Liebe bleibt 🩷

Veröffentlicht am 1. November 2026 um 16:57

„Trauer ist erlaubte Liebe.“

Guten Nachmittag liebe Leserinnen und liebe Leser 🩷 Heute ist Allerheiligen. Ein Tag, an dem wir besonders an die Menschen denken, die nicht mehr bei uns sind und der mich jedes Jahr ein bisschen traurig und nachdenklich macht.

Kennt ihr das? Manchmal reicht ein bestimmtes Lied, ein vertrauter Geruch oder eine kleine Erinnerung und plötzlich ist jemand wieder ganz nah, den wir eigentlich schon lange nicht mehr in die Arme nehmen können.

Bei mir war heute, wie an jedem Sonntag, Familientag. Ich mag diese Sonntage bekanntlich sehr und bin dankbar dafür, dass wir sie miteinander verbringen können. Gerade an einem Tag wie Allerheiligen wird mir allerdings wieder einmal besonders deutlich bewusst, dass das gar nicht so selbstverständlich ist.

Denn während wir mit den Menschen zusammensitzen, die wir lieb haben, fehlen anderswo Menschen, die einmal ganz selbstverständlich dazugehört haben. Manchmal fehlt ein Platz am Tisch, manchmal eine Stimme oder dieses eine Lachen, das man unter tausend anderen sofort wiedererkennen würde.

Und manchmal erzählen wir Geschichten von früher und müssen plötzlich herzhaft lachen, weil uns irgendeine Begebenheit einfällt, die wir beinahe vergessen hätten. Ich finde, dass gerade darin etwas sehr Schönes liegt.

Eine liebe Kollegin, die vor einem Jahr ihren Mann verloren hat, hat mir am Wochenende den Satz geschenkt, mit dem ich diese Geschichte begonnen habe. Und sie hat noch etwas gesagt, das mich sehr berührt hat: Dass die Trauer die beste Freundin der Liebe sei.

Ich finde diese beiden Gedanken wunderschön. Vielleicht auch deshalb, weil darin so viel Trost steckt, ohne dass irgendetwas beschönigt werden muss.

In den vergangenen Tagen habe ich wieder einiges an Zeit in meinem Garten verbracht. Und ich kann euch berichten, dass meine Lieblingsbank dank des neuen Heizstrahlers inzwischen tatsächlich zu einem ziemlich gemütlichen Plätzchen geworden ist. Ich bin nach wie vor begeistert, dass dieses gute Stück nicht nur hübsch leuchtet, sondern tatsächlich wärmt. 

Und während ich hier sitze leuchtet ein Kerzchen in Erinnerung an alle Menschen und Tiere, die ich hier auf der Erde vermisse. Heute und an allen Tagen. Und ich denke über die Worte meiner Kollegin nach...

Ich glaube, wir versuchen manchmal viel zu schnell, mit unserer Traurigkeit fertigzuwerden. Wieder nach vorne zu schauen, stark zu sein und irgendwie weiterzumachen. Und natürlich geht das Leben weiter. Manchmal sogar in einem Tempo, bei dem man sich fragt, ob es nicht wenigstens gelegentlich ein bisschen Rücksicht nehmen könnte.

Aber vielleicht müssen wir mit der Trauer gar nicht fertigwerden. Vielleicht dürfen wir ihr einfach einen Platz geben, weil sie zu der Liebe gehört, die wir für einen Menschen empfinden.

Denn nur weil jemand nicht mehr bei uns ist, verschwindet ja nicht alles, was uns miteinander verbunden hat. Die Erinnerungen bleiben, die gemeinsamen Erlebnisse, die kleinen Eigenheiten und manchmal sogar die Dinge, über die wir uns früher fürchterlich aufgeregt haben und über die wir heute mit einem Lächeln nachdenken.

Und wisst ihr, worüber ich in diesem Zusammenhang noch nachgedacht habe? Über das Glück. Denn eigentlich liegen Glück und Trauer manchmal viel näher beieinander, als wir glauben.

Wenn wir einen Menschen vermissen, denken wir verständlicherweise oft zuerst daran, dass er nicht mehr da ist. An das, was fehlt, was wir nicht mehr gemeinsam erleben können und was wir vielleicht gerne noch gesagt oder getan hätten.

Aber irgendwann, und ich glaube, dafür gibt es keinen festen Zeitpunkt, dürfen sich zwischen all die traurigen Gedanken auch die schönen Erinnerungen mischen. Und vielleicht können wir uns dann nicht nur darüber ärgern, dass die gemeinsame Zeit viel zu kurz war, sondern uns auch darüber freuen, dass wir sie überhaupt miteinander verbringen durften.

Ich finde diesen Gedanken unglaublich tröstlich. Denn wie traurig wäre es eigentlich, wenn all die wunderschönen gemeinsamen Erlebnisse irgendwann nur noch mit Schmerz verbunden wären? Wenn wir vor lauter Vermissen vergessen würden, wie viel Freude, Liebe und Glück uns diese Menschen einmal geschenkt haben?

Vielleicht gehört zum Glück eben nicht nur, die schönen Augenblicke zu erleben, sondern auch, sich später mit Liebe an sie erinnern zu können.

Und vielleicht ist es deshalb auch völlig in Ordnung, an einem Tag wie Allerheiligen jemanden schmerzlich zu vermissen und trotzdem von Herzen zu lachen. Das eine nimmt dem anderen schließlich nichts. Ich glaube sogar, dass wir den Menschen, die nicht mehr bei uns sind, auf diese Weise einen besonders schönen Platz in unserem Leben bewahren. Nicht nur in unserer Traurigkeit, sondern auch in unserem Glück.

Heute möchte ich deshalb ganz besonders viel Liebe verschicken.

An all die Menschen, die nicht mehr hier bei uns auf der Erde sind, aber in unseren Herzen weiterhin ihren festen Platz haben. An diejenigen, die wir so gerne noch einmal umarmen, mit denen wir noch einmal lachen oder denen wir einfach noch einmal sagen würden, wie lieb wir sie haben.

Und mindestens genauso viel Liebe schicke ich an die Menschen, für die das Leben gerade besonders schwer ist. Die jemanden vermissen, sich Sorgen machen, traurig sind oder vielleicht einfach nur versuchen, irgendwie durch den nächsten Tag zu kommen.

Ich wünsche euch Menschen an eurer Seite, die euch auffangen, wenn es nötig ist, die mit euch lachen, wenn euch danach ist, und die auch dann bleiben, wenn es gerade nicht viel zu sagen gibt.

Und vielleicht auch einen kleinen Ort, an dem ihr euch wohlfühlt und einfach mal durchatmen könnt. Bei mir ist das bekanntlich meine Lieblingsbank. Und die ist inzwischen sogar beheizt. Was will man mehr? Na gut, ein paar zusätzliche Sonnenstunden und vielleicht fünf Grad mehr wären auch nicht schlecht. Aber man soll ja nicht unverschämt werden. 😉

Ich werde mir die Worte meiner Kollegin jedenfalls noch eine ganze Weile bewahren. Weil sie mich daran erinnern, dass Trauer und Glück keine Gegensätze sein müssen und dass Liebe nicht einfach verschwindet, nur weil ein Mensch nicht mehr da ist.

Habt einen gemütlichen Abend und einen guten Start in die neue Woche. Passt auf euch und aufeinander auf und vergesst nicht, den Menschen, die ihr lieb habt, das auch immer wieder zu sagen.

Und wenn ihr heute jemanden besonders vermisst, dann wünsche ich euch von Herzen, dass sich zwischen all der Traurigkeit auch eine schöne Erinnerung findet, über die ihr lächeln könnt. Nicht nur, weil dieser Mensch fehlt. Sondern vor allem, weil er einmal da war und euer Leben bereichert hat.

Denn vielleicht ist das eines der schönsten Geschenke, die uns die Liebe macht: Dass sie bleibt, auch wenn wir Abschied nehmen müssen. 🩷

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