„Wer die Wunder des Alltags entdecken will, muss nur genau hinsehen.“ – Ernst Ferstl
Guten Morgen, liebe Leserinnen und liebe Leser 🩷 Habt ihr gewusst, dass Amseln Häuschenschnecken futtern?
Ich wusste das bis gestern jedenfalls nicht. Und ehrlich gesagt hätte ich auf dieses Wissen auch gut verzichten können. Bevor ich euch erzähle, warum ich gestern Zeugin dieses ungewöhnlichen Naturschauspiels wurde, möchte ich mich zunächst bei euch bedanken.
Ich hatte ja gefragt, warum ich eurer Meinung nach weiterhin meine Geschichten schreiben sollte. Und im Laufe des Donnerstags haben mich einige Nachrichten erreicht, die mich wirklich berührt haben.
Eine treue Leserin schrieb mir, dass meine Geschichten für sie einfach zum Frühstück dazugehören. Wenn ich aufhören würde zu schreiben, wäre das so, als würde ich selbst auf meinen Morgenkaffee auf der Lieblingsbank verzichten. Ich musste bei diesem Vergleich schmunzeln und irgendwie konnte ich das sehr spontan nachvollziehen 😉
Ein anderer Stammleser schrieb mir: "Ich lese deine Geschichten gerne, weil sie authentisch sind. Du schreibst, wie du sprichst. Du nimmst die Leser mit in deine Welt, berichtest über alles, was dich bewegt, regst zum Nachdenken an, über das eigene Leben und persönliche mentale Einstellungen, baust Brücken und gibst Ratschläge. Vor allem aber gibst du mir das Gefühl, zu deinem Leben dazuzugehören. Wenn du aufhörst zu schreiben – woher erfahre ich dann, wie es mit Olga und Oleg weitergeht, mit deinen Pflanzen und deinem Gemüse? Welche Reisen du planst und auf welchen Konzerten du wieder abfeierst?"...
Ich musste beim Lesen lächeln. Und gleichzeitig hat mich diese Nachricht zum Nachdenken gebracht. Vielleicht geht es tatsächlich gar nicht darum, jeden Tag etwas Außergewöhnliches erlebt zu haben. Vielleicht sind es genau diese kleinen Geschichten aus dem Garten und aus dem Leben, die diesen Blog ausmachen.
Ein weiteres Feedback lautete allerdings auch, dass für viele von euch die Gartenthemen die spannendsten sind – Tipps, Erfahrungen und genau die kleinen Kuriositäten, die man eben nur erlebt, wenn man viel Zeit zwischen Beeten, Bäumen und Blumen verbringt. Ich glaube, da ist etwas Wahres dran. Mein Blog heißt schließlich nicht ohne Grund „Mein Leben im Kleingarten“. Deshalb möchte ich diesen Schwerpunkt künftig wieder etwas stärker in den Mittelpunkt rücken.
Und genau deshalb bekommt ihr heute gleich mehrere Kuriositäten aus meinem Garten, die sich gestern genau so zugetragen haben...
Es begann am Morgen zwischen zwei Terminen im Homeoffice. Da habe ich mir fünf Minuten auf der Lieblingsbank gegönnt und dabei eine Amsel beobachtet, die auffallend aufgeregt vor mir hin und her lief. Irgendetwas schien sie ziemlich nervös zu machen. Sogar so nervös, dass sie ihre Scheu vergaß und mir sehr nahe kam. Wenige Augenblicke später hörte ich ein regelmäßiges Klopfgeräusch gleich neben mir. Natürlich musste ich nachsehen.
Und tatsächlich fand ich die Ursache schnell.: Die Amsel hielt eine kleine Häuschenschnecke im Schnabel und schlug sie immer wieder rhythmisch auf den Betonvorsprung meiner Wassertonne. Irgendwann hatte sie ihr Ziel erreicht, löste die Schnecke aus ihrem Häuschen und trug ihre Beute noch eine ganze Weile stolz im Schnabel spazieren, bevor sie sie schließlich verspeiste.
Mein Herz hätte die kleine Schnecke sehr gerne gerettet. Aber die Natur ist nun einmal Natur. Und so traurig dieser Anblick auch war – eingreifen wollte ich nicht. Allerdings fragte ich mich, wieso sich Herr Amsel (den ich ab sofort Jacques nenne - passend zu seinen kulinarischen Vorlieben) nicht am reich gefüllten Vogelhaus bediente...
A propos Vogelhaus... Offensichtlich hatte sich dieser Donnerstag vorgenommen, sich als offizieller Kuriositätentag zu bewerben. ..
Während ich konzentriert im Homeoffice arbeitete, wurde es draußen plötzlich ungewöhnlich dunkel. Dabei hatte eben noch strahlend blauer Himmel geherrscht und die Hitze war so groß, dass ich froh war, im Haus zu sitzen. Kurz darauf hörte ich laute Geräusche, konnte aber wegen meines Termins zunächst nicht nachsehen. Als ich schließlich nach draußen ging, bot sich mir ein Bild, das ich so auch noch nicht erlebt hatte.
Mein Pavillon hatte beschlossen, seinen angestammten Platz über dem Gartentisch aufzugeben und stattdessen einen Ausflug in den Pflaumenbaum zu unternehmen. Dort hing er – allerdings nicht mehr als Pavillon, sondern in mehreren Einzelteilen. Mein Sonnenschirm für den Pool hatte sich ebenfalls auf Wanderschaft begeben und sämtliche Deko, die nicht hundertprozentig sturmsicher befestigt war, lag irgendwo im Garten verteilt. Der Inhalt des Vogelhauses hatte sich der Schwerkraft hingegeben und lag am Boden...
Ich nahm die Misere zur Kenntnis, musste aber zunächst weiterarbeiten. Glaubt mir: Das fiel mir nicht besonders leicht. Mein Blick war zwar auf den Bildschirm gerichtet, meine Gedanken allerdings ständig bei meinem auseinandergebauten Pavillon. Und ich frage ich mich wirklich, ob Petrus mich ein kleines bisschen auf dem Kieker hat. Dabei war ich ihm gegenüber in den vergangenen Tagen sehr freundlich...
Das Verrückteste an dieser Wetterkapriole? Trotz Sturm und angekündigtem Unwetter blieb der ersehnte Regen fast komplett aus. Das bedeutete nach Feierabend: zwei Gärten gießen. Danke auch.
Und als würden schneckenfressende Amseln und fliegende Pavillons noch nicht reichen, hielt mein Garten weitere Überraschungen bereit. Im Topf meiner Palme wächst mittlerweile eine stattliche Maispflanze – inklusive eines kleinen Maiskolbens. Ich vermute stark, dass Olga und Oleg dafür verantwortlich sind. Die beiden sortieren beim Vogelfutter regelmäßig alles aus, was ihnen nicht schmeckt. Offenbar landete dabei irgendwann ein Maiskorn im Palmentopf. Den Rest hat die Natur erledigt.
Und unter meinem Pfirsichbaum wächst inzwischen eine prächtige Ähre. Vermutlich Weizen oder etwas Ähnliches. Auch hier lautet mein Verdacht: gefiederte Landschaftsgärtner. Ich habe beide Pflanzen einfach stehen gelassen und bin gespannt, was daraus wird. Wer weiß – vielleicht eröffnet mein Garten demnächst seine eigene kleine Landwirtschaft.
Und natürlich gibt es auch noch ein kurzes Pool-Update. Die Stoßchlorung habe ich gestern Morgen durchgeführt. Im Moment sieht der Pool schon wieder deutlich besser aus. Und laut Chatty braucht das Ganze wohl etwas Zeit. Und spätestens morgen, wenn die Sandfilteranlage den ganzen Tag läuft, sollte sich das Wasser auch optisch wieder in diese Richtung wandeln.
Ich hoffe sehr, dass Chatty recht behält. Schließlich ist für morgen eine kleine Poolparty geplant. Es wäre schön, wenn meine Gäste im Wasser baden könnten – und nicht versehentlich denken würden, sie wären im Spinat gelandet...
Nach Feierabend hatte ich dann noch Besuch von einer lieben Kollegin und mittlerweile guten Freundin, die ich viel zu lange nicht gesehen hatte. Wir verbrachten ein paar schöne Stunden miteinander, unterhielten uns über Gott und die Welt und wurden trotz bedrohlich grauem Himmel glücklicherweise vom Regen verschont. Ausnahmsweise war ich darüber sogar froh.
Danach wartete dann noch die große Gießrunde in zwei Gärten auf mich. Während ich mit der Gießkanne zwischen Mais im Palmentopf, einer Getreideähre unter dem Pfirsichbaum, schneckenfressenden Amseln und einem Pavillon im Pflaumenbaum unterwegs war, kam mir nur ein einziger Gedanke: Vielleicht passieren solche Dinge tatsächlich nur in meinem Garten. Oder sie passieren überall – und ich habe einfach gelernt, genauer hinzusehen.
Genau das scheint auch das Geheimnis dieses Blogs zu sein. Es sind nicht die spektakulären Ereignisse, die ihn ausmachen. Es sind die kleinen Geschichten zwischen Vogelgezwitscher, Gemüsebeeten, Wetterkapriolen und Begegnungen, die das Leben schreibt.
Und deshalb werde ich euch auch weiterhin mitnehmen. Zu Olga und Oleg. Zu kleinen Gartenwundern und großen Missgeschicken. Zu Reisen, Konzerten, Gedanken über das Leben und natürlich zu all den Geschichten, die zwischen Blumen, Gemüse und Vogelgezwitscher entstehen. Denn offensichtlich gibt es noch eine ganze Menge zu erzählen. Allerdings wird das nicht mehr täglich passieren. Schauen wir einfach mal 😉
Jetzt wünsche ich euch einen wunderschönen Freitag und einen guten Start ins Wochenende. Und drückt mir bitte die Daumen, dass der Pool bis morgen seine grüne Phase beendet hat. 🩷
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