Hecken, Hindernisse und himmlische Sabotage 💚

Veröffentlicht am 4. Juni 2026 um 09:06

Guten Morgen liebe Leserinnen und liebe Leser 💦 Heute kommt ein etwas verspäteter, dafür umso feuchterer Morgengruß von mir zu euch. Petrus hat sich nämlich offensichtlich dazu entschieden, den Sommer vorübergehend abzubrechen und stattdessen den Herbst vorbeizuschicken. Es stürmt, es regnet, es ist grau und wenn man den Wetterberichten glauben darf, soll das auch erst einmal so bleiben.

Was ich ausgesprochen schade finde, denn eigentlich hatte ich große Pläne für den Feiertag. Nun sieht es eher danach aus, als müsste ich sie entweder im Regen umsetzen oder noch einmal verschieben. Langsam habe ich das Gefühl, boykottiert zu werden... aber schön der Reihe nach. 

Gestern war zunächst einmal ein ganz normaler Arbeitstag im Garten-Homeoffice. Darüber habe ich mich allerdings sehr gefreut, denn in den letzten Wochen war ich gefühlt ständig unterwegs. Umso schöner ist es dann, einfach mal mit dem Laptop im Garten zu sitzen, zwischendurch die Vögel zu beobachten und nach Feierabend direkt mit den nächsten Gartenprojekten weitermachen zu können.

Gestern hatte ich mir fest vorgenommen, endlich meiner Hecke den Kampf anzusagen. Damit hatte ich ja vor ein paar Wochen schon einmal angefangen. Damals verabschiedete sich allerdings erst das Ladegerät und anschließend der Akku, sodass ich zu einer unfreiwilligen Pause gezwungen war.  Danach fehlte die Zeit zum Weitermachen und an Samstagen sowie Feiertagen sind die Möglichkeiten ja bekanntlich eingeschränkt.

Gestern sollte nun endlich der große Abschluss erfolgen. Zumindest war das der Plan... den ich dann spontan ändern musste. Denn als ich vor der Hecke stand, stellte ich fest, dass ich gar nicht dort weitermachen konnte, wo ich aufgehört hatte. Das bereits geschnittene Stück war inzwischen wieder ordentlich gewachsen und sah aus, als hätte es die letzten Wochen heimlich einen Dünger-Vertrag abgeschlossen...

Also begann ich erneut am Anfang und arbeitete mich Stück für Stück vor. Immerhin bekam ich die Hecke entlang des Weges vollständig fertig. Meine Arme hatten dazu zwar keine Lust, mussten aber gemeinsam mit mir durchhalten. Denn was muss, das muss. Und Hecken sollten zumindest halbwegs ordentlich aussehen im Schrebergarten. 

Leider gibt es in meinem Garten jedoch nicht nur eine Hecke. Die nächste verläuft entlang meines Pfirsichbaums und genau dort wird es etwas kompliziert. Zwischen Baum, Deko und allerlei Dingen, die mir wichtig genug sind, um sie stehenzulassen, aber nicht leicht genug, um sie vorher schnell wegzuräumen, findet sich nicht unbedingt der ideale Platz für eine Leiter. Genau deshalb schiebe ich diese Hecke jedes Jahr möglichst lange vor mir her.

Gestern konnte ich darauf aber keine Rücksicht nehmen. Also habe ich die Leiter geholt und angefangen. Das funktionierte überraschend gut, wenn man einmal davon absieht, dass meine unterirdischen Mitbewohner großzügig Löcher im Boden verteilt haben. Die Leiter stand dadurch gelegentlich etwas... instabil und vielleicht nicht ganz so gerade, wie es mir lieb gewesen wäre... aber insgesamt kam ich erstaunlich gut voran. Meter für Meter arbeitete ich mich vor, bis schließlich nur noch das letzte Stück vor mir lag.

Und genau in diesem Moment beschloss die Heckenschere, Feierabend zu machen. Der Akku war leer. Nicht völlig unverständlich, aber dennoch äußerst unerquicklich...

So endete mein Arbeitseinsatz gegen halb acht mit der nächsten Zwangspause. Heute weitermachen geht ohnehin nicht. Wegen Feiertag, Maschinenverbot und dazu Dauerregen. Die Hecke bleibt also weiterhin ein Projekt mit der Hoffnung auf eine Fortsetzung.  Dabei möchte ich an dieser Stelle ausdrücklich nicht erwähnen, dass hinter dem Gartenhaus noch eine weitere Hecke auf mich wartet. Eine sehr hohe Hecke. Eine mit reichlich Efeu und vermutlich einer Einwohnerzahl an Spinnen, über die ich definitiv nicht nachdenken möchte. Ihr kennt ja meine Haltung zu diesem Thema...

Deshalb belegt diese Hecke auf meiner persönlichen Beliebtheitsskala seit Jahren konsequent den letzten Platz und wird weitestgehend ignoriert. 

Als wäre das alles nicht genug, sind auch meine Rosen in den letzten Tagen regelrecht explodiert. Manche blühen noch wunderschön, andere sind bereits verblüht und müssten dringend geschnitten werden. Eigentlich sollte man das bei Regen nicht tun, weil Feuchtigkeit an den Schnittstellen Krankheiten begünstigen kann. Andererseits wartet die Arbeit nicht darauf, dass ich Zeit habe. Und Zeit ist gerade ein knappes Gut.

Morgen würde ich gerne den Rasen mähen - denn der ist ebenfalls schon wieder richtig hoch geworden. Und am Samstag bekomme ich Besuch. Nächste Woche bin ich dann schon wieder unterwegs. Und das alles führt dazu, dass ich langsam ein wenig unter Druck gerate. Luxusstress, ich weiß. Aber manchmal nervt es trotzdem, wenn man das Gefühl hat, ständig beschäftigt zu sein und dennoch nicht fertig zu werden. Besonders dann, wenn das Wetter und das Unkraut offenbar gemeinsame Sache machen. Während ich versuche, Ordnung zu schaffen, plant das Unkraut vermutlich bereits die nächste Gartenparty in meiner Abwesenheit.

Ich fühle mich also - aus nachvollziehbaren Gründen - boykottiert. Von Petrus, den Wühlern, den Gartenregeln und meiner eigenen Terminplanung 🤣

Ansonsten ist gestern übrigens nicht viel passiert und auch für heute habe ich keine festen Pläne. Ich werde einfach schauen, wie sich der Tag entwickelt, welche Entscheidung Petrus noch trifft und was sich trotz Regen erledigen lässt. Und falls nicht, dann eben nicht. Denn wie ein lieber Kollege von mir immer sagt:

„Wetter ist immer.“

Irgendwie hat er ja recht. Es bringt schließlich nichts, sich darüber zu ärgern. Der Regen macht ohnehin, was er will, die Hecke wächst sowieso weiter und die Rosen fragen mich auch nicht nach meinen Wünschen.  Also mache ich das Beste daraus, genieße meinen Feiertag so gut es eben geht und schaue, was der Tag noch für mich bereithält.

Ich wünsche euch ebenfalls einen schönen Tag. Macht es euch gemütlich, lasst euch vom Wetter nicht die Laune verderben und passt gut auf euch auf.

„Man muss das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen.“ — Hermann Hesse

Und nochmal in meinen Worten: "Das Glück liegt manchmal nicht darin, fertig zu werden, sondern darüber lachen zu können, warum man es mal wieder nicht geworden ist."

 

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