Guten Morgen liebe Leserinnen und liebe Leser 🩷 Kennt ihr diese Tage, an denen überhaupt nichts Besonderes passiert und man am Ende trotzdem etwas Schönes zu erzählen hat?
Mein Dienstag war so einer. Maximal unspektakulär, um genau zu sein. Dabei fing er sogar ausgesprochen schön an. Denn während ich meinen Morgenkaffee auf der Lieblingsbank zu mir nahm, durfte ich einen wunderschönen rosafarbenen Himmel bewundern. Ich liebe solche Momente, wenn der Tag gerade erst erwacht und der Himmel für ein paar Minuten aussieht, als hätte jemand mit einem riesigen Pinsel ein bisschen Farbe verteilt. Das hat mir meinen Morgenkaffee jedenfalls ordentlich versüßt und mich fast über das Zittern hinweg getröstet.
Leider hatte das Wetter anschließend weitere Pläne... Erst hat es geregnet, später geschüttet und irgendwann genieselt. Und insgesamt war es einfach nur grau, kalt und ziemlich ungemütlich. Also genau das Wetter, das ich bekanntlich besonders liebe. Nicht. 😉
Den größten Teil des Tages habe ich trotzdem in meinem Garten-Homeoffice verbracht. Mit Decke und Weste ausgestattet absolvierte ich einen Termin nach dem nächsten. Und zwischendurch habe ich immer mal wieder kleine Pausen auf meiner Lieblingsbank eingelegt. Natürlich dick eingepackt in meine pinkfarbene Winterjacke, die mittlerweile offenbar zur festen Gartenausstattung gehört.
Und erfreulicherweise hatte ich Gesellschaft - sogar ausgesprochen unterhaltsame..
Da wäre zunächst einmal Puschel, mein Eichhörnchen, das mittlerweile wieder regelmäßig vorbeischaut. Ich lege ihm gerne ein oder zwei Walnüsse hin, über die es sich offensichtlich immer sehr freut. Zumindest schnappt es sie sich ziemlich begeistert, begutachtet sie ausgiebig, flitzt dann mit ihnen davon, um sie anschließend irgendwo in meinem Garten zu verbuddeln. Was ich tatsächlich etwas verwunderlich finde.
Dass Eichhörnchen Vorräte für den Winter anlegen, weiß ich natürlich. Was ich allerdings noch nicht verstanden habe, ist, warum Puschel seine Nüsse ausgerechnet dort versteckt, wo ich sie irgendwann beim Gärtnern wieder ausgrabe. Vermutlich haben wir unterschiedliche Vorstellungen von einem geeigneten Lagerplatz. 🤣
Dann wäre da noch mein kleines Rotkehlchen, das seit mindestens einem Jahr bei mir kebt und damit quasi zum festen Inventar gehört. Es kommt regelmäßig vorbei, hüpft völlig selbstverständlich vor meiner Bank herum und sammelt kleine Insekten aus der feuchten Erde. Manchmal gönnt es sich ein Körnchen, das die anderen Vögel verloren haben oder hüpft kurzerhand in den Futterbehälter, wo es eigentlich nicht hingehört. Aber der Inhalt gefällt ihm offensichtlich besser, als das, was am Boden zu finden ist.
Rotkehlchen sind ja bekanntlich eher Einzelgänger. Meines jedenfalls scheint mit sich und seinem Singleleben ganz zufrieden zu sein. Und während ich ihm gestern zuschaute, fiel mir auf, dass dieses kleine Wesen nach all der Zeit immer noch keinen Namen hatte. Das geht natürlich überhaupt nicht. Und so habe ich es kurzerhand Fips getauft. Passt doch wunderbar zu so einem kleinen, flinken Gartenhüpfer. 😉
Und dann gibt es natürlich noch meine filigrane herzallerliebste Olga. Die macht sich im Moment etwas rar, lässt sich aber glücklicherweise ab und zu blicken. Offenbar hat die Dame inzwischen auch außerhalb meines Gartens Verpflichtungen... aber Immerhin gibt sie gelegentlich ein Lebenszeichen von sich.
Und während ich gestern unter meinem Dach saß, den Regen beobachtete und abwechselnd Puschel, Fips und Olga im Blick hatte, kam ich mir tatsächlich ein bisschen vor wie Mrs. Doolittle.
Ihr kennt doch bestimmt Dr. Doolittle, der mit den Tieren sprechen kann? Nun, ich bin offenbar auf dem besten Weg dorthin. Zumindest verbringe ich inzwischen ziemlich viel Zeit damit, meine tierischen Mitbewohner zu beobachten und mir vorzustellen, was sie wohl zu erzählen hätten.
Puschel würde vermutlich mit einer Walnuss im Maul vor mir stehen und ziemlich geschäftig erklären: „Keine Zeit für Gespräche. Ich muss noch ungefähr 37 Nüsse verstecken, bevor der Winter kommt. Und könntest du bitte aufhören, meine Vorräte wieder auszubuddeln?“
Fips hingegen würde wahrscheinlich vor meiner Bank herumhüpfen, mich kurz anschauen und fragen: „Ist das jetzt eigentlich mein Garten oder deiner? Nur damit wir das mal geklärt haben.“
Und Olga? Die würde vermutlich erst einmal elegant an mir vorbeistolzieren, sich ein wenig Zeit lassen und auf meine Frage, wo sie sich denn ständig herumtreibt, lediglich antworten: „Meine Liebe, eine Dame muss schließlich auch ein bisschen geheimnisvoll bleiben.“
Ich glaube, wir hätten ausgesprochen interessante Gespräche. Wobei ich nicht sicher bin, ob ich wirklich alles wissen möchte, was meine kleine Garten-WG über mich denkt. 🤣
Und wisst ihr was? Genau an solchen Tagen zeigt sich, dass mein Motto „Glück ist die Summe schöner Momente“ tatsächlich auch bei Nieselregen und gefühlten Wintertemperaturen funktioniert. Ein rosa Morgenhimmel und meine tierischen Mitbewohner – das waren die kleinen Highlights meines Dienstags. Und übrigens auch meine einzigen Besucher, die tatsächlich persönlich erschienen sind. Alle anderen kamen ausschließlich als kleine Kacheln auf meinem Bildschirm vorbei.
Wobei die tierischen Gäste eindeutig pflegeleichter waren. Die wollten weder einen Termin noch eine Präsentation. Höchstens eine Nuss. 🤣
Irgendwann wurde es allerdings selbst mir zu ungemütlich. Und auch der beste Gasofen kann nichts gegen Wetter ausrichten, das einfach nur kalt, eklig, pfui und bäh ist. Also habe ich den Garten schließlich verlassen und mir mit Coco einen gemütlichen Feierabend auf der Couch gemacht.
Und Coco? Die hätte bei meinem Eintreffen vermutlich nur verständnislos den Kopf geschüttelt und gefragt: „Na endlich! Sag mal, was findest du eigentlich an dieser nassen, kalten Gartenbank so toll? Hier gibt's eine Couch, eine Decke und mich. Muss ich dir wirklich alles erklären?“ 🤣
Vielleicht könnt wenigstens ihr jetzt ein kleines bisschen besser verstehen, warum ich selbst um diese Jahreszeit so gerne in meinem Garten sitze. Auch wenn ich dafür inzwischen eine Winterjacke brauche, mit der ich vermutlich problemlos am Nordpol überleben könnte.
In diesem Sinne wünsche ich euch einen schönen Mittwoch. Haltet die Augen offen für die kleinen Dinge, die euch ein Lächeln ins Gesicht zaubern ❤️
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