„Manchmal wartet das schönste Erlebnis genau hinter dem Satz: 'Eigentlich wollte ich absagen.'“
Guten Morgen, liebe Leserinnen und liebe Leser 🩷 Habt ihr euch schon einmal auf etwas gefreut und euch kurz vorher trotzdem gefragt, ob ihr nicht doch lieber zu Hause bleiben solltet? Genau so ging es mir an diesem Wochenende und ich möchte euch mit etwas Verspätung daran teilhaben lassen.
Der Samstag begann eigentlich wie so viele Samstage. Mit meinem Morgenkaffee auf der Lieblingsbank, gefolgt von einem Rundgang durch den Garten. Danach musste ich ein bisschen Gießen und anschließend gönnte ich mir mal wieder eine gemütliche Auszeit auf meiner Liege. Allerdings nicht nur, weil das inzwischen zu meinem Ritual gehört, sondern auch, weil ich mich seelisch und moralisch auf etwas vorbereiten musste, das ich seit Jahren nicht mehr gemacht hatte...
Vor ein paar Tagen hatte mich eine Bekannte, die mich tatsächlich schon als Baby gewickelt hat, gefragt, ob ich sie spontan auf das Saarbrücker "Nauwieser Fest" in Saarbrücken begleiten möchte. Ich sagte spontan zu, weil mir die Idee gefiel. Zumindest in diesem Moment... Aber je näher der Samstag rückte, desto kleiner wurde mein Mut.
Plötzlich schossen mir Gedanken durch den Kopf, die früher niemals da gewesen wären. So viele Menschen... Das Gedränge.. Die Lautstärke... Eigentlich verrückt, wenn ich ehrlich bin. Früher gehörten Stadtfeste nämlich zu meinem Sommer einfach dazu. Es gab kaum eines, das vor mir sicher war. Irgendwann ist das allerdings verloren gegangen. Nicht von heute auf morgen, sondern ganz leise über viele Jahre hinweg.
Fast hätte ich abgesagt. Zum Glück hatte meine Freundin aber andere Pläne. Sie überzeugte mich davon, meinen inneren Schweinehund einfach einmal in die Ecke zu schicken. Und so machten wir uns am Ende auf den Weg nach Saarbrücken – in einer Konstellation, die auf den ersten Blick vielleicht ungewöhnlich war, sich aber als ausgesprochen unterhaltsam herausstellte.
Ganz ehrlich? Schon nach kurzer Zeit wusste ich, dass es die richtige Entscheidung gewesen war. Wir parkten – wie sich das für vernünftige Menschen unseres Alters gehört – ganz entspannt in einer Tiefgarage, statt ewig nach einem kostenlosen Parkplatz zu suchen, und standen wenige Minuten später mitten im Geschehen. Überall lachende Menschen, Musik und Essensstände. Der Duft verschiedenster Köstlichkeiten, Getränke in allen Variationen - Sommerstimmung, wohin man auch schaute.
Noch war alles angenehm entspannt. Kein Gedränge, keine Hektik. Einfach nur ein wunderschöner Sommerabend in netter Gesellschaft. Wir probierten uns durch das Getränkeangebot, ließen uns auch kulinarisch nicht lumpen, lachten unglaublich viel und führten viele schöne Gespräche. Die Musik war allerdings ehrlich gesagt nicht unbedingt meine. Weder die Lieder noch manche Texte hätten den Weg auf meine persönliche Playlist gefunden. Aber wisst ihr was? Das spielte überhaupt keine Rolle. Man muss nicht immer alles mögen, um einen Abend genießen zu können.
Irgendwann blickten wir auf die Uhr. Halb zwei! Definitiv eine Uhrzeit, zu der ich normalerweise schon stundenlang tief und fest schlummere und im Reich der Träume mein Unwesen treibe. Weshalb wir uns dann auch auf den Heimweg machten. Dank meiner lieben Chauffeurin war ich gegen 2 Uhr wieder zurück im Garten. Eigentlich hätte ich ja nach Hause und ins Bett gehen sollen.
Stattdessen traf ich ganz spontan eine Entscheidung. Ich blieb einfach dort, machte es mir auf meiner Couch gemütlich, schloss sicherheitshalber sämtliche Türen und Tore ab, hörte noch ein wenig Podcast und schlief schließlich mit einem leichten Lächeln und vielleicht auch ein kleinen bisschen tüddelig im Kopf ein.
Am nächsten Morgen wurde ich von der Sonne geweckt, die direkt durch das kleine Fenster schien. Und plötzlich wurde mir klar, wie schön es eigentlich ist, direkt nach dem Aufstehen einfach nur wenige Schritte bis zur Lieblingsbank laufen zu müssen. Kein Ankommen, kein Warten, sondern einfach gleich Kaffee in der Hand, Lieblingsbank, Garten. 🩷
Es sind manchmal genau diese kleinen Momente, die mich glücklich machen - sogar trotz wenig Schlaf und etwas zu viel Gurkenwasser 😉
Nach einer kleinen Ernte, einer ausgiebigen Gießrunde und der Zubereitung eines Salates – in dem übrigens ein Großteil meiner Zitronengurken landete – machte ich mich dann gestern auf den Weg zum Geburtstag meiner Patentante. Die übrigens richtig toll ist ❤️ Gefeiert wurde natürlich im Garten. Petrus zeigte sich zunächst von seiner besten Seite. Es wurde gegrillt, viel gelacht und gut gespeist. Dass ich mit nur wenigen Stunden Schlaf erstaunlich fit gestartet war, rächte sich im Laufe des Nachmittags dann allerdings doch ein wenig.
Und weil Petrus offenbar kurz daran erinnern wollte, dass er noch mitredet, schickte er völlig unangekündigt einen kleinen Regenschauer vorbei. Der Himmel war kurz zuvor noch strahlend blau gewesen. Dieses Mal ließ sich allerdings niemand die gute Laune verderben. Wir blieben einfach sitzen und Petrus entspannte sich gleich wieder.
Zum Abschluss gab es dann noch eine Runde Darts am Baum. Dabei durfte ich einmal mehr feststellen, dass Feinmotorik vermutlich nicht zu meinen größten Talenten gehört. Spaß gemacht hat es trotzdem - und das ist bekanntlich das Wichtigste.
Als ich später nach Hause kam, wartete nur noch meine abendliche Gießrunde auf mich und danach war Schluss. Denn so jung sich mein Kopf manchmal auch fühlt – mein Körper hatte an diesem Wochenende eine etwas andere Meinung und verlangte ziemlich deutlich nach Schlaf.
Wenn ich jetzt auf diese beiden Tage zurückblicke, bleibt vor allem ein Gedanke. Wie oft verzichten wir eigentlich auf schöne Momente, weil wir uns vorher schon ausmalen, warum etwas vielleicht nicht gut werden könnte? Wie oft zögern wir etwas hinaus, weil wir es im Kopf viel größer machen, als es wirklich ist. Und wie oft machen wir einfach weiter, obwohl wir wissen, dass wir aufhören sollten?
Manchmal braucht es nur einen kleinen Schubs, um den eigenen Gedanken nicht zu glauben. Manchmal sollten wir die Zweifel einfach ignorieren und einfach machen.
Hätte ich auf meine Zweifel gehört, hätte ich einen wunderbaren Sommerabend verpasst. Viele schöne Gespräche, jede Menge Spaß und Gelächter. Eine ungewöhnliche, aber großartige Runde, eine spontane Nacht im Garten. Einen Morgenkaffee direkt nach dem Aufstehen auf meiner Lieblingsbank.
Und als wäre das alles noch nicht genug gewesen, bekamen meine Freundin und ich zum Abschluss des Samstagqbends sogar noch jeder eine Rose von einem deutlich jüngeren Mann geschenkt. Wir mussten herzlich lachen. Nicht wegen der Rose, sondern weil sie irgendwie sinnbildlich für diesen Abend stand.
Manchmal warten die schönsten Überraschungen genau dort, wo wir kurz vorher noch überlegt haben, gar nicht hinzugehen. Und manchmal wartet am Ende eines steinigen Weges vielleicht etwas Wunderbares, das wir nur finden, wenn wir endlich über unseren Schatten springen und... losgehen.
In diesem Sinne wünsche ich euch einen wunderschönen Montag und einen guten Start in die neue Woche. Traut euch ruhig hin und wieder, über euren eigenen Schatten zu springen. Vielleicht wartet dahinter ja schon eure ganz persönliche Rose.
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