Tierschutz kennt kein Wochenende 💚

Veröffentlicht am 28. September 2026 um 07:43

Guten Morgen, liebe Leserinnen und liebe Leser ❤️ Eigentlich war ich gestern Morgen noch mit den Nachwirkungen meines ersten Mädelsflohmarktes beschäftigt. Genauer gesagt mit all den Dingen, die am Samstag keine neue Besitzerin gefunden hatten und deshalb wieder aus meinem Auto mussten...

Doch während ich zwischen Auto und Gartenhaus hin und her lief, hörte ich plötzlich ein Rascheln, das meinen Sonntag noch nachhaltig beeinflussen sollte. Denn ich schaute natürlich nach. Und entdeckte kurz darauf im Gebüsch neben dem Weg eine Taube. Mein erster Gedanke war natürlich: Olga? 

Als ich näher kam, stellte ich allerdings ziemlich schnell fest, dass diese Taube nicht nur deutlich dünner als Olga, sondern vor allem sehr viel kleiner war. Am Bauch hatte sie sogar noch Flaum und während sie ganz langsam im Gebüsch umherhüpfte, machte sie keinerlei Anstalten wegzufliegen. Sie war so langsam unterwegs, dass ich kurz dachte, ich könnte sie wahrscheinlich einfach einfangen. Das wiederum könnten sich natürlich auch die vierbeinigen Anwohner zu Nutzen machen und so dachte ich wirklich kurz daran, das Täubchen spontan einzufangen. 

Allerdings sah sie auch ziemlich ängstlich aus und ich wollte einem ohnehin verunsicherten kleinen Wesen am frühen Sonntagmorgen nicht noch zusätzlich Angst einjagen. Außerdem hatte ich schlicht keine Ahnung, ob ich überhaupt eingreifen sollte.

Vielleicht waren ihre Eltern irgendwo in der Nähe und kümmerten sich, vielleicht gehörte das alles zum normalen Erwachsenwerden einer Ringeltaube und vielleicht konnte sie sogar fliegen und hatte nur gerade keine Veranlassung, mir das vorzuführen...  Eine offensichtliche Verletzung konnte ich jedenfalls nicht erkennen und so beschloss ich, sie zunächst in Ruhe zu lassen. Machte aber vorher noch ein Foto, um es jemanden zu schicken, der vielleicht helfen könnte. Doch dazu kommen wir erst später. 

Zuerst einmal fuhr ich zu meinen Eltern, wo es wie immer schön und lecker war. Trotzdem bekam ich das kleine Täubchen  nicht so ganz aus dem Kopf und schickte das Foto der Frau, von der ich sicher war, dass sie wusste, was zu tun war: Anita ❤️ Sie bat mich, bei meiner Rückkehr nochmal nachzuschauen und das Täubchen zu sichern, falls es immernoch da wäre. 

Ich fuhr also zurück zum Garten und schaute nach. Sie war noch da und hatte sich ins Gestrüpp gekauert. Ich sah nur ihr kleines Köpfchen und die lieben Augen. Und ich hatte auch inzwischen nicht mehr das Gefühl, dass sie einfach beschlossen hatte, diesen Sonntag ausschließlich zu Fuß zu verbringen.

Das kleine Täubchen konnte offensichtlich nicht fliegen und spätestens mit Einbruch der Dunkelheit wäre es dort ziemlich schutzlos gewesen. Also tat ich das, was man tut, wenn man selbst keine Ahnung hat, aber glücklicherweise jemanden kennt, der welche hat: Ich schickte Anita nochmal eine Sprachnachricht 😉

Ich kenne sie schon eine Weile und wusste natürlich, dass sie sich - gemeinsam mit drei weiteren tollen Menschen -  ehrenamtlich um die Stadttauben und das Taubenhaus kümmert. Trotzdem hatte ich ein bisschen schlechtes Gewissen, sie ausgerechnet an einem Sonntag mit meinem kleinen Findling zu behelligen. Ihre Antwort kam sehr schnell: „Der Tierschutz kennt kein Wochenende.“ 💚

Und ich finde, dieser eine Satz sagt schon ziemlich viel über Anita aus.

Für mich ist sie tatsächlich einer dieser Engel auf Erden, die nicht nur sagen, dass ihnen Tiere wichtig sind, sondern die losfahren und helfen, wenn irgendwo eines Hilfe braucht. Sie investiert ihre Freizeit, ihre Energie und ganz viel Herz in die Stadttauben, kümmert sich mit ihrem Team um das Taubenhaus und organisiert Hilfe, wenn sie gebraucht wird.

Und an diesem Sonntag brauchte ausnahmsweise keine Stadttaube ihre Hilfe, sondern eine kleine Ringeltaube..Das habe ich inzwischen nämlich auch gelernt: Ringeltauben und Stadttauben sind nicht dasselbe. Unsere Ringeltauben sind Wildvögel, während die Stadttauben, die wir täglich auf Plätzen und in Fußgängerzonen sehen, von domestizierten Haus- und Brieftauben abstammen.

Dass Ringeltauben mittlerweile ebenfalls ziemlich selbstverständlich in unseren Städten und Gärten leben, macht sie biologisch trotzdem nicht zu Stadttauben.

Anitas Hilfsbereitschaft war diese Unterscheidung offensichtlich ziemlich egal. Das Täubchen brauchte Hilfe und damit war die Sache für sie geklärt. Sie machte sich auf den Weg und ich versuchte derweil, meinen kleinen Findling nicht wieder aus den Augen zu verlieren.Inzwischen hatte er übrigens selbstverständlich auch einen Namen. Flora. Warum Flora? Keine Ahnung. Sie sah aus wie eine Flora und damit war das entschieden.

Während Anita unterwegs war, entwickelte sich meine eigene Rettungsaktion allerdings zunehmend zu einer Veranstaltung, bei der ich vermutlich ein deutlich besseres Bild abgegeben hätte, wenn mich einfach niemand gesehen hätte. Irgendwann steckte ich halb im Gebüsch, hatte Äste auf dem Kopf und mich mit meinen Kleidern ausgesprochen erfolgreich in irgendwelchen Dornen verheddert, während Flora zwar nach wie vor nicht fliegen konnte, im Laufen aber durchaus genügend Talent entwickelte, um mich zu beschäftigen.

Und genau in diesem ausgesprochen würdevollen Moment kam mein Lieblingsnachbar den Feldweg entlanggefahren. Er hielt neben mir an, betrachtete erst mich und anschließend vermutlich das Gesamtbild und fragte mit einem ziemlich breiten Grinsen im Gesicht, ob bei mir alles in Ordnung sei.

Nun ja. Wie man es nimmt. 🤣 Ich erklärte ihm also, dass ich nicht etwa ein neues Hobby entdeckt hatte und meine Sonntage zukünftig bevorzugt in Dornengebüschen verbringen wollte, sondern versuchte, ein kleines Ringeltäubchen zu retten, das offensichtlich nicht fliegen konnte.

Und damit war die Sache für ihn auch schon geklärt. Er stellte sein Auto ab und half mir, Flora im Auge zu behalten und daran zu hindern, sich irgendwohin zu verabschieden, wo wir sie gar nicht mehr erreichen würden. Keine große Diskussion und auch keine Frage, ob er seinen Sonntag möglicherweise anders geplant hatte. Er half einfach. Und ich gebe zu: Das fand ich sehr, sehr lieb.

Als Anita schließlich kam, wurde aus unserer eher improvisierten Taubenrettungsaktion zum Glück eine Angelegenheit mit Sachverstand und ihr gelang es schließlich, Flora mit unserer Hilfe einzufangen und sicher in die Hände zu bekommen.

Und dann kam noch eine dieser kleinen glücklichen Fügungen dazu, die man nicht planen kann und die eine Geschichte am Ende trotzdem irgendwie so aussehen lassen, als hätte sich jemand etwas dabei gedacht.

Anita hatte eine Pflegestelle für Flora und ausgerechnet dort war bereits am Tag zuvor ein anderes kleines Ringeltäubchen eingezogen. Da die Kleinen möglichst nicht alleine sein sollten, hatte Flora damit innerhalb weniger Stunden nicht nur einen Namen, eine Rettungsmannschaft und eine Pflegestelle bekommen, sondern gleich noch einen kleinen Artgenossen an ihre Seite.

Ich war einfach nur froh. Und irgendwann kam mir natürlich noch ein Gedanke, den ich seitdem ziemlich schön finde. Flora ist eine Ringeltaube und Olga bekanntlich auch. Ich habe keine Ahnung, wer Floras Eltern sind, und vermutlich werde ich das auch nie erfahren. Aber völlig ausgeschlossen ist es schließlich nicht, dass ich da am Sonntagmorgen tatsächlich einem kleinen Olga-Nachwuchs beim Spaziergang durchs Gebüsch zugesehen habe..

Ich mag diesen Gedanken. Und sollte es tatsächlich so sein, können wir Olga zumindest versichern, dass wir ordentlich auf das Kind aufgepasst haben. 😉

Damit hätte dieser Sonntag für meinen Geschmack eigentlich bereits genügend Aufregung geboten, aber es wartete ja noch eine zweite Geschichte auf ihr Happy End. Während Flora mit Anita in Richtung Pflegestelle unterwegs war und mein Lieblingsnachbar sich zur Nachtschicht verabschiedete, wartete zu Hause nämlich eine junge Frau darauf, dass wir endlich die Geschichte beendeten, die mich inzwischen seit Monaten begleitet hatte.

Die Geschichte meines Corsachens. Wer hier regelmäßig mitliest, dürfte mittlerweile mehr über den Verkauf dieses Autos wissen, als irgendein vernünftiger Mensch jemals über den Verkauf eines Opel Corsa wissen wollte. Was als völlig normaler Autoverkauf begann, entwickelte sich irgendwann zu einer kleinen Fortsetzungsgeschichte mit gestohlenen Kennzeichen, Abmeldung, Wiederanmeldung, neuem TÜV, diversen Angeboten, Absagen und zwischendurch durchaus der Überlegung meinerseits, ob ich das Auto nicht einfach in mein Testament aufnehmen und das Problem damit an die nächste Generation weiterreichen sollte.

Und dann kam eine junge Frau, die mein Auto wirklich gerne haben wollte und bei der ich ziemlich schnell ein gutes Gefühl hatte. Gestern kam sie nun tatsächlich, um es abzuholen. Das Geld war da, die Ummeldung erledigt und der Schlüssel wechselte die Besitzerin. Wenig später fuhr eine ziemlich glückliche junge Frau mit meinem Corsachen vom Hof und ich stand da und war ebenfalls ziemlich glücklich. Und vor allem erleichtert.

Dieser Autoverkauf hat mich über Monate begleitet und  zwischendurch wirklich Nerven gekostet. Trotzdem wollte ich mein Auto am Ende nicht einfach nur irgendwie loswerden, sondern ein gutes Gefühl dabei haben, wenn es meinen Hof verlässt. Und genau das hatte ich.

So endete dieser Sonntag mit zwei ziemlich unterschiedlichen Happy Ends. Ein kleines Ringeltäubchen war in Sicherheit und musste seine nächste Zeit nicht alleine verbringen, mein Corsachen hatte eine neue Besitzerin gefunden, die sich wirklich darüber freute, und ich saß irgendwann da und dachte darüber nach, dass Loslassen manchmal überhaupt nichts Trauriges haben muss.

Manchmal bedeutet es einfach, etwas in gute Hände zu geben und anschließend zu wissen: Jetzt ist es gut.

Und genau an dieser Stelle könnte meine Geschichte eigentlich enden, wenn da nicht noch etwas wäre, das mir heute wirklich am Herzen liegt. Denn eines dieser beiden Happy Ends wäre ohne Anita nicht möglich gewesen.

Während wir anderen unser Wochenende haben, gibt es Menschen wie sie, die sich ehrenamtlich kümmern, wenn Hilfe gebraucht wird. Anita kümmert sich um unsere Stadttauben und um das Taubenhaus, investiert dafür nicht nur unzählige Stunden, sondern natürlich auch Geld, denn Futter, Versorgung und all die vielen kleinen und größeren Dinge, die dafür gebraucht werden, bezahlen sich nicht von alleine.

Deshalb möchte ich meinen Blog heute einmal dafür nutzen, Anita etwas zurückzugeben.

Wenn ihr einen Euro, zwei, fünf oder auch ein paar mehr übrig habt, dann würde ich mich riesig freuen, wenn wir gemeinsam ein kleines bisschen dazu beitragen könnten, dass sie ihre wunderbare Arbeit weiterhin machen kann. Das funktioniert über PayPal: anitalepper1102@gmail.com

Es braucht keinen großen Betrag. Wenn viele ein bisschen geben, kann aus ein bisschen am Ende ziemlich viel werden.

Für das Taubenhaus und die Stadttauben, um die Anita sich mit so viel Herz kümmert. Für das nächste Tier, das Hilfe braucht. Und offenbar zwischendurch auch für kleine Ringeltäubchen namens Flora, die sich ausgerechnet sonntags meinen Parkplatz für ihren großen Auftritt aussuchen.

Denn Tiere brauchen Menschen, die nicht wegsehen. Und Menschen wie Anita brauchen Menschen, die sie dabei unterstützen. Wie sagte sie gestern so schön: „Tierschutz kennt kein Wochenende.“ 💚

Olga würde das sicher unterschreiben.

Und ich wünsche euch einen guten Start in die neue Woche und einen schönen Tag 🫶  Ich werde ihn besonders genießen, denn heute hat einer meiner Lieblingsmenschen Geburtstag 🩷🩷🩷

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