Guten Morgen liebe Leserinnen und liebe Leser 💜 Schon wieder Freitag und immernoch Frühling. Es gibt deutlich unangenehmere Konstellationen 😉 Allerdings auch noch eine Steigerung. Welche das sein könnte, erzähle ich euch später. Zuerst aber kommt mein Bericht zum Donnerstag. Der einer dieser Tage war, die eigentlich gar nicht nach einer Geschichte verlangen.
Kein großes Ereignis, kein dramatisches Abenteuer. Und trotzdem sammelt sich im Laufe eines Tages immer wieder eine Handvoll kleiner Episoden, die am Ende doch erzählen, wie das Leben so spielt. Und dass jeder Tag das Potenzial für einen guten Tag haben kann...
Der Morgen begann mit einem sehr schnellen Morgenkaffee auf der Lieblingsbank. Was nicht nur an der Kälte, sondern auch an dem Umstand lag, dass ich einen frühen Termin hatte und ins Büro wollte. Dort kam ich dann allerdings erst nach einem kleinen Umweg an. Denn ich hatte vergessen (oder vielleicht auch verdrängt), dass mal wieder eine Brücke auf meinem üblichen Weg zur Arbeit gesperrt wude – für die nächsten 6 Monate...
Also fuhr ich eine andere Strecke, ein bisschen quer durch die Gegend, und hatte schon früh das Gefühl, dass dieser Tag offenbar beschlossen hatte, seine eigene Route zu nehmen.
Im Büro angekommen wartete gleich die nächste kleine Premiere: Zum ersten Mal seit zehn Jahren parkte ich nicht in der Tiefgarage. Meinen Stellplatz habe ich nämlich kürzlich aus Kostengründen gekündigt. Eine vernünftige Entscheidung, auch wenn sie sich im ersten Moment ein bisschen ungewohnt anfühlte.
Also stellte ich mein Auto draußen auf einen öffentlichen Parkplatz und ging zu meinem ersten Termin. Als ich später wieder auf dem Flur war, um meinen Kaffeebedarf zu stillen, sprach mich ein Kollege an: „Du weißt aber schon, dass man da draußen nur eine Stunde parken darf?“ Nun ja. Wusste ich nicht und offensichtlich muss ich das mit dem Parken erstmal üben. Scheint ja nicht ganz so einfach zu sein...
Ich ging also direkt wieder nach draußen – was bei dem Wetter überhaupt kein Problem war, denn es war erstaunlich warm für Anfang März. Während ich zu meinem Auto ging, sah ich sie schon: die Dame mit dem Knöllchenblock, die langsam die Straße entlanglief. Aber ich war schneller, setzte mich ins Auto, fuhr ein paar Meter weiter und parkte um. Ich wollte ja schließlich sparen und nicht die Stadtkasse mit einem Knöllchen füllen...
Der Rest des Arbeitstages verlief dann angenehm ruhig. Gespräche, Aufgaben, ein paar Dinge, die erledigt werden wollten. Eine kurze Mittagspause, bei der ich eingeladen wurde... noch ein paar Termine... Kurz vor Feierabend fragte mich eine liebe Kollegin ganz spontan: „Hast du Lust, noch einen Kaffee in der Sonne zu trinken?“
Und wie so oft sind genau diese spontanen Ideen die besten.
Wir setzten uns draußen in ein Café, genossen die warme Luft und die Sonne – und aus dem geplanten Kaffee wurde kurzerhand noch ein Crepe mit Erdbeeren. Eine ausgesprochen gute Entscheidung. Und während wir dort saßen und das Leben für einen Moment ganz leicht erschien, dachte ich, dass mein Mittwochsmotto auch sehr gut zum Donnerstag passt 😉
Genau wie der heutige Freitag – der ein besonderer Tag ist:
Der National Day of Unplugging. Eine Idee, die ursprünglich aus der jüdischen Sabbat-Tradition entstanden ist und Menschen dazu einlädt, für 24 Stunden bewusst Abstand von der digitalen Welt zu nehmen. Ein Tag, an dem man das Handy auch mal liegen lassen darf, nicht ständig erreichbar sein muss und sich stattdessen wieder ein bisschen mehr dem echten Leben widmet.
Dafür gibt es sogar zehn kleine Empfehlungen. Sie lesen sich fast wie eine freundliche Anleitung zum Glück:
- Handy und Computer ausschalten
- Zeit für Gespräche nehmen
- gemeinsam essen
- nach draußen gehen
- ein Buch lesen
- Musik hören
- etwas Kreatives tun
- jemanden besuchen
- sich erlauben, einfach mal nichts zu tun
- und den Moment bewusst genießen
Eigentlich klingt das gar nicht nach Regeln. Eher nach einem ziemlich guten Plan. Zumindest, wenn man auf der Suche nach dem Glück ist 😉
Der amerikanische Schriftsteller Henry David Thoreau hat einmal gesagt:
„Der Preis von etwas ist die Menge an Leben, die man dafür eintauscht.“
Vielleicht ist genau das die Idee hinter diesem Tag.
Ein kleines Stück Leben zurückzuholen – von all den Bildschirmen, die so viel Aufmerksamkeit verlangen.
Und wenn ich so darüber nachdenke, dann hatte dieser ganz normale Donnerstag eigentlich schon ein bisschen damit angefangen:
Ein Morgenkaffee im Garten. Ein kurzer Spaziergang. Gespräche mit Kolleginnen und Kollegen. Eine spontane Tasse Kaffee in der Sonne.Und ein Crepe mit Erdbeeren.❤️
Manchmal braucht es gar nicht viel, um einen Tag besonders zu machen. Nur ein paar kleine Momente, die uns daran erinnern, wie gut sich echtes Leben anfühlt. Oder, um es mit den Worten von Albert Schweitzer zu sagen:
„Das Glück ist das einzige, das sich verdoppelt, wenn man es teilt.“
In diesem Sinne wünsche ich euch einen schönen "Unplugged Day" - oder, wie er bei uns heißt: "Zieh dich raus-Tag". Hier erscheint mir das "r" übrigens sehr wichtig 😉
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