Wellness fürs Köpfchen 💚

Veröffentlicht am 4. September 2026 um 07:45

„In jedem Spaziergang mit der Natur erhält man weit mehr, als man sucht.“ – John Muir

Guten Morgen liebe Leserinnen und liebe Leser 💚 Auch gestern begann der Tag wieder wunderschön. Das Wetter sollte zwar insgesamt nicht mehr ganz so großartig werden wie an den beiden Tagen zuvor. Aber der Morgen war herrlich und weil meine ersten Termine erst etwas später begannen, hatte ich plötzlich etwas, das an einem normalen Arbeitstag durchaus kostbar ist: Zeit.

Und ich hatte eine Idee, was ich damit anfangen könnte. Ich beschloss nämlich, meine persönliche Schritte-Challenge wieder aufleben zu lassen. Dafür habe ich eine ziemlich perfekte Strecke, die direkt an unserer Kleingartenanlage entlang und anschließend übers Feld führt, bis sie mich irgendwann wieder zurück in den Garten bringt. Ziemlich genau eine Stunde bin ich dabei unterwegs. Früher bin ich diese Runde wirklich regelmäßig gelaufen.

Gestern allerdings zum ersten Mal seit einer gefühlten Ewigkeit. Und schon nach den ersten Metern fragte ich mich ernsthaft, warum eigentlich. Denn Spazierengehen ist für mich Wellness fürs Köpfchen. Und für die Seele gleich mit. Ohne Bademantel, ohne Gurkenscheiben auf den Augen und vor allem vollkommen kostenlos.

Manchmal höre ich dabei Podcasts, manchmal Musik und manchmal einfach nur den Vögelchen zu. Ich schaue mich um, genieße die Natur und die Bewegung an der frischen Luft und irgendwann passiert etwas, das ich gar nicht bewusst steuern muss: Der Kopf wird ruhiger. Gedanken, die vorher noch kreuz und quer durcheinanderliefen, sortieren sich ein bisschen, manches wird plötzlich weniger wichtig und anderes ein bisschen klarer.

Gestern habe ich vor allem die Landschaft genossen. Die Sonne am frühen Morgen, die Felder, den Himmel und all die kleinen Dinge am Wegesrand, an denen ich wahrscheinlich schon unzählige Male vorbeigelaufen bin und die trotzdem jedes Mal ein bisschen anders aussehen.

Natürlich habe ich dabei auch jede Menge Fotos gemacht. Schließlich gab es unzählige schöne Motive. Und ich möchte euch ja auch ein bisschen teilhaben lassen.😉

Und als ich nach ziemlich genau einer Stunde wieder im Garten ankam, war ich nicht nur um einige Schritte reicher, sondern vor allem sehr zufrieden. Es ist schon erstaunlich mit den Dingen, von denen wir eigentlich ganz genau wissen, dass sie uns guttun. Man hört irgendwann damit auf, ohne einen vernünftigen Grund dafür zu haben. Weil der Alltag dazwischenkommt, es zu heiß ist, andere Dinge wichtiger erscheinen oder man schlicht aus der Gewohnheit gerät.

Und irgendwann macht man es wieder und denkt sich: Ach guck. Genau das hat mir gefehlt. Deshalb habe ich gestern beschlossen, meine Runde jetzt wieder öfter zu laufen. Vielleicht sogar jeden Tag, wenn es irgendwie passt. Nicht, weil ich irgendeine magische Anzahl an Schritten erreichen muss oder meine Uhr ansonsten enttäuscht von mir wäre, sondern einfach, weil ich gemerkt habe, wie gut mir diese eine Stunde tut.

Danach ging es ins Garten-Homeoffice und der restliche Arbeitstag verlief erfreulich entspannt. Zwischendurch liefen verschiedene Podcasts, von denen einige durchaus das Potenzial haben, mich künftig auf meinen Runden zu begleiten, während andere nach einem kurzen Probearbeiten wieder entlassen wurden. 

Später erledigte ich noch ein paar Dinge, war kurz einkaufen und widmete mich anschließend dem Garten. Natürlich rupfte ich ein bisschen Unkraut, denn das gehört mittlerweile ungefähr so selbstverständlich zu meinen Tagen wie Kaffee und Musik. Vermutlich würde ich inzwischen nervös werden, wenn ich einen ganzen Tag lang keines finden würde. Und dann musste dringend gegossen werden.

Seit Tagen hat es bei uns nicht mehr geregnet und einige meiner Pflanzen schauten inzwischen derart betroppelt aus, dass selbst ich ihre ziemlich eindeutige Botschaft verstand. Also startete ich eine ausgiebige Gießrunde und versorgte alles, was mir unterwegs durstig erschien, mit reichlich Wasser.

Interessanterweise brauchten meine Pflanzen damit gestern im Grunde gar nicht so viel anderes als ich. Sie Wasser. Ich frische Luft und Bewegung. Und anschließend waren wir alle wieder ein bisschen besser drauf. Zum Abendessen gab es einen leckeren Antipasti-Teller, dazu später natürlich Musik und irgendwann endete ein ziemlich unspektakulärer Donnerstag, der sich trotzdem ausgesprochen gut angefühlt hatte.

Und erst als ich mich mit der heutigen Geschichte beschäftigte, entdeckte ich etwas, das irgendwie wunderbar dazu passt. Heute ist nämlich der "Ökumenische Tag der Schöpfung". Das diesjährige Motto lautet: „Hast du erkannt, wie weit die Erde ist?“

Nun habe ich gestern Morgen ganz sicher nicht erkannt, wie weit die Erde ist. Dafür hätte meine persönliche Schritte-Challenge vermutlich doch ein bisschen ambitionierter ausfallen müssen. Aber vielleicht muss man auch gar nicht immer in die Ferne. Vielleicht reicht es manchmal schon, das kleine Stück Erde wieder bewusst wahrzunehmen, das direkt vor der eigenen Haustür liegt.

Das Feld am frühen Morgen. Die Vögel in den Bäumen. Der Himmel über einem. Ein Garten, der nach Wasser verlangt. Blumen, die sich nach dem Gießen langsam wieder aufrichten. Und dieses wunderbare Gefühl, nach einer Stunde draußen festzustellen, dass nicht nur die Beine ein bisschen gearbeitet haben, sondern der Kopf dafür endlich einmal weniger.

Das ist etwas, das ich in letzter Zeit ein bisschen vergessen hatte. Dass man nicht für alles, was einem guttut, weit fahren, viel Geld ausgeben oder einen ausgeklügelten Plan haben muss. Manchmal braucht es nur ein Paar Schuhe und eine Stunde Zeit. Meine persönliche Wellnessabteilung liegt jedenfalls mitten in und direkt hinter der Kleingartenanlage. Und heute hat sie wieder geöffnet...

Habt einen wunderschönen Freitag. ❤️

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