Guten Morgen liebe Leserinnen und liebe Leser 🩷 Gestern hatte ich versprochen, euch zu erzählen, wie ein Tag, der so traurig begonnen hatte wie der Montag, am Ende doch noch ein gutes Ende finden konnte. Und Versprechen sollte man möglichst einhalten. Vorab möchte ich euch aber für all die lieben Nachrichten und Worte danken, die ihr mir auf verschiedenen Wegen habt zukommen lassen 🫶
Und damit kommen wir zurück zum Montag, der wirklich ein trauriger Tag war... Nachdem ich von Hairbert Abschied genommen hatte, war mir zunächst überhaupt nicht nach guter Laune zumute. Und eigentlich auch nicht danach, meinen Plan für den Abend in die Tat umzusetzen. Doch manchmal hält das Leben an einem einzigen Tag mehr als nur eine Geschichte bereit. Und die zweite möchte ich euch jetzt erzählen, statt weiter über die Traurigkeit nachzudenken.
Sie begann gegen 17:30 Uhr damit, dass meine Schwester mich abholte und wir - gemeinsam mit zwei Freundinnen - Richtung Luxemburg fuhren. Mit an Bord waren Tickets für das Konzert der Toten Hosen, die gerade ihre Tour begonnen haben.
Wer mich kennt oder hier schon länger mitliest, weiß vermutlich, dass diese Band mich schon fast mein ganzes Leben lang begleitet. Und auch, dass alles angefangen hatte, als ich zwölf Jahre alt war. Seitdem sind viele Jahre vergangen, aber die Musik ist geblieben. Sie war da an guten Tagen - und auch an schlechten Tagen. Sie war da in glücklichen Zeiten und in Momenten, in denen das Leben deutlich schwieriger war. Und natürlich war sie da bei unzähligen Konzerten.
Ich habe längst aufgehört zu zählen, wie oft ich die Toten Hosen inzwischen live gesehen habe. Die meisten Konzerte fanden unter freiem Himmel statt. Sommerabende voller Vorfreude, guter Musik und dieser ganz besonderen Stimmung, die entsteht, wenn Tausende Menschen dieselben Texte mitsingen... an "Tagen wie diesen"... und jeder einzelne dieser Abende war etwas Besonderes. Nicht nur wegen des Konzerts selbst, sondern auch wegen der Vorfreude darauf.
Und auf das aktuelle Konzert hatte ich mich schon lange gefreut. Leider bekam diese Vorfreude jetzt kurz vor dem Beginn einen herben Dämpfer... trotzdem war klar, dass ich hingehen würde. Denn ich war mir sicher, dass es die perfekte Möglichkeit wäre, dem Montag ein gutes Ende zu bereiten. Ich habe außerdem eine ganz persönliche Theorie. Die besagt, dass man unmöglich gleichzeitig aus voller Kehle mitsingen und traurig sein kann.
Zumindest funktioniert das bei mir nicht. Wenn die Musik beginnt, wenn die ersten Akkorde erklingen und wenn um mich herum Tausende Menschen dieselben Zeilen singen, dann tritt die Traurigkeit und mit ihr alle Sorgen für eine Weile in den Hintergrund. Nicht, weil sie verschwunden wäre oder ich sie vergessen hätte. Sondern weil Musik etwas schafft, das nur wenige Dinge schaffen : Sie holt mich ins Hier und Jetzt und trägt mich gleichzeitig zurück zu vielen schönen Erinnerungen. Zu früheren Konzerten, Sommerabenden... Zu Menschen, die mein Leben begleitet haben... zu Momenten, die längst vergangen und trotzdem sofort wieder da sind, sobald ein bestimmtes Lied beginnt.
Genau deshalb war dieser Abend für mich ein Happyend. Nicht weil er die Traurigkeit über Hairbert ungeschehen gemacht hätte. Sondern weil er gezeigt hat, dass Traurigkeit und Glück gleichzeitig existieren dürfen. Dass man Abschied nehmen und trotzdem lachen kann. Dass man traurig sein und trotzdem schöne Stunden erleben darf. Und dass selbst schwere Tage oft noch etwas Schönes bereithalten.
Ein bisschen Wehmut war allerdings ebenfalls dabei. Nicht nur wegen Hairbert. Sondern auch, weil die Toten Hosen offiziell angekündigt haben, dass es sich bei dieser Tour um ihre Abschiedstour handelt. Eine Band, die mich mehr als drei Jahrzehnte begleitet hat, verabschiedet sich also langsam von den großen Bühnen. Und auch das macht mich tatsächlich traurig. Weil es schon wieder einen Abschied bedeutet. Aber glücklicherweise noch nicht für mich. Denn ich darf die aktuelle Tour noch dreimal besuchen. Dreimal darf ich mich noch vorfreuen und nachfreuen. Dreimal darf ich noch die Tage zählen.
Und am Montag durfte ich über zwei Stunden lang singen, tanzen und die Zeit genießen - nach einem sehr traurigen Tag "Zurück zum Glück" finden. Und das war eine wichtige Erinnerung für mich. Nämlich daran, dass es selbst an traurigen Tagen noch etwas geben kann, worauf wir uns freuen können. Manchmal ist es ein Konzert, manchmal ein Wiedersehen, manchmal ein Urlaub. Und manchmal einfach nur ein schöner Sommertag im Garten. 🩷
Der Dienstag dann eher Letzteres. Ich habe einen langen Tag im Gartenhomeoffice verbracht, nach Feierabend meine Blümchen gegossen und danach noch eine zeitlang die Abendsonne genossen.
Mein Rücken hat sehr lautstark protestiert und war der festen Überzeugung, dass nach einem Konzertabend, der irgendwann in die Nacht überging, dringend etwas Schonung angesagt ist. Und vermutlich hat er rerecht. Offenbar bin ich inzwischen in einem Alter angekommen, in dem die Nachfreude nach einem Konzert kürzer anhält, als die körperliche Regeneration danach. Aber wisst ihr was? Das ist völlig in Ordnung. Denn während ich gestern Abend auf meiner Lieblingsbank saß, die Blumen betrachtete und die letzten Sonnenstrahlen des Tages genoss, musste ich immer wieder an Montagabend denken. Während ich in der Wiese ein paar neue Maulwurfshügel entdeckt habe...
Und damit wünsche ich euch einen schönen Mittwoch mit ganz viel Glück 💚
Eure Kerstin
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