Feuer und Eis 💚

Veröffentlicht am 16. März 2026 um 07:19

"Die Zeit, die du für deine Rose verloren hast, sie macht deine Rose so wichtig.“— Antoine de Saint-Exupéry, aus Der kleine Prinz.

Guten Morgen liebe Leserinnen und liebe Leser und herzlich willkommen im "Alles-was-Du-machst-ist-richtig-Tag" ❤️ Den haben wir (mal wieder) den USA zu verdanken und ich habe beschlossen, dass das ein guter Tag ist. Zumindest, wenn man keine bösen Dinge tut oder vorhat. Und weil wir das ganz bestimmt nicht tun, dürfen wir den Tag gemeinsam feiern 😉Und gemeinsam ist eine perfekte Überleitung zu meinem Sonntag, den ich gemeinsam mit einem großen Teil meiner Familie verbracht habe. 

Zuerst gab es aber ein paar Stunden mit mir alleine (und meinen Vögelchen). Natürlich im Garten. Wo die Sonne schien, als hätte sie beschlossen, den Regen der letzten Tage endlich ins Abseits zu befördern. Was sehr angenehm, aber leider trotzdem nicht warm war. Ganz im Gegenteil. Der Morgenkaffee auf der Lieblingsbank war eher eine kleine Zitterpartie mit kalten Fingern. Aber ihr wisst ja bestimmt selbst, dass Kaffee draußen einfach besser schmeckt - selbst wenn man die Tasse zwischendurch mit beiden Händen festhalten muss.

Während ich also dort saß und mein Blick langsam durch den Garten wanderte, dachte ich darüber nach, ob ich heute meine Rosen schneiden sollte. Denn sie hatten in den letzten Tagen allesamt mächtig ausgetrieben und mir juckte es in den kalten Fingern... Die Gärtnerinnen und Gärtner unter euch kennen das Zeichen Rosen dafür, dass Rosen geschnitten werden dürfen: wenn die Forsythie blüht. Und damit ich das Zeichen nicht mehr verpasse, habe ich im letzten Jahr vorsorglich eine kleine Forsythie ins Beet gepflanzt – sozusagen als persönliche Erinnerungshilfe.

Ich schaute also nach und entdeckte tatsächlich ein paar wunderschöne gelbe Blüten, die am Tag zuvor noch nicht da waren. Außedem regnete es nicht und ich hatte Zeit. Und so wusste ich, dass der richtige Moment gekommen war und schritt zur Tat. Ich suchte meine Rosenschere, zog die stichsicheren Handschuhe an und legte los.

Zuerst widmete ich mich einer meiner Lieblingsrosen – der Rose, die ich zur Erinnerung an meine Katze Luna gepflanzt habe. Sie hatte schon viele kleine Triebe gebildet, voller Leben und Hoffnung. Trotzdem mussten sie gekürzt werden. Und wie immer fühlte sich jeder Schnitt ein kleines bisschen falsch an, obwohl ich ja weiß, dass genau daraus später die schönsten Blüten entstehen. 

Nach meiner "Luna-Rose" kam meine "Oma-Rose" an die Reihe. Sie wächst genau an der Stelle im Garten, an der ich mit meiner Oma Kaffee getrunken habe, als sie mich zum ersten und einzigen Mal im Garten besucht hatte. Oma liebte Rosen und war ganz begeistert von diesem wunderschönen Exemplar. Und vielleicht ist es Einbildung – aber seitdem blüht sie noch ein bisschen schöner und manchmal sogar mitten im Winter. Ich habe sie deshalb ebenfalls mit besonders viel Sorgfalt geschnitten.

Nachdem das erledigt war, habe ich allen Rosen eine Portion Dünger spendiert und mir noch einen Kaffee. Und ehe ich mich versah, war der Vormittag auch schon wieder schon vorbei. Und die Zeit für meinen Familiensonntag gekommen. 

Nach einem wunderbaren Mittagessen bei meinen Eltern kam meine Schwester mit ihrer Familie vorbei. Und sie brachten etwas mit, das den Tag endgültig zu einem besonderen machte:
den ersten Eisbecher des Jahres. 

Wir saßen also zusammen, löffelten Eis und in unserem Rücken prasselte das Kaminfeuer, das mein Papa anlässlich der Temperaturen extra für uns angezündet hatte. Und ich bin davon überzeugt, dass nicht viele Menschen von sich behaupten können, dass sie Eisdielen-Eis gegessen haben, während hinter ihnen ein Kaminfeuer knisterte 🤣

Nach dem leckeren Eis durfte ich noch eine letzte begleitete Spritztour mit meinem ältesten Patenkind machen. Am Mittwoch wird er nämlich achtzehn und darf dann endlich selbst und ohne Begleitung fahren 😉 Wir sind eine kleine Runde gefahren, haben unterwegs an einem Weiher angehalten, auf einer Bank gesessen und einfach ein bisschen erzählt. Während ich mich innerlich mehrfach fragte, wo die letzten 18 Jahre nur geblieben sind...

Als ich später wieder im Garten ankam, habe ich noch eine letzte Rose geschnitten und mich währenddessen an viele Momente innerhalb der besagten 18 Jahre erinnert... Momente, für die ich unendlich dankbar bin und die ich tief im Herzen habe. Und dann... habe ich auf der Bank gesessen, mit meiner Freundin telefoniert und dabei zugesehen, wie die Sonne langsam hinter den Bäumen verschwand. 

Und jetzt ist Montag und damit beginnt schon wieder eine neue Woche. Für mich eine besondere Woche. Und wie sollte man die auch anders anfangen, als mit einem Morgenkaffee auf der Lieblingsbank. 😉

In diesem Sinne wünsche ich euch einen wunderbaren Start in die neue Woche. Vielleicht mit einer blühenden Forsythie, vielleicht mit einer warmen Tasse Kaffee – oder einfach mit dem Gefühl, genau richtig und im richtigen Moment am richtigen Ort zu sein. 

Eure Kerstin 🌿

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