„Manchmal fehlen einem nicht die Worte. Manchmal sind einfach zu viele Gedanken da, um die richtigen zu finden.“
Guten Morgen liebe Leserinnen und liebe Leser 🩷 Kennt ihr das? Manchmal hat man unglaublich viel im Kopf und bekommt trotzdem keinen vernünftigen Satz zustande. Mir geht es momentan tatsächlich so. Und das ist für mich durchaus ungewöhnlich, denn normalerweise habe ich zu allem etwas zu sagen, schreibe leidenschaftlich gerne und bin nun wirklich nicht dafür bekannt, besonders wortkarg zu sein.
Gestern Morgen war es hier deshalb still. Und beinahe wäre es heute genauso still geblieben. Irgendwie bleiben meine Gedanken nämlich gerade gerne irgendwo zwischen Kopf und Tastatur hängen. Ausgerechnet heute, wo in den USA der "Tag des Schreibens" gefeiert wird. Ich finde ja, das Universum hat manchmal einen ausgesprochen eigenwilligen Humor...
Und ich fange einfach mal mit meinem Sonntag - oder wie ich ihn nenne - meinem Familientag an. Ich war bei meinen Eltern, wir haben es uns gemütlich gemacht und die gemeinsame Zeit genossen. Was wle immer sehr schön war und gut getan hat. Aber das konntet ihr euch vermutlich bereits denken 😉
Gestern ging es dann wieder an die Arbeit. Mein Garten-Homeoffice war gut besucht – zumindest auf dem Bildschirm. Ein Termin jagte den nächsten, dazwischen viele Gespräche und einige kreative Überlegungen. Es war ein langer Tag, und ich gebe zu, dass mir das gar nicht ungelegen kam. Manchmal ist es nämlich ausgesprochen praktisch, wenn der Kalender so voll ist, dass für andere Gedanken kaum Platz bleibt.
Zumindest so lange, bis man wieder Zeit zum Nachdenken hat. Und Nachdenken kann ich - vermutlich sogar besser, als mir lieb ist. Außerdem beschäftige ich mich ja auch beruflich viel mit Menschen, Kommunikation und Verhaltensmustern. Man könnte also meinen, dass ich auch meine eigenen Gefühle und Reaktionen einigermaßen gut im Griff habe. Ich kenne schließlich meine persönlichen Stolperfallen, nachdem ich sie ausgiebig analysiert habe.
Was mich allerdings nicht daran hindert, gelegentlich mit Anlauf mitten in eine davon zu springen... Da kennt man die Theorie, versteht die Zusammenhänge und trotzdem übernimmt plötzlich das Gefühl die Regie. Der Verstand sitzt dabei irgendwo in der letzten Reihe, hebt vorsichtig die Hand und... wird geflissentlich ignoriert. Hinterher ist er dann übrigens wieder da - meistens sogar ausgesprochen gesprächig...
Ich bin bekanntlich ein emotionaler Mensch und mag das grundsätzlich auch an mir. Ich freue mich von Herzen, lache gerne und manchmal ziemlich laut und lasse mich auf Menschen und Dinge ein. Aber diese Medaille hat eben auch eine Kehrseite.
Manchmal sind meine Gefühle schneller als mein Verstand. Dann sage ich Dinge, die ich mit etwas Abstand lieber anders formuliert hätte, und ärgere mich hinterher über mich selbst. Weil ich es doch eigentlich besser wissen müsste.
Vielleicht ist genau das eine Erkenntnis, über ich noch ein bisschen nachdenken darf: Reflektiert zu sein bedeutet nicht, immer richtig zu handeln. Und sich mit Psychologie auszukennen macht einen offenbar auch nicht immun gegen die eigenen Gefühle und deren zuweilen unberechenbaren Folgen. Und vielleicht gehört dazu, dazu zu stehen, um Verzeihung zu bitten und sich am Ende selbst irgendwann verzeihen zu können. Anderen gegenüber fällt zumindest mir das nämlich meistens deutlich leichter.
Und mein Montag hatte am Ende noch einen richtig schönen Abschluss in Form eines privaten Meetings. Nach diesem langen Tag saß ich auf meiner Lieblingsbank im Garten und hatte ein gutes, ehrliches und wohltuendes Gespräch. Es wurde erzählt, zugehört, gelacht und zwischendurch auch mal Klartext gesprochen. So, wie ich es mag. Und dann gab es sogar noch eine kleine, sehr schöne Überraschung, über die ich mich riesig gefreut habe.
Und ich habe mal wieder festgestellt, wie gut es tun kann, wenn jemand einfach zuhört. Und man hinterher das Gefühl hat, dass vielleicht nicht alles gelöst ist, sich manches aber trotzdem ein bisschen leichter anfühlt.
Und so ist am Tag des Schreibens aus meiner Sprachlosigkeit doch noch eine Geschichte geworden. Mit der Erkenntnis, dass man eben nicht immer alles verstehen und richtig machen kann und manchmal einfach Mensch sein darf. Auch mit den weniger großartigen Momenten.
In diesem Sinne wünsche ich euch einen schönen Dienstag. Seid ein bisschen nachsichtig mit euch selbst und passt gut auf euch auf. ❤️
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