Guten Morgen liebe Leserinnen und liebe Leser ❤️ Ich glaube, es gibt Beziehungen, bei denen man irgendwann ganz nüchtern feststellen muss, dass der Wille allein nicht reicht.
Dabei hatte ich mir gestern wirklich Mühe gegeben.
Vielleicht sogar mehr, als angesichts meiner körperlichen Verfassung vernünftig gewesen wäre. Denn das Wochenende steckt mir noch immer ein bisschen in den Knochen. Ich bin müde, habe eindeutig zu wenig geschlafen und auch meine Stimme klingt inzwischen so, als hätte ich die vergangenen Tage pausenlos gesungen und geredet. Was natürlich überhaupt nicht sein kann. Vermutlich kündigt sich eine Erkältung an. Anders lässt sich das wirklich nicht erklären.😇
Eigentlich hätte ich also allen Grund gehabt, mich gestern nach Feierabend einfach irgendwo hinzusetzen und nichts mehr zu tun. Aber ich hatte mir etwas vorgenommen. Und wenn ich mir etwas vorgenommen habe, bin ich durchaus bereit, einer Sache noch einmal eine Chance zu geben. Vielleicht sogar eine der letzten für dieses Jahr.
Ich hatte mich darauf eingestellt und ich hatte Zeit eingeplant. Das Wetter spielte mit. Die äußeren Bedingungen hätten also kaum besser sein können. Eigentlich stand einem harmonischen gemeinsamen Nachmittag nichts im Wege.
Und dann war nach wenigen Minuten schon wieder die Energie raus. Einfach so.
Ich war einigermaßen fassungslos. Natürlich könnte man jetzt behaupten, dass ich daran nicht vollkommen unschuldig gewesen sei. Beziehungen brauchen schließlich Pflege, und möglicherweise hatte ich beim letzten Mal tatsächlich versäumt, für ausreichend Energie zwischen uns zu sorgen.
Aber ganz ehrlich: Wenn es schon nach wenigen Minuten vorbei ist, darf man trotzdem enttäuscht sein Ich versuchte es noch einmal... mit dem gleichen Ergebnis...
Da stand ich nun. Bereit, motiviert und durchaus willig – und mein Gegenüber machte schlapp.
Früher hätte ich vielleicht versucht, die Sache irgendwie zu retten. Noch ein bisschen gewartet, herumprobiert und mich gefragt, was ich anders hätte machen können. Inzwischen bin ich älter und möglicherweise auch ein kleines bisschen klüger.
Also habe ich.... ihn erst einmal ans Ladegerät gehängt.
Manche brauchen Abstand. Meiner brauchte offenbar erst einmal neue Energie.
Nun hätte ich die Angelegenheit an dieser Stelle einfach beenden können - vielleicht sogar sollen. Aber offenbar bin ich nicht besonders gut darin, einen Plan aufzugeben, solange sich noch irgendeine Alternative auftreiben lässt.
Also habe ich mir einen anderen geschnappt. Ich weiß, wie das klingt. Und ja, vielleicht ging das ein bisschen schnell. Der eine hing noch am Ladegerät und ich hatte schon den nächsten in der Hand.
Aber was soll ich sagen? Der Neue war kleiner, handlicher und deutlich wendiger. Außerdem kam er hervorragend in die Ecken.
Manchmal entdeckt man eben erst bei einem anderen, was einem bisher gefehlt hat. 😎
Anfangs lief es zwischen uns wirklich gut. Wir fanden erstaunlich schnell unseren Rhythmus und ich dachte kurz, dass dieser Nachmittag vielleicht doch noch ein gutes Ende nehmen könnte. Während der andere neue Kraft sammelte, widmete ich mich also voller Elan meinem Ersatzprogramm.
Ich möchte nicht übertreiben, aber für einen kurzen Moment dachte ich tatsächlich: Das könnte funktionieren.
Dann verlor er den Faden. Und zwar komplett. Nicht nur im übertragenen Sinne. Er verlor wirklich den Faden. Meterweise.
Gleichzeitig warf er auch noch seinen Deckel von sich und verteilte Teile seines Innenlebens in alle Richtungen.
Ich stand daneben und dachte nur: Ernsthaft? Zwei an einem Nachmittag – und beide machen schlapp. Irgendwann fragt man sich zwangsläufig, ob es vielleicht doch an einem selbst liegt. 🤣
Ich beschloss trotzdem, nicht vorschnell aufzugeben. Schließlich sollte man eine Beziehung nicht beim ersten Problem beenden. Kommunikation, Geduld und gegenseitiges Verständnis sind wichtig. Also setzte ich mich hin und versuchte herauszufinden, was genau in ihm vorging. Das war komplizierter als gedacht.
Ich zog vorsichtig am Faden, wickelte ihn zurück, drehte an der Spule, setzte sie wieder ein, nahm sie wieder heraus und versuchte zwischendurch mehrfach zu verstehen, wie aus einer eigentlich unkomplizierten Begegnung innerhalb weniger Sekunden ein derartiges Desaster hatte werden können.
Je länger ich mich damit beschäftigte, desto verworrener wurde die Situation.
Der Faden war inzwischen überall.Nur nicht dort, wo er hingehörte.Ich versuchte es mit Geduld. Dann mit Fingerspitzengefühl. Dann mit weniger Geduld. Dann ohne Fingerspitzengefühl...
Und irgendwann kam der Moment, an dem ich wusste:
Wir müssen reden. Leider war er dazu nicht bereit.
Also holte ich den Seitenschneider. Ich finde, es gibt Probleme, die lassen sich mit Kommunikation lösen. Und es gibt Probleme, bei denen hilft nur noch Werkzeug. Schnipp. Danach herrschte erst einmal Ruhe.
Vor mir lagen Faden, Spule, Deckel und die Überreste einer Beziehung, die ungefähr zehn Minuten gehalten hatte.
Immerhin war die Situation jetzt übersichtlicher. Ich untersuchte ihn noch einmal genauer und musste schließlich akzeptieren, dass ich dieses Problem nicht alleine lösen konnte. Der Deckel war offensichtlich verschlissen und hielt nicht mehr.
Und an dieser Stelle tat ich etwas, das ich erstaunlich gut kann: Ich holte mir Unterstützung... Von ChatGPT.
Es wurden Fotos gemacht, Probleme analysiert, Möglichkeiten diskutiert und schließlich stand fest: Ein Ersatzteil muss her.
Ich habe also einen neuen Deckel bestellt. Er kommt am Samstag. Bis dahin herrscht Beziehungspause.
Der andere hat sich währenddessen übrigens prächtig erholt. Seine Akkus sind inzwischen wieder vollständig geladen und er wäre heute vermutlich bereit, dort weiterzumachen, wo wir gestern aufgehört haben. Typisch.
Kaum zieht man sich zurück, ist plötzlich wieder Energie da. 😎
Ich weiß allerdings noch nicht, ob ich heute noch möchte.
Denn während ich hier mit meinem Kaffee sitze und auf meinen gestrigen Nachmittag zurückblicke, frage ich mich, ob man wirklich jede Beziehung sofort wieder zum Laufen bringen muss.
Vielleicht darf manches auch einfach mal stehen bleiben.
Vielleicht muss man nicht jedes Problem noch am selben Tag lösen, nicht jedem verlorenen Faden hinterherlaufen und schon gar nicht ständig versuchen, Energie in etwas hineinzupumpen, das gerade offensichtlich eine Pause braucht.
Manchmal kann man alles versuchen und trotzdem feststellen, dass es heute einfach nicht sein soll. Der Wille war schließlich da. Meiner zumindest...
Jetzt trinke ich erst einmal meinen Kaffee, begebe mich danach in mein Garten-Home-Office und schaue, was dieser Dienstag bringt.
Und falls es heute Nachmittag regnet, werde ich vermutlich mitfühlend aus dem Fenster schauen und feststellen, wie außerordentlich schade es ist, dass ausgerechnet jetzt das Wetter verhindert, dass wir beide an unserer Beziehung arbeiten können. Man soll schließlich nichts erzwingen.
Und falls es nicht regnet? Nun ja. Dann müssen wir vielleicht doch noch einmal miteinander reden. Mein Rasenmäher und ich. 🤣❤️
Ich wünsche euch einen schönen Dienstag und ganz viel Spaß bei allem, was ihr vorhabt 😉
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