Guten Morgen liebe Leserinnen und liebr Leser 🫶 Ich bin gerade in den Garten gekommen und einer meiner ersten Blicke fiel wie so oft nach oben aufs Dach. Dort saß meine liebe Olga und ich habe mich bei ihrem Anblick heute Morgen ganz besonders gefreut. ❤️
Natürlich freue ich mich immer, wenn sie da ist. Schließlich gehört sie inzwischen genauso selbstverständlich zu meinem Garten wie meine Blümchen, die Vögelchen am Futterhaus und mein morgendlicher Kaffee. Aber heute hat mich ihr Anblick tatsächlich sehr glücklich gestimmt und mir einen ziemlich großen Stein vom Herzen genommen. Warum das so ist, erzähle ich euch später.
Jetzt erzähle ich euch erstmal von meiner persönlichen Seelentherapie der letzten beiden Tage. Eigentlich wollte ich euch gestern schon von meinem Freitag erzählen, hatte dann aber einfach keine Lust zu schreiben. Und nachdem ich in den vergangenen Tagen wiederentdeckt habe, wie gut es manchmal tut, nur das zu machen, wonach einem gerade ist, fand ich das vollkommen in Ordnung. Also gibt es heute eben zwei Tage zum Preis von einem.
Der Freitag war einer dieser wunderbar unspektakulären Tage, an denen eigentlich gar nichts Besonderes passieren muss, damit sie schön sind. Das Wetter war herrlich und irgendwann zog es mich wieder auf meine mittlerweile reaktivierte Spazierstrecke, an den Gärten entlang, raus übers Feld und einfach eine gute Stunde durch die Gegend. Keine besondere Mission und kein Ziel, sondern einfach Bewegung, frische Luft, Natur und Zeit für mich.
Ich hatte ja schon in den vergangenen Tagen festgestellt, wie sehr mir das gefehlt hatte. Für mich ist Spazierengehen tatsächlich so etwas wie Wellness fürs Köpfchen. Meistens fühlt sich danach alles ein kleines bisschen leichter an. So war es auch am Freitag. Und den Rest des Tages verbrachte ich dann sehr gemütlich im Garten. Mehr gibt es dazu eigentlich gar nicht zu erzählen. 😉 Es war einfach ein schöner Abend und irgendwann stellte ich fest, dass ich überhaupt keine Lust mehr hatte, nach Hause zu gehen.
Also blieb ich und schlief im Garten, was ich ohnehin viel zu selten mache. Denn ich mag das sehr, morgens hier aufzuwachen, wenn alles noch ruhig ist... die Tür aufzumachen und sofort mitten im Grünen zu stehen, hat für mich tatsächlich etwas von Urlaub. Also schlief ich gestern erst einmal aus, kochte mir anschließend einen Kaffee, setzte mich nach draußen und schaute eine ganze Weile den Vögelchen zu. Eigentlich wäre das der perfekte Zeitpunkt gewesen, meine Geschichte zu schreiben.
Ich hatte aber keine Lust. 🤣 Keine Schreibblockade und keine kreative Krise, sondern einfach das Bedürfnis, dort zu sitzen, meinen Kaffee zu trinken, den Vögeln zuzuschauen und nichts zu müssen. Also blieb der Laptop zu und das war erstaunlich schön.
Irgendwann erinnerte mich das echte Leben allerdings daran, dass auch an einem ausgesprochen gemütlichen Samstag ein paar Verpflichtungen warten und so machte ich mich zum Einkaufen auf. Eigentlich wollte ich anschließend sogar noch ein bisschen shoppen gehen, aber aus „eigentlich“ wurde ziemlich schnell „ach nö“. 😎
Also fuhr ich zurück in den Garten und verbrachte dort einen wunderbar gemütlichen Nachmittag mit Sonne, Garten, Liege, einem Schläfchen unter dem Pfirsichbaum, Nichtstun und einfach ein bisschen Zeit für mich.
Später raffte ich mich dann doch noch einmal auf und machte mich auf meine inzwischen fast schon obligatorische Runde. Dieses Mal hatte ich allerdings einen kleinen Plan, denn ich wollte unbedingt den Sonnenuntergang sehen. Das Wetter war schön, die Uhrzeit passte und ich stellte mir schon vor, wie ich irgendwo auf dem Feld stehe und die Sonne ganz spektakulär am Horizont versinkt.
Tja, dann kamen die Bäume. 🤣 Die Sonne verschwand einfach dahinter und aus dem geplanten spektakulären Sonnenuntergang mit perfektem Foto und orange leuchtendem Horizont wurde – nichts. Zumindest nichts von alledem, denn der Spaziergang war trotzdem wunderschön und irgendwie war das auch völlig in Ordnung.
Kurz vor dem Garten war es mit meiner entspannten Stimmung allerdings schlagartig vorbei, denn am Weg entdeckte ich plötzlich sehr viele Federn und schließlich auch die Überreste einer Ringeltaube. Offensichtlich hatte dort irgendein Tier sein Abendessen gefunden und mein erster Gedanke war sofort: Bitte nicht Olga.
Ich schaute mir die Federn an, versuchte irgendetwas zu erkennen und hoffte sehr, dass dieses arme Wesen nicht meine Olga gewesen war. Es war ein sehr trauriger Anblick und ich ging mit schwerem Herzen weiter... und hoffte so sehr, dass Olga im Garten auf mich warten würde... leider war sie aber nirgends zu sehen.
Ich weiß selbstverständlich, dass sie nicht verpflichtet ist, sich bei mir abzumelden, wenn sie anderweitige Taubentermine wahrnimmt, und natürlich verbringt sie auch nicht jeden Tag von morgens bis abends in meinem Garten. Das wusste mein Kopf durchaus, mein Herz fand diese Argumentation allerdings eher mäßig überzeugend. Also schaute ich immer wieder nach ihr und je länger Olga nicht auftauchte, desto weniger gefiel mir die ganze Sache.
Weil ich daran ohnehin nichts ändern konnte, widmete ich mich schließlich einem Projekt, bei dem ich zumindest ein bisschen mehr Einfluss auf den Ausgang hatte: meinem Grill. 😎
Der wartete nämlich schon darauf, endlich eingeweiht zu werden und Holzkohlegrillen gehört nun nicht unbedingt zu meinen ausgewiesenen Kernkompetenzen. Dank eines Grillanzünders und eines geliehenen Anzündkamins bekam ich aber tatsächlich ziemlich schnell ordentlich Glut zustande.
Und ich möchte an dieser Stelle ausdrücklich festhalten, dass dabei nichts Erwähnenswertes passiert ist. 🤣 Weder habe ich meine Haare angezündet noch den Garten in Brand gesteckt oder einen Einsatz der örtlichen Feuerwehr verursacht.
Ich habe einfach einen Grill angezündet wie ein ganz normaler erwachsener Mensch und bin darauf ein bisschen stolzer, als vermutlich angemessen wäre. 😎
Wenig später lagen zwei ziemlich scharfe Rinderspieße auf dem Rost und ich saß daneben - zufrieden und ziemlich glücklich mit meinem Tag. Nur der Gedanke an Olga blieb irgendwo im Hinterkopf.
Und damit wären wir wieder bei heute Morgen und bei dem Moment, mit dem diese Geschichte begonnen hat. Ich kam in den Garten, schaute zum Dach und da saß sie: meine Olga. ❤️
Vollkommen lebendig und unversehrt saß sie dort, als wäre überhaupt nichts gewesen, während ich mir seit gestern sämtliche möglichen Taubenkatastrophen ausgemalt hatte. Madame hatte vermutlich einfach irgendwo ein vollkommen normales Taubenleben geführt und dürfte sich eher darüber gewundert haben, warum die Frau unter ihr sie plötzlich derart begeistert anstrahlt.
Ich glaube, ich habe mich selten so sehr darüber gefreut, einen Vogel auf meinem Dach sitzen zu sehen.
Und während ich jetzt darüber nachdenke, passt dieser kleine Moment eigentlich ziemlich gut zu meinem ganzen Wochenende. Ich hatte in den vergangenen Tagen wieder angefangen, meine Runden zu laufen, viel Zeit draußen verbracht, im Garten geschlafen, ausgeschlafen, Vögel beobachtet, in der Sonne gelegen, nichts getan, wenn mir nach Nichtstun war, und mich bewegt, wenn mir nach Bewegung war.
Gestern wollte ich unbedingt einen Sonnenuntergang sehen und die Sonne verschwand hinter den Bäumen. Danach wollte ich unbedingt Olga sehen und auch sie war plötzlich nicht da. Heute Morgen saß sie wieder auf meinem Dach.
Vielleicht müssen manche Dinge gar nicht ständig vor unseren Augen sein, damit sie noch da sind, und vielleicht müssen wir auch nicht immer alles sofort wissen, lösen oder festhalten. Manchmal können wir einfach weitergehen und schauen, was hinter der nächsten Ecke oder am nächsten Morgen auf dem Dach wieder auftaucht.
Und vielleicht war genau das mein Wochenende: Seelentherapie.
Nicht spektakulär und schon gar nicht kompliziert, sondern eine ziemlich einfache Mischung aus Sonne, Garten, Bewegung, einer Nacht im Grünen, Kaffee, Vögelchen, Nichtstun, zwei Rinderspießen und der Erlaubnis, einfach mal das zu tun, was mir guttut.
Und manchmal braucht es offenbar noch eine Olga, die am Sonntagmorgen wieder auf dem Dach sitzt und ganz nebenbei dafür sorgt, dass die Welt wieder ein kleines bisschen mehr in Ordnung ist. ❤️
Ich wünsche euch einen wunderschönen Sonntag und werde meine persönliche Seelentherapie jetzt noch ein bisschen fortsetzen. Mit Olga in Sichtweite. Sicher ist sicher. 😉❤️
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