Sonnenschein, Waffeln und ein Problem weniger ...

Veröffentlicht am 2. März 2026 um 06:56

Guten Morgen liebe Leserinnen und liebe Leser und alles Gute zum "Tag der alten Dinge", dessen Hintergrund nicht eindeutig belegt ist. Aber mir gefiel der Gedanke, dass es einen solchen Tag gibt 😉 Genau wie den gestrigen "Tag der Hand" - den ich sehr ernst genommen und ausgiebig zelebriert habe.

Mein Samstag begann - erwartungsgemäß - im Garten. Wo  ehrliche Arbeit und klare Gedanken oft ganz von selbst zusammenfinden. Es wartete noch jede Menge Baumschnitt darauf, zerkleinert zu werden, und ein Blick auf die gefrorene Vogeltränke verriet mir, dass es in der Nacht noch einmal Frost gegeben hatte. Damit hatte ich nicht gerechnet. Gebraucht hätte ich es auch nicht. Aber so ist das wohl, wenn der Frühling erst leise anklopft und sich noch nicht ganz entscheiden kann...

Ich gönnte mir also zuerst eine warme Decke und einen heißen Kaffee... schaute und fror eine Weile vor mich hin und... schnappte mir meine Gartenschere... Danach habe ich über zwei Stunden lang Äste und Zweige klein geschnitten, ein bisschen Brennholz fabriziert und den Rest fein säuberlich im Bauch von Rosinante gesammelt – bis meine rechte Hand und der dazugehörige Arm irgendwann sehr deutlich zu verstehen gaben, dass sie mit dieser Aktion nicht einverstanden sind. Als sie sich schließlich kaum noch bewegen ließen, habe ich dann nachgegeben und vernünftigerweise Feierabend gemacht.

Die Sonne war inzwischen endlich aufgewacht und ich habe mich hingesetzt, sie mir ins Gesicht scheinen lassen und einfach nur da gesessen. Bis mich ein Anruf erreichte, über den ich mich früher vermutlich sehr aufgeregt hätte. Und der mir vermutlich den Tag versaut hätte. Doch das ist gestern nicht passiert. Und ich erkläre euch später auch, warum. Aber zuerst erzähle ich euch vom Rest des Tages, der nicht nur schön, sondern auch sehr erholsam war. Und der mir ganz viel Ruhe geschenkt hat. 

Wie es sich für einen Sonntag gehört, hatte ich nämlich einen waschechten Familiensonntag 💚 Zuerst ein kurzer Besuch bei meinem Bruder und seiner Familie... dann Mittagessen bei meinen Eltern und dann ganz spontan anschließend noch zu meiner Schwester und Familie in ihren wunderschönen Gartenpavillon. Sonne im Gesicht, selbstgemachte Waffeln, Gespräche und das gute Gefühl, mit lieben Menschen Zeit verbringen zu können – ein Nachmittag wie aus dem Bilderbuch. Warm, weich, wohltuend und genau das, was es ich gebraucht habe ❤️

Später habe ich dann mit meinem größten Patenkind, das tatsächlich bald schon 18 wird, noch eine kleine Runde gedreht. Eine begleitete Spritztour bei strahlendem Sonnenschein, blauem Himmel und Schäfchenwolken. 

Zum Abschluss des Sonntags ging es dann noch einmal in den Garten. Ich habe die letzten Sonnenstrahlen eingesammelt, den Tag nachklingen lassen und wieder festgestellt: Das Leben mit Sonnenschein ist einfach ein besseres Leben ☀️

Und dann kamen sie, diese Gedanken, die der Anruf am Morgen hervorgebracht hat...Ich hatte mir ja vorgenommen, mich nicht mehr aufzuregen und mich weniger zu ärgern. Wie ihr wisst , komme ich diesem Ziel näher – auch wenn ich noch lange nicht da bin, wo ich hinmöchte... nun, über den Anruf beziehungsweise dessen Inhalt hatte ich mich tatsächlich nicht geärgert. Auch wenn es dazu wohl ausreichend Grund gegeben hätte. Und ich habe mich gefragt, warum das so war. 

Da musste ich an einen Satz denken, den eine Kollegin einmal gesagt hat. Ich hatte sie nämlich gefragt, was das Geheimnis hinter ihrer gnadenlosen Gelassenheit ist, die ich so sehr bewundere. Und ihr ganzes Geheimnis der Gelassenheit passt in einen einzigen Satz: "Ich möchte keine Probleme haben." Nun, wer möchte das schon. Aber danach hat sie es logisch erklärt: "Wenn jemand ein Problem mit ihr hat, aber nicht mit mir darüber spricht, dann hat er das Problem und darf es gerne behalten, solange er nicht mit mir darüber spricht. So habe ich kein Problem. Und wenn ich selbst ein Problem mit jemandem habe, dann gebe ich es zurück, indem ich es direkt anspreche. Dann habe ich das Problem abgegeben und selbst keines mehr.

Klingt tatsächlich sehr sinnvoll und logisch, ist aber nicht immer leicht. Aber trotzdem sehr wirksam. Und in meinem Fall gestern hat es funktioniert. Ich habe entschieden, dass jemand, der anonyme Beschwerden verfasst, vermutlich ein größeres Problem hat, als ich. Also darf dieser Mensch dieses Problem sehr gerne behalten. Sollte er die Größe und den Mut finden, mich damit zu konfrontieren, können wir das natürlich gerne gemeinsam klären  Bis dahin habe ich dieses Problem jedoch dankend abgelehnt und gar nicht erst angenommen. Auch das ist ein bewährter Weg zum Glück.

„Gelassenheit ist eine anmutige Form des Selbstbewusstseins" – Marie von Ebner-Eschenbach

Gerade dort, in diesem letzten stillen Gartenmoment, habe ich gemerkt, wie viel Kraft eigentlich darin liegt, nicht alles an sich heranzulassen. Früher hätte ich diese Nachricht vermutlich mitgenommen. Hätte sie gedanklich hin- und hergedreht, hätte mich geärgert, mich erklärt, mich gefragt, ob ich etwas hätte anders machen müssen. Kurz gesagt: Ich hätte ein Problem angenommen, das mir gar nicht gehörte.

Dieses Mal war es anders. Vielleicht liegt es an der Sonne. Vielleicht an den vielen kleinen guten Momenten dieses Tages. Vielleicht auch einfach daran, dass man mit der Zeit lernt, besser zu sortieren: Was ist meins – und was nicht?

Probleme sind ja ein bisschen wie Pakete. Manche werden uns ganz bewusst in die Hand gedrückt, mit Absender, mit Inhalt, mit der Einladung, sie gemeinsam auszupacken. Andere hingegen werden anonym vor die Tür gestellt. Ohne Gespräch. Ohne Blickkontakt. Ohne Verantwortung. Und genau da, finde ich, darf man sich entscheiden, sie stehen zu lassen. Denn nicht jedes Problem, das irgendwo existiert, ist automatisch auch meines. Und nicht jede Unzufriedenheit, die jemand empfindet, muss zwangsläufig bei mir landen.

Ich habe festgestellt: In dem Moment, in dem ich innerlich sage „Danke, aber nein danke“, passiert etwas Erstaunliches. Die Schwere bleibt draußen. Der Tag bleibt heil. Und das Glück – dieses leise, unspektakuläre Alltagsglück – darf bleiben.

Natürlich heißt das nicht, Konflikten aus dem Weg zu gehen. Im Gegenteil. Wenn jemand mit mir spricht, wenn jemand den Mut hat, ein Thema offen anzusprechen, dann bin ich da. Dann höre ich zu. Dann trage ich meinen Teil. Aber alles andere? Das darf bei dem bleiben, dem es gehört. Vielleicht ist genau das ein Stück Erwachsenwerden. Oder Gelassenheit. Oder einfach eine sehr praktische Form von Selbstfürsorge.

Und während ich so darüber nachdachte, die letzten Sonnenstrahlen im Gesicht, den Garten still um mich herum, war da plötzlich dieses Gefühl: Heute habe ich nicht nur Äste zerkleinert – sondern auch ein bisschen Ballast dagelassen.

Und dann... habe ich den gestrigen"Plane-alleine-zu-verreisen-Tag" zelebriert, indem ich die Schlusszahliung für meine Reise nach Cornwall angewiesen habe. In rund 6 Wochen ist es dann endlich soweit und ich kann es kaum erwarten 😍

Jetzt liegt aber erstmal ein neuer Tag vor uns. In einer neuen Woche und einem neuen Monat 😉Und ich wünsche euch einen schönen Tag mit mindestens einem Problem weniger 🫶

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