir kein Risiko eingehen wollten. Also blieb der Pool trotz sommerlicher Temperaturen und anderer Pläne ungenutzt. Womit der Titel des Tages eigentlich schon feststand:

Die trockenste Poolparty der Welt.

Besonders leid tat mir dabei kleiner Gast. Badekleidung, Wasserspielzeug und jede Menge Vorfreude waren mitgebracht worden – und am Ende blieb alles trocken. Zumindest äußerlich.  Aber manchmal muss man eben nicht das tun, worauf man am meisten Lust hat, sondern das, was vernünftig ist.

Geschadet hat das der Stimmung zum Glück überhaupt nicht. Im Gegenteil: Wir haben gemeinsam gegrillt und später herrlich leckere Schneeballen gegessen, die meine Freundin gebacken hatte. Ein perfektes Sommergebäck. 😉 Falls Interesse besteht, teile ich das Rezept gerne einmal mit euch.

Anschließend haben wir eine Runde gekniffelt. Was definitiv nicht ganz so spektakulär wie eine Poolparty – aber mindestens genauso lustig. Vor allem musikalisch. Denn mit mir am Tisch saß nicht nur meine Freundin, sondern auch die Frau, mit der ich schon seit Kindertagen ein gemeinsames Hobby habe. Wir kennen uns gefühlt schon immer. Und der Großteil unserer gemeinsamen Jugend bestand darin,  gemeinsam stundenlang Guns N' Roses zu hören und Axl anzuschmachten. Täglich. Laut. Sehr laut.

Und natürlich haben wir an dieser Tradition auch gestern festgehalten. Und sehr zur Freude der weiteren Gäste... gesungen. Vermutlich nicht sehr schön, dafür aber laut. Unsere beiden Zuhörer haben sich ihre Kommentare jedenfalls größtenteils grinsend verkniffen. Allerdings sprachen ihre Gesichter Bände. Was uns überhaupt nicht bei der Performance beeindruckte 😉 Anschließend gab es noch eine Runde Tote Hosen, was offenbar größeren Anklang fand...

Was den Nachmittag aber eigentlich so besonders gemacht hat, war gar nicht das Grillen, das Kniffeln oder unsere sehr ambitionierten Gesangseinlagen. Es waren die Menschen. Meine Freundin gehört seit meiner Kindheit zu meinem Leben. Und genauso gerne wie ich Zeit mit ihr verbringe, vringe ich sie auch mit ihrer Familie. Es wird viel gelacht, viel erzählt und irgendwie fühlt sich alles herrlich unkompliziert an.

Die Stunden sind mal wieder wie im Flug vergangen. Eigentlich ist das doch eines der schönsten Zeichen überhaupt. Wenn man irgendwann auf die Uhr schaut und sich fragt, wo die Zeit geblieben ist, dann war sie wahrscheinlich genau dort, wo sie hingehört – bei Menschen, mit denen man einfach gerne zusammen ist.

Später gab es noch eine Runde Gurkenwasser – diesmal mit Zitronengurken aus dem Garten. Eine überraschend leckere Variante, solange die normalen Gartengurken noch etwas geizig mit ihrer Ernte sind.

Und als meine Gäste am Abend nach Hause gefahren waren, blieb ich noch im Garten sitzen. Endlich wollte ich einmal erleben, wie die neue Beleuchtung wirkt, wenn es wirklich dunkel ist. Und ich wurde nicht enttäuscht. Es sah sehr schön aus und war genauso gemütlich. Und so wurden aus ein paar Minuten ein paar Stunden. Weil ich ohnehin schon da war und es bereits so spät geworden war, habe ich spontan beschlossen, gleich noch einmal im Garten zu übernachten. Was eine gute Idee war. Auch wenn ich nicht sicher bin, ob ich irgendwo heimlich einen achtbeinigen Mitschläfer hatte...

Jetzt sitze ich mit meinem Morgenkaffee auf der Lieblingsbank, lasse die letzten beiden Tage Revue passieren und stelle einmal mehr fest, dass man sich später oft gar nicht an die spektakulären Tage und an das erinnert, was planmäßig verlaufen ist. Sondern an die, an denen vermeintlich gar nichts Besonderes passiert ist, oder etwas schief gelaufen ist...

Ein bisschen Garten. Ein bisschen Familie. Ein paar gute Gespräche. Gemeinsames Essen. Musik. Lachen. Und Menschen, mit denen selbst eine ausgefallene Poolparty zu einem wunderschönen Tag wird. Und Musik ist wirklich eine großartige Erfindung 🩷

Jetzt freue ich mich auf den obligatorischen Familientag. Die Sonne scheint, ich bin zwar etwas übernächtigt, aber ein zweiter Kaffee wird das vermutlich regeln.

Ich wünsche euch einen wunderschönen Sonntag.

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