Guten Morgen liebe Leserinnen und liebe Leser 💚 Gestern war kein besonders sommerlicher Tag. Zumindest nicht, wenn man Petrus fragt. Der hatte offenbar beschlossen, den Juni kurzzeitig auszusetzen und stattdessen eine Mischung aus Herbst, Novemberblues und kalten Füßen zu liefern. Und kalte Füße hatte ich tatsächlich.
Während ich im Garten-Homeoffice saß, blickte ich immer wieder in einen grauen Himmel, der sich hartnäckig weigerte, auch nur ansatzweise freundlich auszusehen. Dazu Regen, Wind und Temperaturen, bei denen ich irgendwann die Kuscheldecke hervorgeholt und meine Kuschelsocken angezogen habe. Ich arbeite schließlich gerne im Garten, aber frieren gehört nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen.
Meine Füße waren trotzdem fest davon überzeugt, dass wir uns bereits irgendwo im Oktober befinden. Und ich möchte an dieser Stelle festhalten, dass ich damit nicht einverstanden bin. Aber nun gut - Wetter ist immer. Also habe ich gearbeitet, Kaffee getrunken und dabei Olga und meine Piepmätze beobachtet. Die gefiederten Herrschaften haben momentan einen Appetit entwickelt, der mich langsam an den Rand des finanziellen Ruins bringt. Kaum ist das Futterhaus gefüllt, ist es schon wieder leer gefuttert. Ich vermute inzwischen, dass mein Vogelparadies heimlich untervermietet wurde... aber was solls. Ich freue mich über die Flatterbande 💕
Pünktlich zum Feierabend wurde es dann nochmal deutlich lebhafter im Garten. Meine "Wellness-Mädels" kamen vorbei. Wobei der Begriff wie immer großzügig ausgelegt werden darf. Eine Freundin und mein lieber Freund und Kollege, den ich seit Jahren hartnäckig zu meinen Wellness-Mädels zähle.
Eigentlich hätten wir bei Sonnenschein vermutlich am Pool gesessen. Stattdessen wurde aus einer Poolparty eine Grillparty (bei der einer der Gäste aus Gründen ausdrücklich Grillverbot hatte) unter einem Himmel, der zwar immer noch grau war, aber wenigstens trocken blieb.
Aber bevor gegrillt wurde, gab es eine Überraschung für mich. Meine Freundin hatte etwas oder besser gesagt jemanden für mich mitgebracht...
Ihr kennt die traurige Geschichte von Hairbert, dem kleinen Maulwurf, der vor wenigen Tagen unter dem Pflaumenbaum seine letzte Ruhestätte gefunden hat. Weil meine Freundin wusste, wie traurig mich das gemacht hat, brachte sie mir Manfred mit. Einen kleinen Maulwurf mit Grubenlampe und Steinschleuder, der seit gestern offiziell für die Sicherheit aller Maulwürfe in meinem Garten zuständig ist.
Natürlich bekam Manfred sofort einen Ehrenplatz. Direkt in der Nähe von Hairbert. Dort sitzt er nun und passt auf - auf Hairbert, auf alle anderen Maulwürfe im Gartenv und vermutlich auch auf die allgemeine Ordnung im Untergrund. Und sollte jemand auf die Idee kommen, einem seiner Kumpels etwas anzutun, ist die Steinschleuder schließlich nicht nur Dekoration. Zumindest gehe ich fest davon aus.
Danach wurde der Abend auch ohne Sonne genau so, wie schöne Sommerabende sein sollten. Wir haben Kirschen gegessen, Gurkenwasser mit und ohne Schuss getrunken, den Grill angeworfen und uns gegenseitig auf den neuesten Stand der letzten Wochen gebracht. Dabei verging die Zeit wie immer viel zu schnell.
Solche Abende haben nichts Spektakuläres und genau das macht sie so besonders. Sie erinnern mich daran, wie wichtig Menschen sind, mit denen man einfach reden kann. Über die großen Dinge. Über die kleinen Dinge. Und manchmal eben auch über einen Maulwurf namens Hairbert. Oder darüber, warum ein anderer Maulwurf namens Manfred nun mit einer Steinschleuder Wache schiebt.
Als wir später zusammensaßen, musste ich an das Lied „Freunde“ von Peter Maffay denken. Darin heißt es ganz schlicht: „Einfach da zu sein“. Mehr braucht es manchmal gar nicht.
Denn genau das haben gute Freunde erstaunlich gut drauf. Sie lösen nicht jedes Problem. Sie können Verluste nicht ungeschehen machen. Aber sie tauchen auf, bringen einen leckeren Salat, gute Gespräche und eine Menge Verständnis mit und schaffen es damit, einen grauen Tag deutlich heller werden zu lassen. Und vielleicht ist genau das das größte Geschenk von allen.
„Ein Freund ist jemand, der dein Lied kennt und es dir vorsingt, wenn du es vergessen hast.“ – Albert Einstein zugeschrieben
Als ich später noch einmal durch den Garten gegangen bin, blieb mein Blick an Manfred hängen. Direkt neben Hairberts letzter Ruhestätte. Und ich musste lächeln 🩷
Manchmal sind es die kleinen Gesten, die viel größer sind, als sie auf den ersten Blick wirken.
So endete mein Donnerstag deutlich schöner, als er begonnen hatte. Und jetzt bin ich bereit für den Freitag. Was der Tag bringt, wird sich zeigen.
Auf das Wochenende freue ich mich allerdings jetzt schon. Meine Schwester und ich fahren zur Loreley, hören gemeinsam ein Konzert und bleiben über Nacht.
Ich habe das Gefühl, dass auch darüber bald eine Geschichte fällig wird.
Habt einen schönen Tag und lasst es euch gut gehen 💚
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