„Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.“ — Johann Wolfgang von Goethe
Guten Morgen liebe Leserinnen und liebe Leser 🩷 Die letzten zwei Tage waren – sagen wir es freundlich – eher von der unspektakulären Sorte und eigentlich gäbe es heute nicht viel zu erzählen. Eigentlich... denn vielleicht steckt genau darin ein kleines Geheimnis des Glücks...
Der Mittwoch begann mit einem Wetter, das sich offensichtlich vorgenommen hatte, möglichst wenig Frühlingsgefühle zu verbreiten. Es regnete. Nicht dieses sanfte, frische Nieseln, das die Pflanzen dankbar aufnehmen und das den Frühlingsduft verbreitet. Nein, es war dieses hartnäckige, graue Regenwetter, das irgendwie alles ein bisschen schwerer macht. Auch die Stimmung. Zumindest meine.
Und als wäre das noch nicht genug gewesen, hat mein Internet im Garten beschlossen, mir eine neue kleine Challenge zu schenken. Dieses Mal sieht alles danach aus, als hätte entweder der Router selbst oder vor allem sein Kabel seinen Dienst beendet. Zumindest ist das die Diagnose, die ich gemeinsam mit Chatty gestellt habe und bei der mir ein paar weitere graue Haare gewachsen sind.
Wer schon einmal versucht hat, mit Technik zu diskutieren, weiß: Das ist selten ein Dialog auf Augenhöhe. Im Gegenteil...
Also habe ich Stecker gezogen, Kabel bewegt, wieder eingesteckt, geschaut, gehofft, kurz geflucht – und schließlich das einzig Sinnvolle getan: ein neues Kabel bestellt. Was am Ende billiger war, als gleich einen neuen Router zu kaufen. Und besser, als meinem Impuls zu folgen und alles zusammen aus dem Fenster zu werfen. Alles in allem war das Ganze jedoch sehr ärgerlich und nicht gerade das, was man sich an einem ohnehin schon grauen nicht freien Mittwoch wünscht... Und der ging dann auch ereignislos und mit ziemlich trüber Stimmung zu Ende.
Gestern bin ich dann ins Büro gefahren. Mit der leisen Hoffnung, dass der Donnerstag vielleicht etwas freundlicher mit mir sein würde. Die Laune war noch leicht angeschlagen, aber immerhin war es trocken und ich habe den richtigen Weg entlang der Umleitung und den richtigen Parkplatz gefunden. Bin ein wenig miesepetrig ins Gebäude gegangen und Richtung Büro marschiert. Und dann kam ich an meiner Bürotür an. Dort hing eine Tasche. Auf der stand: „Eine Tasche voll Glück.“
Natürlich war ich sofort neugierig und habe eilig die Tür aufgeschlossen, um drinnen in die Tasche zu schauen. Und tatsächlich war genau das darin, was draufstand: eine sehr ordentliche Dosis Glück 💜
Eine wunderschöne lila Osterhäsin mit einem kleinen Krönchen – und ein unglaublich lieber Brief eines Herzensmenschen. Ich schaute, las, grinste, musste tatsächlich ein kleines Tränchen unterdrücken und... freute mich von Herzen. Über eine Geste, die genau im richtigen Moment auftauchte und meinen Start in den Tag plötzlich ganz anders aussehen ließ. Und ich bin überzeugt davon, dass es solche Dinge sind, die uns weitermachen lassen, wenn wir müde sind oder traurig.
Manchmal braucht es wirklich nicht viel. Ein kleiner Gedanke. Eine liebe Geste Ein Mensch, der an einen denkt. Und schon fühlt sich ein Tag, der eigentlich eher grau begonnen hat, plötzlich ganz anders an...
Mein Mittwoch "danach" war eher durchwachsen und hatte seine Höhen und Tiefen. Manchmal habe ich mir gewünscht, dass ich etwas weniger Enthusiasmus an den Tag legen könnte, weil mir das das (Arbeits)Leben vermutlich deutlich leichter machen würde... aber das wäre irgendwie nicht ich und ich schaffe es nicht, anders zu sein, als ich eben bin. Und eigentlich möchte ich das auch gar nicht. 😉
Und so machte ich weiter, verwarf Pläne, schmiedete ein paar neue und hüpfte fröhlich über das ein oder andere Hindernis, während ich an anderen scheiterte. Was alles in allem wohl normal ist und dazu gehört.
Am Abend gab es dann noch ein zweites kleines Highlight: Ich beschloss, mein neuestes Kunstwerk aus der Malbar abzuholen. Minen selbst bemalten Weinkühler, der jetzt vermutlich in Zukunft den ein oder anderen schönen Abend begleiten wird.
So hatte dieser Tag morgens und abends seine eigenen kleinen Glücksmomente. Und zwischendrin kam mir ein Gedanke, den ich irgendwo gelesen habe und der mir seitdem im Kopf geblieben ist. Dass man manchmal eigentlich auf sich selbst anstoßen müsste.
Nicht nur auf die schönen Tage. Sondern auf all die Momente, in denen man trotzdem weitergemacht hat. Auf die Tage, an denen Aufgeben einfacher gewesen wäre als dran zu bleiben. Auf die kleinen und großen Kämpfe, die uns manchmal ganz schön herausfordern – und uns am Ende doch stärker machen, als wir vorher waren.
Wenn ich so darüber nachdenke, passt dieser Gedanke eigentlich auch ganz gut in den Garten. Denn dort ist es ja ähnlich. Nicht jeder Tag ist sonnig. Nicht jede Pflanze wächst sofort. Und manchmal macht auch ein Routerkabel nicht das, was es soll...
Aber irgendwo zwischen Regen, Geduld und kleinen Überraschungen entsteht am Ende doch immer wieder etwas Schönes. Und man ist für jeden kleinen Sonnenstrahl besonders dankbar. Vielleicht ist genau das Glück. Nicht die perfekten Tage. Sondern die vielen kleinen Momente, die uns zeigen, dass wir weitergehen können – selbst wenn der Himmel gerade grau ist.
Oder wie Hermann Hesse einmal schrieb: „Glück ist Liebe, nichts anderes. Wer lieben kann, ist glücklich.“ Und manchmal zeigt sich diese Liebe ganz unspektakulär In einer Tasche an einer Bürotür. In einer lila Osterhäsin mit Krönchen. Oder in einem Weinkühler aus der Malbar.
Und jetzt wünsche ich uns allen einen schönen Freitag, den 13. Der hoffentlich keine Steine für uns bereithalten wird. Und falls doch... bauen wir halt etwas Schönes draus 😉🩷
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