Guten Morgen liebe Leserinnen und liebe Leser 🫶 Manchmal verändert sich nicht das, was wir haben, sondern unser Blick darauf. Und manchmal merkt man erst, wie sehr einem etwas gefehlt hat, wenn es plötzlich wieder da ist. Kennt ihr das?
Mir ging es gestern jedenfalls so. Und zwar gleich in mehrfacher Hinsicht. Dabei war es eigentlich ein ganz gewöhnlicher Montag. Mein erster Arbeitstag nach einer Woche Urlaub, ein ziemlich voller Terminkalender und draußen ein Herbsttag, wie ich ihn mir schöner kaum hätte wünschen können. Strahlend blauer Himmel, Sonnenschein und dieses wunderbare Licht, das es irgendwie nur um diese Jahreszeit gibt.
Dummerweise konnte ich all das zunächst nur durch mein kleines Fenster im Homeoffice bewundern. Und während ein Termin auf den nächsten folgte, wanderte mein Blick immer wieder nach draußen. Dabei hatte ich mich durchaus auf meine Arbeit gefreut. Ich mag wirklich sehr, was ich tue. Trotzdem wurde mir gestern ziemlich deutlich bewusst, wie wunderbar die vergangene Woche gewesen war, in der ich morgens einfach aufstehen und selbst entscheiden konnte, was ich mit meinem Tag anfangen möchte. Keine festen Termine, keine Verpflichtungen und manchmal sogar überhaupt keinen Plan. Herrlich!
Nach Feierabend gab es deshalb nur eins: Schuhe an und raus in die Natur! Noch ein paar Schritte sammeln, frische Luft tanken, den Kopf freibekommen und möglichst viele der letzten Sonnenstrahlen einfangen. Nach den vergangenen kühlen, nassen und überwiegend regnerischen Tagen fühlte sich diese Herbstsonne beinahe wie ein kleines Geschenk an. Ich hätte am liebsten jeden einzelnen Sonnenstrahl eingesammelt und für die nächsten grauen Tage aufbewahrt.
Während ich so unterwegs war, wurde mir bewusst, dass ich diesen Sonnenschein vermutlich auch vor einer Woche wunderschön gefunden hätte. Aber gestern habe ich ihn noch ein bisschen mehr genossen. Einfach, weil er mir gefehlt hatte. Und mit der freien Zeit meines Urlaubs war es ganz ähnlich. Ich wusste schon währenddessen, wie schön es war, einfach mal keine Termine zu haben. Aber nach diesem ersten Arbeitstag erschien mir diese Freiheit noch ein kleines bisschen kostbarer.
Vielleicht ist das ja überhaupt das Besondere am Wiederfinden. Dass etwas Vertrautes plötzlich wieder dieses wunderbare Gefühl auslösen kann, das man beinahe vergessen hatte. Obwohl man eigentlich die ganze Zeit wusste, wie schön es einmal war. Und vielleicht gilt das nicht nur für Sonnenschein, freie Nachmittage oder die kleinen Freuden des Alltags. Manchmal sind es auch Nähe, Vertrautheit oder bestimmte Augenblicke, bei denen wir erst dann richtig spüren, wie sehr sie uns gefehlt haben, wenn wir sie unerwartet wieder erleben.
Natürlich bedeutet das nicht, dass ich mir jetzt möglichst viele Regentage wünsche, um die Sonne anschließend noch mehr genießen zu können. Auf kalte Füße, grauen Himmel und übervolle Terminkalender könnte ich persönlich nämlich durchaus verzichten. Aber vielleicht sind es gerade diese Gegensätze, die uns hin und wieder daran erinnern, wie wertvoll manche Dinge sind. Auch dann, wenn wir das eigentlich längst wissen.
Als ich gestern nach meiner ausgiebigen Runde wieder nach Hause kam, hatte ich jedenfalls nicht nur einige Schritte mehr gesammelt, sondern auch einen wunderbar freien Kopf. Und dieses zufriedene Gefühl, den schönen Herbsttag trotz Arbeit noch ein bisschen für mich genutzt zu haben.
Jetzt ist Dienstagmorgen, der erste Kaffee ist bereits getrunken und gleich wartet der zweite auf mich. Den werde ich ganz gemütlich genießen, bevor mich der Alltag wieder einholt. Denn auch so ein ruhiger Moment am Morgen ist etwas, das ich sehr zu schätzen weiß.
Ich wünsche euch einen wunderschönen Dienstag mit möglichst vielen Sonnenstrahlen und kleinen Glücksmomenten. Und vielleicht begegnet euch heute ja auch etwas, von dem ihr gar nicht mehr wusstet, wie sehr ihr es vermisst habt.
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