To be with me... 🩷

Veröffentlicht am 29. April 2026 um 07:35

„Wer sich in sich selbst wohlfühlt, ist nie allein.“ (Marcus Tullius Cicero)

Guten Morgen, liebe Leserinnen und liebe Leser 🩷

Zuerst möchte ich Petrus erneut ein richtig dickes Lob aussprechen. Und meine große Freude über das aktuelle Wetter kommunizieren ☀️😁 Wie ihr euch sicher denken könnt, sitze ich gerade wieder auf meiner Lieblingsbank, genieße meinen Morgenkaffee und schaue vor mich hin. In Gedanken und mit dem Herzen immernoch ein bisschen in England. 

Und ich merke, dass da noch eine Geschichte ist, die erzählt werden möchte. Eine, die sich nicht ganz so laut in den Vordergrund drängt wie die Klippen, die Städte oder die vielen schönen Orte. Eher eine leise und sehr persönliche Geschichte. Und eine, die für mich fast die wichtigste ist. Ich habe diese Reise ja ganz bewusst alleine geplant. Nicht, weil niemand mitkommen wollte. Nicht, weil es keine Alternative gegeben hätte. Sondern, weil ich genau das wollte: Zeit mit mir und für mich. Die Möglichkeit, alles in meinem Rhythmus zu genießen, auf niemanden Rücksicht nehmen zu müssen. Und auch ein bisschen, um mir selbst zu beweisen, dass ich das kann: alleine reisen, genießen und an einem fremden Ort mit mir alleine zu sein. 

Und wenn ich ehrlich bin, hat sich das am Anfang auch ein kleines bisschen mutig angefühlt. Vielleicht sogar mehr als das. Weil ich das so noch nie gemacht habe. Weil ich eigentlich noch nie wirklich alleine war. Ich war eigentlich immer jemand, der schöne Dinge teilt. Der jemanden an seiner Seite hat. Der Erlebnisse gemeinsam erlebt, gemeinsam lacht, gemeinsam erinnert. Und irgendwie hat sich das ein wenig sicherer angefühlt. Normaler. Vielleicht haben auch die erstaunten Reaktionen meiner Mitmenschen dazu beigetragen. Weil viele es nicht verstehen konnten, dass man freiwillig alleine verreisen möchte. 

Und dann saß ich plötzlich da. Allein im Bus zwischen all den Paaren und Freundinnen. Manchmal auch alleine am Tisch. Allein mit meinen Gedanken und ein bisschen auch alleine mit dem ein oder anderen mitfühlenden Blick. Und gleichzeitig… war ich gar nicht alleine. 

Denn natürlich gab es zuhause Menschen, die Anteil genommen und mich im Herzen begleitet haben. Und diese wunderbare Mädelsrunde, mit der ich gelacht habe, unterwegs war und Momente geteilt habe, die genau so richtig waren, wie sie waren.

Und trotzdem gab es immer wieder diese kleinen Augenblicke dazwischen, in denen ich ganz bewusst einen Schritt zurückgegangen bin. Momente, in denen ich alleine sein WOLLTE. Nicht, weil mir etwas gefehlt hat, sondern, weil ich gemerkt habe, wie gut es sich anfühlt.

Ich erinnere mich an das Gefühl, als ich in den "Lost Gardens" alleine durch die Wege gegangen bin und alles um mich herum aufgesogen habe. Ganz langsam, ohne Gespräch und ohne Ablenkung. Nur ich und dieser wunderbare Ort. Und plötzlich waren da nicht nur die Pflanzen, die Farben, die Eindrücke. Sondern auch meine Gedanken... Meine Gefühle...All das, was im Alltag manchmal einfach mitläuft und selten wirklich Raum bekommt.

Während ich meinen Weg durch den Urwald um mich herum gegangen bin, habe ich sortiert. Ganz leise, ohne Druck und erst recht ohne Plan. Einfach nur, weil Zeit da war.

Und ein paar Tage später war da dieser Moment in der Parkanlage von "Bowood House". Ich stand dort und hatte plötzlich diese riesige Weite vor mir. Den See, ruhig und klar, mit ein paar Enten, die ganz selbstverständlich ihre Bahnen gezogen haben. Ein sanfter Wind, ganz viel Stille. Wunderschöne alte, ehrwürdige Bäume, die wahrscheinlich schon mehr Geschichten gesehen haben, als man sich vorstellen kann. Und drumherum überall dieses saftige, leuchtende Grün. 💚

Und während die Reisegruppe den Weg entlang ging, hatte ich auf einmal dieses ganz starke Bedürfnis, mich einfach hinzusetzen. Auf diesem Grashügel und an den Baum, der sicher über hundert Jahre alt war... Ich habe mich angelehnt und dann … habe ich einfach nur da gesessen. Über eine halbe Stunde lang... ohne Handy...ohne Gespräch... ohne „ich muss noch…“ Ich habe ggeschaut, genossen, gefühlt und plötzlich ganz langsam und tief geatmet. Und das Verrückte war: Die Welt um mich herum ist einfach leise geworden. Fast so, als hätte jemand den Ton ein bisschen runtergedreht.

Das passiert mir wirklich selten, dass ich wirklich komplett im Moment sein kann und alles andere ausblenden kann. Dass ich mir keine Gedanken oder Sorgen mache. 

Und genau deshalb war es so besonders. Es war einer dieser Momente, von denen man schon währenddessen weiß: Den nehme ich mit. Den trage ich nach Hause und behalte ihn im Herzen 

Und dann gab es noch diesen ganz anderen, aber genauso besonderen Moment in Bath. Wir waren mit der Reisegruppe unterwegs, hatten uns die Kathedrale angeschaut und standen danach auf diesem Platz mit den kleinen Cafés. Mitten im Leben, im Trubel, umringt von Menschen.  Und mittendrin dieser junge Mann mit seiner Gitarre. Er spielte und sang mit geschlossenen Augen und nach zwei, drei Tönen war ich einfach drin. Die wunderschönen alten Gebäude um mich herum, das herrliche Wetter, die warme Luft und... diese berührende Musik: "Halleluja"... 🩷

Während um mich herum überlegt wurde, wo es ein Eis gibt oder wer noch schnell irgendwo schauen möchte, habe ich gemerkt: Ich möchte genau hier bleiben und mehr davon haben. Also bin ich geblieben und habe mich in ein kleines Café gesetzt, mir einen Cappuccino bestellt und mich so hingesetzt, dass ich ihn sehen konnte. Und dann habe ich einfach nur zugehört und genossen. Und wieder war da dieses Gefühl: Genau hier ist gerade alles richtig. Kein Müssen, Sollen oder Planen. Nur dieser Moment, der Cappuccino, die Musik und... ich.

Im Verlauf der Woche gab es noch weitere solcher Momente, die ich alle sehr genossen habe. Und ich glaube, genau das war das Besondere an dieser Reise: dass ich mir selbst begegnet bin. Nicht spektakulär oder mit großen Erkenntnissen. Sondern ganz leise und ruhig. Zwischen Busfahrten, Klippen, Gärten und kleinen Cafés habe ich gemerkt, dass ich mir selbst eine ziemlich gute Gesellschaft bin.

Dass ich Dinge genießen kann, ohne sie mit jemandem teilen zu müssen. Dass ein Moment nicht weniger wertvoll ist, nur weil ihn gerade niemand anderes mit mir erlebt.

Und gleichzeitig habe ich gespürt, wie schön es ist, wenn man sich zwischendurch wieder verbindet. Mit anderen Menschen, mit Lachen und Gesprächen. Dieses Hin und Her zwischen gemeinsam und allein sein hat sich plötzlich ganz natürlich angefühlt. Wie ein Rhythmus, der genau zu mir passt.

Das hat der gute alte Dalei Lama sehr schön auf den Punkt gebracht: "Einsamkeit entsteht nicht durch das Alleinsein, sondern durch das Gefühl, nicht verbunden zu sein.“

Und vielleicht war genau das mein kleines Stück Mut auf dieser Reise. Nicht die vielen Schritte, die Klippen oder der Glasboden auf der Tower Bridge. Sondern dieses Alleinsein und das Vertrauen darauf, dass es gut ist.

Und während ich jetzt hier sitze, mit meinem Kaffee und meinem Blick in den (zum ersten Mal für dieses Jahr frisch gemähten) Garten, fühlt sich genau das wie ein weiterer Schritt an. Ein Schritt in Richtung Glück. Ganz klein, aber sehr echt 🩷

Ich wünsche euch einen schönen Tag und schicke euch ganz liebe Grüße von meiner Lieblingsbank ☀️

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Kommentare

Regina
Vor 13 Minuten

Diese Reise war genau das Richtige für dich. Zehre noch lange daran und irgendwann wird es wieder eine wunderschöne Reise für dich geben