„Musik beginnt dort, wo Worte enden." - Heinrich Heine
Guten Morgen liebe Leserinnen und liebe Leser 💚 Habt ihr euch eigentlich schon einmal gefragt, warum uns ein Lied an einem Tag traurig machen kann – und uns genau dasselbe Lied an einem anderen Tag plötzlich fröhlich stimmt?“
Genau darüber habe ich gestern nachgedacht. Wobei der Tag eigentlich ganz anders begonnen hat. Nämlich (wie sich das gehört) mit meinem Morgenkaffee auf der Lieblingsbank. Ohne Musik, dafür mit fröhlichem Vogelgezwitscher. Danach habe ich den Vormittag ganz entspannt verbracht. Zwischendurch auf meiner Liege gelegen - woran ich mich tatsächlich gewöhnen könnte - die Ruhe genossen und einfach mal wieder nichts getan. Urlaub eben.
Irgendwann war damit dann allerdings Schluss. Es wartete ein kleiner Gießmarathon auf mich. Nicht nur in meinem Garten, sondern auch bei meiner Nachbarin, die für eine Woche verreist ist. Ich mag diese Selbstverständlichkeit in unserem Kleingartenverein. Wenn jemand nicht da ist, kümmern sich die Nachbarn um die Pflanzen. Ohne großes Aufheben. Man macht es einfach. Schließlich können Tomaten, Gurken und Blumen nichts dafür, dass ihre Besitzer gerade Urlaub machen. Irgendwie gehört genau das für mich zu einem Garten dazu. Nicht nur die Pflanzen, sondern vor allem die Menschen.
Mittags war ich dann mit einer lieben Freundin verabredet, der es im Moment nicht besonders gut geht. Also habe ich beschlossen, sie nicht nur mit Gesprächen und Gurkenwasser, sondern zunächst einmal mit einer kleinen Shoppingtour abzulenken. Und ich würde sagen: Das hat ziemlich gut funktioniert. Natürlich durfte danach auch mein inzwischen obligatorischer Eiskaffee nicht fehlen. Wieder ohne Sahne - was ich ausdrücklich betonen möchte 😉
Den Abend haben wir dann ganz gemütlich in meinem Garten ausklingen lassen. Mit Gurkenwasser – natürlich – und dieses Mal aus meinen neuen pinkfarbenen Gläsern, über die ich mich immer noch freue wie ein kleines Kind. Wir haben unter Anderem auch über Musik gesprochen. Und dabei kam mir ein Satz in den Sinn, den jemand kürzlich zu mir gesagt hat.
„Musik kann nie traurig machen, wenn man glücklich ist. Und umgekehrt auch nicht.“
Im ersten Moment wollte ich widersprechen. Weil ich spontan an "Nur zu Besuch" denken musste, was mich immer traurig macht - auch wenn ich vorher nicht traurig war. Aber trotzdem ertappe ich mich immer wieder dabei, darüber nachzudenken. Und je länger ich darüber nachgedacht habe, desto mehr merkte ich, wie wahr es ist.
Es gibt Lieder, die habe ich schon unzählige Male gehört. Manchmal höre ich sie einfach nur. An anderen Tagen treffen sie mich mitten ins Herz. Sie zaubern mir ein Lächeln ins Gesicht oder sorgen dafür, dass ich ganz still werde. Dabei ist das Lied jedes Mal dasselbe - aber meine Stimmung nicht.
Als ich gestern durch den Garten gelaufen bin ging es mir ähnlich. Eigentlich war alles wie immer. Die Bienen summen, die Vögel zwitschern, die Blätter rauschen im Wind. Und trotzdem fühlte es sich anders an, als noch vor ein paar Tagen. Und irgendwie ist es jeden Tag anders. Mal nehme ich jedes einzelne Geräusch bewusst wahr. Mal sind meine Gedanken lauter als alles andere. Genau so ist es wahrscheinlich auch mit der Musik.
Mein Freitag hatte keinen großen Höhepunkt. Er bestand aus vielen kleinen Momenten. Aus einem entspannten Morgen im Garten. Aus einem Gießmarathon für mich und meine verreiste Nachbarin. Aus einer Shoppingtour, die für ein paar Stunden die Gedanken einer lieben Freundin etwas leichter gemacht hat. Aus einem Eiskaffee ohne Sahne, über den ich selbst immer noch schmunzeln muss. Aus Gurkenwasser in meinen neuen pinkfarbenen Gläsern. Aus guten Gesprächen und guter Musik.
Und als ich heute Morgen mit meinem Kaffee auf meiner Lieblingsbank saß, hatte ich plötzlich das Gefühl, dass auch dieser Tag seinen ganz eigenen Soundtrack hatte. Kein bestimmtes Lied. Sondern einfach eine Melodie, die sich den ganzen Tag über durch viele kleine Momente gezogen hat. Mal traurig, mal fröhlich. Und immer echt.
Und vielleicht sind es am Ende gar nicht die Lieder, die wir in Erinnerung behalten. Sondern die Menschen, mit denen wir sie verbinden oder die Gefühle, an die uns die Musik erinnert.
Und bevor ich mich jetzt von euch verabschiede, noch eine kleine Ankündigung. Heute steht etwas auf dem Programm, das ich seit vielen Jahren nicht mehr gemacht habe. Ehrlich gesagt bin ich selbst ein bisschen gespannt, wie das ausgeht. Wenn alles gut läuft, erzähle ich euch morgen davon.
Ich wünsche euch einen wunderschönen Samstag – mit eurem ganz persönlichen Soundtrack. ❤️
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