Nothing Else Matters - Der Soundtrack des Glücks

Veröffentlicht am 23. Juli 2026 um 10:06

"Zeit ist das schönste Geschenk, das wir einander machen können.“

Guten Morgen, liebe Leserinnen und liebe Leser 🩷 Manche Tage stehen schon lange im Kalender. Und deshalb kann man sich auch lange darauf (vor)freuen. Genau so ein Tag war gestern für mich. Ein Tag mit meinem ältesten Patenkind. Ein Geschenk zu seinem bestandenen Fachabitur, das wir schon vor längerer Zeit geplant hatten. Und deshalb begann mein Mittwoch entsprechend gut. 

Mit meinem Morgenkaffee auf der Lieblingsbank, einer kleinen Gießrunde durchs Gewächshaus und ganz viel Vorfreude auf das, was vor uns lag. Kurz darauf machten wir uns auf den Weg in die Pfalz – bereit für einen Tag, der genau das hielt, was wir uns von ihm versprochen hatten.

Unser erstes Ziel war ein wunderschöner Biergarten, der in einem alten Bahnhof untergebracht ist. Ich mag solche Orte, weil sie Geschichte haben. Dort sind Menschen angekommen, aufgebrochen oder verabschiedet worden. Und gestern durften wir dann nach ein paar Umleitungen dort ankommen, Platz nehmen und genießen. Und das mit dem Genießen haben wir sehr ernst genommen. 

Nicht umsonst wurde gestern in den USA der National Junk Food Day gefeiert. Diesem kuriosen Feiertag haben wir alle Ehre gemacht. Mit einem Schnitzel, Pommes und reichlich Chili-Cheese-Sauce. Ich kann euch sagen: Das war kein Mittagessen, sondern eher ein Ganztagesprojekt. Frühstück? Erledigt. Mittagessen? Sowieso. Abendessen? Völlig überflüssig.

Ich war den Rest des Tages der lebende Beweis dafür, dass ein einziges Schnitzel durchaus drei Mahlzeiten ersetzen kann. Und habe es dennoch nicht bereut 😉 Denn auch auf das Schnitzel hatte ich mich vorgefreut. Fast auf den Tag genau ein Jahr zuvor waren wir nämlich schon einmal gemeinsam dort essen – damals auf dem Rückweg vom Iron-Maiden-Konzert in Stuttgart. Irgendwie fühlte sich dieser Ausflug deshalb wie ein kleines Revival an. Vertraut, unkompliziert und einfach schön. 

Anschließend ging es weiter nach Hauenstein. Ich sage nur: Leo-Latschen. Ich habe sie gesehen, sie haben mich angesehen. Der Rest ist Geschichte.. Danach führte uns unser Weg noch ins Outlet-Center nach Zweibrücken. Und was soll ich sagen? Wir waren als Schnäppchenjäger mehr als erfolgreich. Neue Schuhe für meinen Begleiter, zwei neue Kleider für mich und das gute Gefühl, deutlich weniger ausgegeben zu haben als ursprünglich ausgezeichnet. Wie ihr wisst, bin ich schließlich ein absoluter Sparprofi.

Nach einer kleinen Pause im Café, in der wir uns einen leckeren Eiskaffee ohne Sahne gönnten, ging es dann wieder nach Hause. Und während draußen die Pfalz an uns vorbeizog, lief im Auto ein Rocksong nach dem anderen. Irgendwann erklang „Nothing Else Matters“ von Metallica. Ein Lied, das ich schon unzählige Male gehört habe. Und plötzlich blieb ich an diesem Titel hängen. Nothing Else Matters.Nichts anderes zählt.

Manchmal braucht es nur drei Worte, um einen ganzen Tag zu beschreiben. Denn genau darum ging es gestern. Nicht um Schnitzel mit Chili-Cheese-Sauce, Leo-Latschen oder um Schnäppchen im Outlet. Und auch nicht darum, wie angenehm mein Auto fährt. All das war schön. Aber das Entscheidende war etwas ganz anderes. Zeit - gemeinsame Zeit, gute Gespräche, gemeinsam lachen, Erinnerungen teilen und neue Erinnerungen schaffen.

Denn am Ende sind es genau diese Stunden, die bleiben. Wir haben über Gott und die Welt gesprochen, Musik gehört, philosophiert und einfach den Tag miteinander verbracht. Ohne Eile, ohne auf die Uhr zu schauen. Einfach so. Während das Autoradio den Soundtrack dazu schrieb...

Am Abend durfte der Tag dann ganz in Ruhe ausklingen. Erst im Garten meiner Schwester und später noch in meinem eigenen. Wieder gab es eines dieser Gespräche, die man nicht planen kann. Über das Leben, über Entscheidungen. Über das, was wirklich zählt. Ich mag solche Gespräche. Sie hinterlassen keine Fotos, keine Einkaufstüten und keine Souvenirs. Aber sie hinterlassen etwas viel Wertvolleres: Gedanken, die einen noch lange begleiten.

Als ich später ziemlich satt, angenehm müde und rundum zufrieden nach Hause kam, wartete Coco bereits auf mich. Offensichtlich war sie der Meinung, dass wir uns eindeutig viel zu lange nicht gesehen hatten. Also wurde erst einmal ausgiebig gekuschelt, bevor auch dieser Urlaubstag langsam zu Ende ging. Dabei musste ich unwillkürlich noch einmal an diesen Song denken. Nothing Else Matters.

Vielleicht steckt in diesen drei Worten tatsächlich mehr Lebensweisheit, als man zunächst vermutet. Denn wenn ich gestern etwas mit nach Hause genommen habe, dann waren es nicht die neuen Schuhe und auch nicht die Kleider aus dem Outlet. Sondern das gute Gefühl, einen ganzen Tag mit einem Menschen verbracht zu haben, der mir sehr am Herzen liegt.

Und manchmal ist genau das das größte Glück. Alles andere zählt in diesem Moment einfach ein bisschen weniger. 

Heute wird das genaue Gegenteil. Heute habe ich keine Termine, keine Pläne, keinen Zeitdruck. Heute gibts nur mich, meinen Garten und alles, wonach mir gerade ist. Die letzten Wochen waren voller schöner Erlebnisse und auch die nächsten Tage werden wieder ereignisreich. Deshalb genieße ich solche Inseln der Ruhe inzwischen ganz bewusst. Ein bisschen Gartenarbeit, ein bisschen Musik, ein bisschen Nachdenken über das Leben im Allgemeinen und im Besonderen. Und ganz viel Nicht-müssen.

Sogar Petrus scheint heute ausgesprochen gut drauf zu sein. Nach den vergangenen Wetterkapriolen wirkt er erstaunlich entspannt. Gestern Abend war es sogar so frisch, dass ich tatsächlich eine Jacke angezogen habe. Mitten im Juli – wer hätte das gedacht?

Und jetzt trinke ich noch einen Morgenkaffee mit Olga. Und mit der Erinnerung an einen Mittwoch, der mich einmal mehr daran erinnert hat, worauf es im Leben wirklich ankommt. 

Ich wünsche euch einen wunderschönen Donnerstag. Passt gut auf euch auf, verbringt Zeit mit den Menschen, die euch wichtig sind und sammelt Erinnerungen. Denn vielleicht sind sie am Ende das Einzige, von dem wir uns wünschen werden, wir hätten noch ein bisschen mehr davon... 🫶

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