Vergissmeinnicht 💜

Veröffentlicht am 5. März 2026 um 07:07

Guten Morgen liebe Leserinnen und liebe Leser 🩷 Ich hoffe, dass es euch gut geht und ihr den Frühling genauso genießt, wie ich es in den letzten Tagen getan habe (und immernoch tue). Und bevor ich euch davon erzähle, möchte ich euch eine Frage stellen: Wann habt ihr zum letzten Mal ein richtiges Fotoalbum in den Händen gehalten? Erinnert ihr euch überhaupt noch daran?

Ich kann euch diese Frage sehr konkret beantworten: Gestern. Und dabei ist mir klar geworden, dass Fotoalben ganz viel Glück beinhalten. Wie es dazu kam? Das erzähle ich euch später. Zuerst möchte ich euch noch erzählen, dass der Dienstag und die Geburtstagsfeier meiner Schwester sehr schön waren. Was nicht nur an dem wunderbaren Frühlingswetter lag 💕

Und gestern war Mittwoch. Der erste Mittwoch seit langer Zeit, der ein offizieller Arbeitstag war. Womit er etwas Besonderes war. Genau wie die unzähligen freien Mittwoche vorher immer etwas Besonderes waren. Jahre lang waren sie meine kleinen Inseln im Alltag – Tage voller schöner Dinge, Begegnungen und Momente, die das Herz ein bisschen wärmer machen.

Und gestern, an einem Frühlingstag mit jeder Menge Sonnenschein, habe ich mir vorgenommen, meinem Mittwochs-Motto auch weiterhin treu zu bleiben. Vielleicht nicht in der ganzen großen Freiheit von früher, aber zumindest in kleinen, kostbaren Portionen... und habe gleich damit angefangen 😉

Der Morgen begann unangenehm kalt. Nicht mehr frostig wie in den letzten Tagen, aber trotzdem so eisig, dass der erste Weg selbstverständlich zum Ofen führte. Ein bisschen Wärme ins Gartenhaus holen, bevor ich mein Tagewerk im Homeoffice begann... Danach gab es – wie es sich gehört – den obligatorischen Morgenkaffee auf meiner Lieblingsbank.

Dank einer braven Kaffeemaschine hat das wunderbar funktioniert. Der Kaffee dampfte, die Luft war kalt und klar, und ich voller Tatendrang. Weshalb ich gleich an den Schreibtisch ging und mich in ein Konzept vertiefte, das mir wirklich am Herzen liegt. Und wie das manchmal so ist: Wenn einen ein Thema packt, vergisst man alles um sich herum. Stundenlang saß ich da, dachte, schrieb, verwarf Ideen, sortierte Gedanken – und ehe ich mich versah, war der Vormittag vergangen.

Mittagspause? Gab es gestern nicht. Ich war einfach zu tief in meinen Gedanken und der Präsentation versunken. Und während ich drinnen arbeitete, wanderte draußen die Sonne ums Gartenhaus...☀️

Erst am Nachmittag, kurz bevor ich mir eine kleine Bankpause mit Nachmittagskaffee gönnen wollte, ploppte eine Nachricht auf. Eine liebe Nachbarin fragte, ob wir uns später spontan im Garten treffen sollten, um einen Plan umzusetzen, den wir beide vor ein paar Wochen geschmiedet hatten: Fotos von ihrem Urlaub in England anschauen 💛

Und weil die Sonne immernoch schien und ich Lust hatte, sie und meine Bank zu teilen... sagte ich spontan zu und freute mich auf die Fotos und natürlich auf die Gesellschaft. Schöne Dinge mit lieben Menschen - geht auch an einem nicht freien Mittwoch 😉

Und so saßen wir eine gute Stunde später auf der Bank, genossen die letzten Sonnenstrahlen, tranken ein kühles Gurkenwasser und blätterten Seite für Seite durch ein wunderschönes Fotoalbum, das vor vielen Jahren entstanden ist und von schönen Momenten erzählte, die ich nicht selbst erlebt, mir aber sehr gut vorstellen konnte. 

Und während wir die Bilder anschauten, passierte etwas Wunderbares. Mit jedem Foto tauchten Geschichten auf. Erinnerungen und Gefühle, die meinem Gegenüber ein Lächeln ins Gesicht zauberten. Ein einziges Bild – und plötzlich war da wieder eine ganze Szene im Kopf... der Moment auf dem Foto erwachte nach langer Zeit wieder zum Leben....

Und mir wurde etwas bewusst, das ich schade finde: Wir haben kaum noch gedruckte Bilder und selten Fotoalben in der Hand. Obwohl wir ständig Fotos machen... Mit dem Handy, schnell zwischendurch, meistens gleich mehrere hintereinander – sicher ist sicher. Speicherplatz scheint es ja unendlich zu geben. Und doch habe ich das Gefühl, dass Fotos heute oft viel schneller wieder verschwinden. Früher war das anders.

Damals hatte man einen Film mit 24 oder vielleicht 36 Bildern. Mehr nicht. Jedes einzelne Foto war eine kleine Entscheidung. Man überlegte kurz, bevor man den Auslöser drückte. Und vielleicht ist es genau das, was ein Fotoalbum von einer Handygalerie unterscheidet. Ein Album sagt nicht einfach nur: Hier war etwas. Ein Album sagt: Das war wichtig. Und zwischen Foto und Album lag ja auch noch ein langer Weg...

Wenn der Film voll war, kam erstmal das gespannte Warten. Und wenn man die entwickelten Fotos abgeholt hatte... begann ein zweiter, fast genauso spannender Teil. Man saß am Tisch, breitete die Bilder aus, betrachtete sie...sortierte, lachte, erinnerte sich schon beim Anschauen wieder an den Moment. Und erst dann wurden die Fotos sorgfältig in ein Album geklebt. Mit Datum. Mit kleinen Notizen. Manchmal mit Eintrittskarten oder gepressten Blümchen dazwischen.

Gestern ist mir wieder eingefallen, was für eine schöne Sache das eigentlich war. Man hat sich Zeit genommen. Man hat ausgewählt. Und genau deshalb hatte jedes Bild ein bisschen mehr Gewicht.

Irgendwie ist es fast lustig: Früher hatten wir viel weniger Möglichkeiten – und haben viel mehr daraus gemacht.

Heute haben wir tausende Fotos in unseren Taschen. Aber nur selten ein Album auf dem Tisch. Und vielleicht ist genau das der Grund, warum sich dieses alte Fotoalbum gestern so besonders angefühlt hat. Es war nicht einfach nur eine Sammlung von Bildern. Es war eine kleine Reise zurück in Momente, die sich jemand einmal ganz bewusst ausgesucht hat, um sie zu bewahren.

Und deshalb haben Fotoalben meiner Meinung nach ganz viel mit Glück zu tun. So ein Fotoalbum ist nämlich eigentlich eine kleine Zeitmaschine. Es sagt zu jedem einzelnen Moment: Vergiss mich nicht. Und "Glück ist Erinnerung, die bleibt.“ — Unbekannt

Und passend zu diesem Gedanken könnt ihr im Titelbild eines der wunderschönen Blümchen bewundern, die ich mir letzte Woche gegönnt habe – kleine Vergissmeinnicht. Ein Name, der  perfekt zu diesem Nachmittag passte und mich auf eine Idee brachte: ich werde demnächst ein Fotoalbum anlegen. Gleich, nachdem ich aus England zurück gekommen bin. Mit hoffentlich vielen tollen Fotos im Handgepäck 🩷

Als gestern Abend die Sonne hinter den Bäumen verschwand, wurde es sofort wieder kühl. Also machten wir uns gemeinsam auf den Heimweg und ließen den Abend gemütlich ausklingen.

Und während ich kurz vor dem Einschlafen den Tag noch einmal Revue passieren ließ, wurde mir klar: Vielleicht ist mein freier Mittwoch vorbei. Aber das, was ihn immer ausgemacht hat – die kleinen schönen Momente – das bleibt. Und :

"Das Schönste an der Erinnerung ist, dass man sie jederzeit wieder besuchen kann.“ — Unbekannt

Jetzt besuche ich aber erstmal das Büro und wünsche euch einen schönen Donnerstag und viel Spaß bei allem, was ihr vorhabt. Vielleicht... kramt ihr ja mal ein altes Fotoalbum heraus und setzt euch damit in die Sonne? 😉💛

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