Rätselhafte Ereignisse...

Veröffentlicht am 9. Oktober 2026 um 07:43

Guten Morgen liebe Leserinnen liebe und Leser 💛 Ist euch in letzter Zeit vielleicht etwas abhandengekommen? Ein Schlüssel, eine Socke, die Lesebrille, die ihr anschließend auf dem Kopf wiedergefunden habt? Oder möglicherweise ein paar Wochen?

Ich frage aus gegebenem Anlass. Denn bei mir sind gestern gleich mehrere Wochen verschwunden. Spurlos. Und je länger ich darüber nachdenke, desto weniger glaube ich an ein harmloses Versehen. Ich habe sie weder verlegt noch freiwillig hergegeben. Irgendjemand oder irgendetwas muss sie aus meinem Kalender entfernt haben.

Aber beginnen wir mit den Ermittlungen von vorne...Gestern Morgen saß ich zunächst völlig ahnungslos mit meinem Morgenkaffee im Garten. Es war ziemlich frisch und deutlich nasser, als in den letzten Wochen, aber die Rosen blühen noch immer. Überall leuchten wunderschöne Farben und einige Pflanzen scheinen den Herbst bislang schlicht nicht zur Kenntnis genommen zu haben.

Alles wirkte friedlich, beinahe sommerlich. Kein Hinweis auf das, was sich da offenbar längst im Hintergrund zusammenbraute – oder auf die Wochen, die sich währenddessen unbemerkt aus dem Staub gemacht hatten.

Nach meinem Morgenprogramm  fuhr ich zu meiner  Lieblingsfreundin, die ich viel zu lange nicht gesehen hatte. Wir gönnten uns einen leckeren Burger, gingen anschließend einkaufen und saßen später noch gemütlich bei Kaffee zusammen. Was genau wir eingekauft haben, darf ich an dieser Stelle leider nicht verraten. Datenschutz. Ihr versteht. Ich möchte schließlich nicht, dass diese Geschichte am Ende noch Gegenstand eines Untersuchungsausschusses wird. 🤣

Rückblickend frage ich mich allerdings, ob sich zwischen Einkaufstüten und Kaffeetassen vielleicht ein weiterer Teil des verschwundenen Zeitraums versteckt hat...

Am Abend traf ich mich dann mit meiner Schwester, meiner Tante und meinem Onkel zum Essen. Meine Schwester und ich hatten den beiden im vergangenen Jahr einen Restaurantgutschein geschenkt. Und den wollten wir  - nach einigen Terminfindungsstörungen nun endlich gemeinsam einlösen. Das hat zum Glück geklappt und es war ausgesprochen lecker und ein richtig schöner, entspannter Abend.

Auch hier gibt es allerdings eine Auffälligkeit: Der Gutschein stammte vom letzten Weihnachtsfest. Und plötzlich steht das nächste schon beinahe vor der Tür. Zwischen diesen beiden Weihnachten klafft offenbar ein Loch. Ein ganzer Abschnitt des Jahres scheint einfach übersprungen worden zu sein. Den zeitlichen Zusammenhang hielt ich zunächst noch für reinen Zufall. Bis ich gestern die Einladungen für meinen diesjährigen Garten-Weihnachtsmarkt verschickte. 

Ihr wisst ja, dass ich jedes Jahr am ersten Advent viele liebe Menschen in meinen Garten einlade. Und natürlich möchte ich diese Tradition auch in diesem fortsetzen. Wir werden wieder gemeinsam Spenden für den Kältebus Saarbrücken sammeln.

Meine Vorfreude war entsprechend groß, als ich die Einladungen verschickte... Ich dachte an die vergangenen Jahre, an all die wunderbaren Begegnungen, das Lachen, den Glühwein und die Menschen, die mit ihrer Hilfe diesen Tag überhaupt erst möglich machen.

Doch während ich die Einladung schrieb, beschlich mich ein ungutes Gefühl. Als hätte ich einen Termin eingetragen, der viel näher lag, als er eigentlich sein dürfte. Als wären die Wochen zwischen dem blühenden Garten und dem Weihnachtsmarkt nicht vergangen, sondern einfach verschwunden.

Dann öffnete ich meinen Kalender. Und da war sie. Die erschütternde Entdeckung. Der erste Advent fällt in diesem Jahr auf den 29. November. Und mit einem Mal ergaben alle Spuren ein Bild. Der alte Weihnachtsgutschein, die plötzlich nahende Adventszeit, die Einladungen, die ich bereits verschickte – alles führte zu diesem einen Datum.

Am Datum selbst ist zunächst nichts Verdächtiges. Hochgradig verdächtig ist allerdings die Tatsache, dass bis dahin nur noch gut sieben Wochen bleiben. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es vor Kurzem noch deutlich mehr waren. Viel mehr. Die Wochen waren nicht vergangen. Sie waren...  weg.

Wo sind die anderen hin? Und wer hat sie genommen?

Ich habe sofort begonnen, den Tatort zu untersuchen. Ungefähr 60 Gäste werden erwartet. Der Garten ist derzeit noch voller Rosen. Weihnachtsdekoration ist bislang vor allem eine gedankliche Angelegenheit. Und meine persönliche Vorweihnachtsfeier, die bekanntlich vier Wochen vor dem eigentlichen Weihnachtsfest stattfindet, rückt mit einer Geschwindigkeit näher, die ich für ausgesprochen unverschämt halte. Auch sie scheint von den verschwundenen Wochen zu profitieren.

Ich möchte an dieser Stelle niemanden beschuldigen. Aber der Oktober verhält sich in meinen Augen äußerst verdächtig. Er ist der letzte bekannte Aufenthaltsort mehrerer Wochen und tut gleichzeitig so, als wäre nichts geschehen.

Zum Glück gibt es in diesem Fall zahlreiche Mitwisserinnen und Mitwisser. Menschen, die in den vergangenen Jahren mitgeholfen, vorbereitet, gekocht, gebacken, dekoriert und angepackt haben. Ohne sie wäre mein Garten-Weihnachtsmarkt längst nicht zu dieser wunderbaren Tradition geworden. Und wenn ich an diese Menschen denke, verwandelt sich meine leichte Schnappatmung auch ziemlich schnell wieder in Vorfreude.

Vielleicht helfen sie mir ja sogar dabei, die verschwundenen Wochen aufzuspüren – oder wenigstens die Folgen ihres Verschwindens zu bewältigen. Wobei ich das Wort leicht möglicherweise noch einmal überdenken muss. 🤣

Heute ist übrigens der Tag der rätselhaften Ereignisse. Ich finde, das passt ausgezeichnet. Denn dass draußen noch die Rosen blühen, während ich drinnen bereits über Glühwein und Weihnachtsbeleuchtung nachdenken sollte, ist für mich tatsächlich ein ungelöster Fall. Vor allem aber bleibt die entscheidende Frage: Wie konnte der erste Advent so plötzlich vor meiner Tür stehen, wenn doch gerade erst Sommer war?

Vielleicht hat der Sommer den Garten noch nicht ganz verlassen. Vielleicht hat der Herbst vergessen, seine Arbeit zu erledigen. Oder Weihnachten hat sich einfach angeschlichen, während ich gerade mit etwas anderem beschäftigt war. Vielleicht hat jemand die Wochen zwischen den Jahreszeiten eingesammelt und sie irgendwo gut versteckt.

Fest steht jedenfalls: Die Ermittlungen laufen. Die Einladungen sind verschickt, die Vorfreude ist groß und die ersten organisatorischen Maßnahmen werden wohl nicht mehr lange auf sich warten lassen. Denn wenn tatsächlich nur noch sieben Wochen bis zum ersten Advent bleiben, darf ich keine weitere davon aus den Augen lassen. Zumal in ein paar Wochen meine persönliche "Tour de Deutschland" beginnt...

Ich werde mich heute Morgen deshalb zunächst einmal mit einer Tasse Kaffee an den Tatort begeben und die Lage sondieren. Vielleicht entdecke ich zwischen den Rosen ja doch noch einen Hinweis auf den Verbleib der verschwundenen Wochen. Oder wenigstens eine Erklärung dafür, warum der erste Advent bereits so verdächtig nah ist. Und auch dafür, warum mein Urlaub schon wieder vorbei ist...

Und falls jemand von euch zufällig sieben zusätzliche Wochen übrig hat, darf er sich gerne bei mir melden. Ich würde sie sofort nehmen. Auch gebraucht. 🤣

Ich wünsche euch einen wunderschönen Freitag. Passt gut auf eure Zeit auf. Sie verschwindet offenbar schneller, als man denkt – und manchmal führt ihre Spur direkt zum ersten Advent.

Und falls ihr irgendwo einen Weihnachtsmann zwischen blühenden Rosen entdeckt: Bitte nicht anfassen. Das könnte ein wichtiger Zeuge sein. 😉

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