Von der Nach-Traurigkeit 🧡

Veröffentlicht am 25. März 2026 um 06:42

Guten Morgen, liebe Leserinnen und liebe Leser 🩷 Gestern bin ich einem Phänomen begegnet, das ich zumindest bisher nie so richtig benannt habe. Ich nenne es einfach mal: Nach-Traurigkeit. Kennt ihr das? Falls nicht, erkläre ich euch gleich, was ich meine. Zuerst aber nehme ich euch noch einmal mit in meinen Montag und Dienstag, die eigentlich ganz unspektakulär waren – bis auf eine Ausnahme.

Der Montag hatte nämlich ein Highlight zu bieten: den Geburtstag meiner Lieblings-Shoppingberaterin, Seelentrösterin, Gurkenwasser-Testerin und Freundin. Sie hatte mich zur Familienfeier eingeladen und so hatte ich einen guten Grund, den Laptop früher zuzuklappen und mich am Nachmittag – bewaffnet mit einem erstaunlich gut gelungenen Rahmkuchen – auf den Weg zu machen. Bei strahlendem Sonnenschein und diesem ganz besonderen Geburtstagswetter, das irgendwie immer ein kleines bisschen schöner ist, als normales Wetter.

Dort angekommen habe ich nicht nur den Kuchen überreicht, sondern auch einen Teil meiner Gartencenter-Ausbeute vom Samstag. Ihr kennt mich – ein Besuch dort endet selten mit leeren Händen und in diesem Fall habe ich gleich noch einen Folgeeinkauf gesichert 😉 

Die Feier war schön und - aufgrund einer hartnäckigen Grippewelle leider auch deutlich entspannter, als ursprünglich geplant. Wir hatten trotzdem ein paar gesellige Stunden mit sehr viel richtig leckerem Essen und (natürlich) einem kleinen Gurkenwasser. 

Am Abend bin ich dann zufrieden und ziemlich gesättigt wieder nach Hause gefahren. Unterwegs hörte ich einen neuen Podcast und hatte dabei ein paar Gedanken im Kopf, die allerdings noch keine klare Form ergaben... ich dachte darüber nach, was ich kürzlich über die Vorfreude gesagt hatte. Und darüber, dass sie vielleicht eine Schattenseite haben könnte. Nämlich dann, wenn nicht eintrifft, auf was man sich gefreut hatte - wenn die Vor-Freude in einer Enttäuschung endet. 

Der Dienstag gestern startete mit einem oder vlelleicht auch zwei Morgenkaffes inklusive Ofenwärme und ging dann in einen klassischen Bürotag über... viel zu tun, viel im Kopf, wenig Sonne – zumindest für mich, denn draußen war sie ja noch da. Und genau das hat mich den ganzen Tag begleitet: dieses Wissen, dass es morgen schon wieder anders sein soll. Kälter, grauer, regnerisch. Dass der Frühling sich - zumindest für den Moment - schon wieder verabschieden wird...

Und so bin ich nach Feierabend ganz bewusst in den Garten gegangen, um den vorerst letzten Frühlingsabend zu genießen und nichts zu tun. Also Habe mich auf meine Lieblingsbank gesetzt, die Sonne ins Gesicht gehalten und versucht, jeden einzelnen warmen Moment einzusammeln. Als könnte ich ihn speichern für später. Und genau dort, zwischen Sonnenstrahlen und dem ersten leichten Frösteln des Abends, ist mir dieses Phänomen begegnet.

Die Nach-Traurigkeit.

Weil es ja nicht nur so ist, dass Dinge schön sind, auf die man sich gefreut hat. Manchmal freut man sich lange vor. Auf einen Moment. Auf einen Tag. Auf einen Menschen. Auf die ersten warmen Sonnenstrahlen nach langen dunklen Wintermonaten.

Und dann ist das da, auf das man sich so lange gefreut hat. 

Manchmal ist es mindestens genau so schön, wie man es sich gewünscht hatte. Warm. Hell. So schön, dass man es festhalten möchte.

Und manchmal eben auch nicht. Manchmal bleibt es hinter dem zurück, was man sich ausgemalt hat. Nicht unbedingt schlimm. Aber spürbar. Enttäuschend. 

Und in beiden Fällen passiert danach etwas, das ich als Nach-Traurigkeit bezeichnen möchte.

Denn wenn es schön war, möchte man es festhalten und ist traurig,  wenn es vorbei ist. So wie mit der Sonne. Man wartet so lange darauf, genießt jeden einzelnen Strahl – und sobald sie wieder verschwindet, fühlt es sich plötzlich dunkler an als vorher. Nicht, weil es wirklich dunkler ist. Sondern weil man weiß, wie hell es sein kann.

Wenn es nicht so schön war, wie gedacht, fragt man sich kurz, warum eigentlich. Und ist traurig wegen dem, was nicht war. Traurig, weil die Vor-Freude die Enttäuschung irgendwie größer gemacht und sich in ein Nach-Traurigsein verwandelt hat.

Ich saß also noch einen Moment da, habe die Sonne ein bisschen festgehalten, so gut das eben geht, und habe gedacht, dass ich mich trotzdem weiter freuen werde. Auf alles, was kommt. Auch wenn ich weiß, dass danach vielleicht wieder ein  bisschen Nach-Traurigsein da sein wird. 

Oder, wie es mein "Kleiner Prinz" einmal gesagt hat: „Die Zeit, die du für deine Rose verloren hast, sie macht deine Rose so wichtig.“

Und vielleicht ist es am Ende genau das - dass wir den Dingen Bedeutung geben. Durch das Warten, durch das Freuen, durch das Erleben. Und ja, manchmal auch durch das Traurigsein danach... Denn die Nach-Traurigkeit gehört wohl zum Gesamtpaket...

Nachdem die Sonne hinter den Bäumen verschwunden war, ging ich langsam nach Hause. Dort habe ich dann erstmal eine ausgiebige Runde mit Coco gekuschelt - die sich offensichtlich schon sehr auf mich vor-gefreut hatte. Und ich wollte sie auf keinen Fall enttäuschen 😉

Und jetzt schaue ich dem Regen zu und wünsche euch einen schönen Mittwoch – mit viel Sonne im Gesicht, ein bisschen Vorfreude im Herzen und ganz vielen Momenten, die es wert sind, dass man sie danach vermisst.🩷

 

Kommentar hinzufügen

Kommentare

Es gibt noch keine Kommentare.