Ein tierisch schöner Tag 🩷

Veröffentlicht am 7. Juni 2026 um 09:03

Guten Morgen liebe Leserinnen und liebe Leser 💚 Gestern war einer dieser Tage, an denen man am Abend auf die Uhr schaut und sich fragt, wo die Zeit eigentlich geblieben ist. Und die sich genau deshalb ein bisschen wie Urlaub anfühlen. Wobei das in meinem Fall durchaus davon verstärkt worden sein könnte, dass ich ausnahmsweise nicht in Kampfmontur durch den Garten gewirbelt bin...

Der Tag begann mit einem Morgenkaffee auf der Lieblingsbank und dem Ausblick auf meinen frisch gemähten Rasen. Darauf folgte ein Rundgang durch die Hochbeete, der ebenfalls sehr erfreulich war 💚 Denn die Pflänzchen wachsen, als hätten sie einen Wettstreit untereinander begonnen. Der Salat wird immer größer, die Zucchini breitet sich aus, der Fenchel entwickelt sich prächtig und ich habe erst eine einzige Schnecke in den Hochbeeten entdeckt. Ich klopfe an dieser Stelle vorsichtshalber auf Holz und hoffe, dass das auch so bleibt.

Nachdem die Inspektion erfolgreich abgeschlossen war, musste ich kurz einkaufen gehen und noch ein paar Vorbereitungen treffen. Denn mittags bekam ich Besuch von meinem Cousin und seiner Frau. Ich freute mich sehr darauf und gab mir entsprechend Mühe bei den Vorbereitungen. Tisch decken, Grill sauber machen, Salate bereitstellen, Getränke vorbereiten, ein bisschen dekorieren (ja, das geht immernoch 😉). 

Und pünktlich um 13 Uhr war ich fertig und mein Besuch erschien am Gartentor. Bepackt mit einer ordentlichen Portion Gurkenwasser und einem selbst gebackenen Apfelkuchen. Wir verspeisten zunächst ein paar leckere Antipasti und dann wurde gegrillt. Was für meinen Grill und mich für dieses Jahr eine Premiere war. Anschließend machten wir das, was man in einem Garten eben macht, wenn die Natur gerade großzügig ist: Wir gingen auf Erntezug.

Die ersten Kirschen wanderten direkt vom Baum in unsere Münder. Ganz ohne Umweg über eine Schüssel. Johannisbeeren wurden ebenfalls geerntet und fanden später ihren Weg ins Gartenwasser. Währenddessen kümmerte sich mein Cousin um einige Pflanzen, die vom vielen Regen der vergangenen Tage langsam genug Wasser gesehen hatten und befreite sie vom Überschuss. Andere bekamen dagegen noch eine zusätzliche Portion Aufmerksamkeit und wurden gegossen. 

Ich mag solche gemeinsamen Gartenstunden sehr. Jeder macht ein bisschen etwas und es ist trotzdem entspannt und irgendwie meditativ. Vor allem, wenn man es gemeinsam mit Menschen macht, die die Natur und ihre Bewohner genauso lieben, wie man selbst 💚

Später saßen wir dann wieder gemeinsam am Tisch unter dem Pflaumenbaum. Es gab Gartenwasser mit Zitrone, Minze und frisch geernteten Johannisbeeren - eine sehr leckere Variante meines heißgeliebten Gurkenwassers. Dazu viele Gespräche, viel Gelächter und dieses angenehme Gefühl, dass man gerade nirgendwo anders sein möchte, während die Uhr keine Rolle spielt...

Für die süße Abteilung des Tages hatte die Frau meines Cousins gesorgt. Sie hatte einen Apfel-Streuselkuchen gebacken, der innerhalb unserer Familie (absolut zu Recht) als "bester Apfelkuchen der Welt" gehandelt wird. Zusammen mit einer Kanne Pfefferminztee wurde daraus der perfekte Abschluss eines ohnehin schon schönen Nachmittags.

Und dann kam Hairbert.

Während wir gemütlich zusammensaßen, begann plötzlich die Erde in der Wiese zu arbeiten. Wenige Augenblicke später schob sich ein kleiner Maulwurf ans Tageslicht. Hairbert höchstpersönlich. Noch mit Erde im Fell sah er sich kurz um, als wolle er kontrollieren, wer sich da in seinem Garten niedergelassen hatte. Olga beobachtete das Ganze aus ihrem Baum, die Meisenbande sorgte für die passende Geräuschkulisse und Hairbert führte unten seine ganz persönliche Gartenbegehung durch.

Für einen Moment waren wir alle still und schauten ihm zu. Dann verschwand er wieder in seinem unterirdischen Reich und hinterließ drei Menschen, die sich über diese unerwartete Begegnung freuten wie kleine Kinder. Was vielleicht dazu führte, dass er kurz danach wiederkam und weiter für Entzücken und ein bisschen Staunen sorgte. Denn Hairbert ist nicht nur ein sehr kleiner Maulwurf, sondern auch der erste, den ich gesehen habe, wie er überirdisch buddelt - während 3 Menschen und eine dicke Taube anwesend waren 😉

Als am Abend die Sonne langsam tiefer stand und die Blätter des wilden Weins im Gegenlicht golden leuchteten, dachte ich einmal mehr daran, wie wenig es manchmal braucht.

Ein paar geerntete Kirschen. Ein selbst gebackener Kuchen. Menschen, die man gern um sich hat. Ein Maulwurf namens Hairbert. Und ein Garten voller Leben - der mich manchmal glauben lässt, dass ich Frau Doktor Doolittle bin 😉 Viel mehr braucht es für einen schönen Tag eigentlich nicht.

„Die glücklichsten Menschen sind nicht die, die am meisten haben, sondern die, die am meisten genießen.“ - Unbekannt

Und während ich das geschrieben habe, kam Hairbert zurück und krabbelte direkt vor mir durch die Wiese. Gleich neben dem dicken Haufen Erde, den er zwischenzeitlich angelegt hatte. Und wisst ihr was? Ich habe mich sogar über den Haufen gefreut 🤣

In diesem Sinne wünsche ich euch einen wunderbaren Sonntag und viele kleine Momente, die euch ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

Liebe Grüße aus dem Kleingarten , der mittlerweile einen kleinen Zoo beherbergt. 💜

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