Guten Morgen liebe Leserinnen und liebe Leser, 💜 Wann habt ihr zum letzten Mal wirklich gesagt, was ihr fühlt? Nicht zwischen Tür und Angel, nicht vorsichtig verpackt oder ein bisschen abgeschwächt. Sondern ehrlich. Klar. So, wie es in euch ist. Falls ihr das gerade nicht beantworten könnt, ist der folgende Text vermutlich interessant für euch. Und falls doch... vielleicht auch 😉
Der Form halber nehme ich euch aber zuerst mit in meinen Mittwoch. Der war so ein Tag, an dem man sich fragt, ob Petrus vielleicht einfach schlechte Laune hat. Es hat gehagelt, geregnet, gefroren und zwischendurch sah es aus, als hätte jemand sämtliche Grautöne einmal ausprobieren wollen. Ich saß im Garten, dick eingepackt, der Kaffee hat mehr gewärmt als die Luft, und ehrlich gesagt: Es gab keinen einzigen dieser klassischen „Das muss ich euch erzählen“-Momente. Und trotzdem war da etwas, das ich teilen möchte.
Zwischen Regentropfen und kalten Fingern haben sich (mal wieder) Gedanken eingeschlichen. Über Menschen. Über Verhalten. Über dieses merkwürdige Phänomen, dass wir oft genau das nicht sagen, was wir eigentlich fühlen. Dass wir ausweichen, beschönigen, verzögern oder uns hinter Dingen verstecken, die am Ende mehr Abstand schaffen als Nähe.
Wann habt ihr das letzte Mal gesagt: "Das hat mich verletzt... Ich fühle mich damit nicht wohl. Vielleicht auch: Ich vermisse dich." Oder ganz leise: "Ich hätte dich gerade gebraucht." ?
Das Thema Empathie ist bekanntlich ein Thema, das mir wichtig ist. Es begegnet mir nahezu täglich. Beruflich und privat. Und irgendwie hat es sich gestern still neben mich auf die Bank gesetzt. Ohne Einladung, aber ziemlich hartnäckig und vielleicht auch ein bisschen zu offensiv.
Ich habe darüber nachgedacht, wie leicht alles wäre, wenn wir uns einfach ein bisschen mehr trauen würden. Ein bisschen ehrlicher, ein bisschen klarer, ein bisschen… menschlicher zu sein. Ohne diese kleinen Spielchen, ohne dieses „Ich warte mal ab“, ohne dieses vorsichtige Taktieren.
Und dann sah ich, dass heute ein ganz besonderer kurioser Feiertag ist. Einer, den man sich eigentlich nur ausdenken kann: der „Erfinde-deinen-eigenen-Feiertag-Tag“.
Also habe ich mir - aus genannten Gründen - meinen eigenen ausgedacht. Ich nenne ihn den "Tag der ehrlichen Gefühle" und nehme in Kauf, dass ihn nicht alle mit mir feiern können oder auch wollen. Trotzdem finde ich, wir sollten mindestens einmal im Jahr einen solchen Tag haben. Einen Tag, an dem man sagt, was man wirklich meint. An dem ein „Ich vermisse dich“ einfach ausgesprochen wird. Ein „Das hat mich verletzt“ nicht als Angriff verstanden wird. Und ein „Ich mag dich“ nicht in Watte gepackt werden muss.
Einen Tag, an dem Empathie nicht nur ein schönes Wort ist, sondern spürbar wird. In Blicken, in Sätzen, in kleinen Gesten und Reaktionen. Einen Tag, an dem man sich wirklich bemüht, den anderen zu verstehen – und nicht nur darauf wartet, selbst verstanden zu werden.
Vielleicht wäre es an so einem Tag sogar ein bisschen leichter. Leichter, Nähe zuzulassen. Leichter, Missverständnisse gar nicht erst entstehen zu lassen. Und vielleicht auch leichter, dieses leise Glück zu spüren, das immer dann auftaucht, wenn etwas echt ist. Und wenn man für sich selbst einsteht.
Denn genau das habe ich gestern zwischen Hagel und Grau gemerkt: Dass uns gar nicht so viel fehlt. Manchmal fehlt einfach nur der Mut zur Ehrlichkeit.
„Ein Wort, das von Herzen kommt, geht zu Herzen.“ – Johann Wolfgang von Goethe
Und während ich das schreibe, scheint tatsächlich ein kleines bisschen die Sonne. Ganz vorsichtig. Fast so, als würde sie prüfen, ob es sich heute lohnt. Ich glaube ja.
Vielleicht ist heute genau der richtige Tag, um meinen kleinen Feiertag einfach mal auszuprobieren. Und wer weiß – vielleicht sitzt ihr ja irgendwo, mit einer Tasse Kaffee, und habt gerade jemanden im Kopf, dem ihr schon lange etwas sagen wolltet.
Dann ist heute vielleicht genau der richtige Moment dafür.
Denn am Ende sind es genau diese ehrlichen, kleinen Augenblicke, die bleiben. Die sich – ganz leise – zu etwas summieren, das wir alle gut gebrauchen können. Ein bisschen mehr echte Nähe.
Und ein bisschen mehr Sonnenschein. Den wünsche ich euch und einen schönen "Tag der ehrlichen Gefühle" 💜
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